Es war einmal in Freiburg

Zeitzeugen gesucht für Dokumentarfilm

Foto: Stadtarchiv

Bei Kriegsende lag Freiburg in Trümmern, der Bombenangriff vom 27. 11. 1944 hatte fast das ganze Stadtzentrum in Schutt und Asche gelegt. Aber was passierte danach? Wie haben die Freiburger das Kriegsende, den Zusammenbruch des nationalsozialistischen Regimes, den Einmarsch der Franzosen, wie haben sie Verzweiflung, Ratlosigkeit und Neubeginn erlebt? Und vor allem: Wie haben sie überlebt?

Diese Fragen waren Projektleiter Dirk Adam und seiner Filmcrew begegnet, als sie vor neun Jahren Ablauf und Folgen der Bombennacht 1944 für ihren Dokumentarfilm lm „Bomben auf Freiburg“ recherchierten. Damals bei den Zeitzeugen-Interviews, berichtet Adam, „wurden uns etliche spannende, teilweise fast schon unglaubliche Nachkriegsereignisse erzählt, nur passten die einfach nicht mehr in den Film! Am Ende war eigentlich allen klar: Der Film muss fortgesetzt werden, denn die unglaublichsten Geschichten waren ja noch gar nicht erzählt!“

Rechtzeitig zum 70. Jahrestag des Bombenangriffs soll nun die Fortsetzung erscheinen mit dem Arbeitstitel „Es war einmal in Freiburg... Geschichten nach der Stunde Null“. Zu erzählen gibt es genug: Niederlage und Kriegsende, der völlige politische und wirtschaftliche, aber auch moralische Nullpunkt nach dem Zusammenbruch des Unrechtsregimes, der Einmarsch der französischen Truppen und die Besatzungszeit.

Die Filmemacher interessiert dabei jedoch vor allem, wie die Freiburger Bevölkerung diese Geschehnisse erlebt hat, wie sie zwischen den Ruinen ihr Überleben und ihren Alltag organisiert hat, wie die Frauen ihr Leben gemeistert haben, während die Männer gefallen oder in Kriegsgefangenschaft waren. Auch das nicht immer einfache Verhältnis zu den französischen Besatzern soll zur Sprache kommen und wenn möglich sowohl aus deutscher wie aus französischer Sicht geschildert werden. Aber auch die Solidarität untereinander und die Hilfeleistungen aus dem Ausland sollen thematisiert werden.

Damit das ambitionierte Filmprojekt realisiert werden kann, werden vor allem zwei Dinge gesucht: Zeitzeugen und Förderer.

Dringend wird bislang unbekanntes Film- und Fotomaterial aus den Jahren 1945 – 55 gesucht. Projektleiter Adam betont: „Besonders interessieren uns Personen, die Zeugen des französischen Einmarsches im April 1945 waren oder die besondere Erlebnisse jedweder Couleur mit der französischen Besatzung hatten. Zudem würden wir gern wissen, was im Entnazifizierungslager in Betzenhausen geschehen ist.“

Gesucht werden auch Zeugen, die etwas über die Quäker-, Schweizer- und Norwegerhilfe erzählen können. „Und natürlich“, so Adam weiter, „interessieren wir uns brennend für ganz normale Alltagsgeschichten: Wie hat man durchgehalten, wie ohne Mann, Strom, Fahrrad, Supermarkt und Kindergarten das Überleben organisiert?“ Auch werden Kontakte zu ehemaligen französischen Soldaten gesucht, die in den ersten Jahren in oder um Freiburg stationiert waren.

Da das aufwendige Filmprojekt bisher noch unterfinanziert ist, werden außerdem dringend Spenderinnen und Spender gesucht, Spendenbescheinigungen können ausgestellt werden.

Kontakt für Zeitzeugen:

Tel. 0761/59 47 95 69
E-Mail: adam.dirk@gmail.com

Spendenkonto:
Landesverein Badische Heimat e.V.,
Konto: 13 35 17 91
BLZ: 680 501 01

Veröffentlicht am 20.12.2013