Auszeichnung für die "Eine Welt Tage 2013" in Freiburg

Die Entscheidungen sind gefallen – die Preisträger der landesweiten entwicklungspolitischen Initiative Meine Welt. Deine Welt. Eine Welt. 2013 der Stiftung Entwicklungs-Zusammenarbeit Baden-Württemberg (SEZ) stehen fest: Dornstadt, Fellbach und Freiburg wurden am Samstag, 16. November 2013 für ihre lokalen Eine-Welt-Tage mit je 1.500 Euro ausgezeichnet. Die Ehrung fand im Rahmen der Verleihung des Eine-Welt-Preises Baden-Württemberg 2013 der SEZ im Schloss Heidelberg statt. Schirmherr ist Peter Friedrich, Minister für Bundesrat, Europa und internationale Angelegenheiten.

Vergeben werden die Preise von der Stiftung Entwicklungs-Zusammenarbeit Baden-Württemberg (SEZ). Alle zwei Jahre im September und Oktober lädt die SEZ Städte, Gemeinden und Landkreise mit ihren entwicklungspolitisch aktiven und interessierten Bürgern ein, sich mit lokalen Eine-Welt-Tagen an der Initiative Meine Welt. Deine Welt. Eine Welt. zu beteiligen. Landesweit finden so Veranstaltungen statt, die auf breiter Ebene für entwicklungspolitische Themen sensibilisieren und zum gemeinsamen Handeln anregen.
2013 hatten sich insgesamt 24 Städte und Gemeinden sowie ein Landkreis an der Initiative beteiligt. Sie boten 250 verschiedene Aktionen rund um das Thema Eine Welt. Die Programme von Dornstadt, Fellbach und Freiburg überzeugten die Jury besonders.

Im Anschluss an diese Verleihung wird der Eine-Welt-Preis Baden-Württemberg 2013 der SEZ vergeben. Er zeichnet herausragendes Engagement und beispielhafte Projekte zur Bekämpfung von Armut in Entwicklungsländern, für Gerechtigkeit und eine nachhaltige Entwicklung weltweit aus. Der Eine-Welt-Preis Baden-Württemberg wird für ein Lebenswerk und in den drei Kategorien Kinder und Jugendliche, Nicht-Regierungsorganisationen/privates Engagement im Ausland und Entwicklungspolitische Bildungsarbeit in Baden-Württemberg vergeben. Insgesamt winken hierbei Preisgelder in Höhe von rund 10.000 Euro.

Programm-Rückblick: informieren - mitmachen - fair genießen

Den Bürgerinnen und Bürgern Freiburgs wurde auch im Jahr 2013 ein vielfältiges Programm angeboten, dass zum Mitwirken und zum Engagement einlud. Im Mittelpunkt der Veranstaltungen standen dabei die Themen Rechte von Kindern und Frauen, Beteiligung an politischen Entscheidungen, Vernetzung der Eine Welt Gruppen untereinander und mit weiteren Bewegungen, Bildung und Schutz der Regenwälder. Nicht zuletzt gab es Faires Frühstück, Fairsucherle auf dem Bauernmarkt, das Eine Welt-Café, Fairer Genuss nach Ladenschluss und die Faire Party als Abschluss der Eine Welt Tage.

Beteiligung an politischen Entscheidungen

Beteiligung an den politischen Entscheidungen war bei fast allen Veranstaltungen ein wichtiges Thema. Die Frage, „wie können Bürgerinnen und Bürger mit ausländischer Staatsangehörigkeit an der Gestaltung und Entwicklung ihrer Städte mitwirken“, stand im Mittelpunkt des „Internationalen Beteiligungskongresses“. Diskutiert wurden die Erfahrungen aus unterschiedlichen Modellen der Beteiligung in anderen Städten in Deutschland, in Europa und in New York. Erfahrungen aus der Frauenwahlrechts-Bewegung wurden ebenso vorgestellt wie das 100%-Modell mit der Forderung „Wahlrecht für alle“.

Den Vortrag „Wirtschaft neu denken – die Gemeinwohlökonomie“ von Christian Felber besuchten rund 300 Personen. Dieser gute Besuch zeigt das Interesse vieler Bürgerinnen und Bürger am wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Wandel und den Wunsch daran mitzuwirken.


Bildung

Rund 230 Personen hörten den Vortrag „Hoffnung durch Permakultur“ von Phillip Munyasia, in dem dieser über Permakultur und Bildungsarbeit in Kenia berichtete. Die am Thema Permakultur interessierten meist jüngeren Zuhörer konnten einiges von den Aktivitäten im sogenannten globalen Süden lernen.

Zum Fairen Frühstück und zu einer Weltreise durch die Innenstadt hatten der Weltladen Gerberau und kauFRausch eingeladen. Die Angebote und Informationen zum Thema Fairer Handel wurden rege genutzt. Die konsumkritischen Stadtführungen waren sehr gut besucht und wurden am darauffolgenden Samstag nochmals wiederholt. Viele Besucher nutzten die Gelegenheit, sich am nicht weit entfernten Stand vor dem Naturmuseum über das Projekt „don’t worry, be fair“ zu informieren. 

Maßnahmen im Kampf gegen die Zerstörung der Regenwälder Amazoniens u.a. das Projekt der Freiburger Stadtschokolade wurden in den Vorträgen von Edilberto Senna und Rainer Putz aufgezeigt.


Kinder- und Frauenrechte

Die Kinderrechte wurden vor allem bei den Veranstaltungen zum Weltkindertag, beim Vortrag „Wenn Kinder lernen könnten... Perspektiven für Kinder in Uganda“ von Gertrud Schweizer-Ehrler, beim Gastspiel der Gruppe „Espace Masolo“ im Rahmen der KinderKulturKarawane, bei den verrückten Strick-Aktionen zum Welt-Mädchentag und beim Guerillia-Knitting angesprochen. 

Frauenrechte standen u.a. im Mittelpunkt des Vortrags Frauenrechte in Chile von Julia Ewald, bei der Internationalen Konferenz Frau & Recht – Arabischer Frühling und beim
Internationalen Beteiligungskongress.

Am „Freiburger Weltkindertag 2013“ haben das Eine Welt Forum Freiburg, die Ökostation, Südwind und die Weltläden Gerberau, Herdern und Littenweiler ihre Stände bei der Ökostation aufgebaut. Hier gab es ein Schokoladen-Quiz, Informationen zum Weg der Kakaobohne, ein Fair-Handels-Puzzle und eine Kinderwahlurne, in die Kinder analog zur gleichzeitig stattfindenden Bundestagswahl ihre Wünsche und Vorstellungen geschrieben oder gemalt einwerfen konnten. Das regio-bio-faire Café direkt vor der Ökostation war wieder gut besucht

Ein “toller Hingucker“ waren die verrückten Strick-Aktionen der Plan-AG Freiburg zum Welt-Mädchentag, mit denen der Rau-Brunnen auf dem Kartoffelmarkt und die Eingangssäulen des Einkaufszentrums Schwarzwald-City mit über 1.300 bunten Strickquadraten eingekleidet wurden. Über diese Aktionen, für die monatelang mobilisiert und gestrickt wurde, berichteten die örtliche Presse, das Radio und die Landesschau Baden-Württemberg. Die Abgabe der Quadrate gegen Spende, Popkorn- und Kuchenverkauf erbrachten 4.000 Euro an Spenden, die an den Plan Mädchen-Fonds überwiesen wurden.

Im Rahmen der KinderKulturKarawane besuchte die Gruppe „Espace Masolo“ Freiburg. Die jugendlichen Künstlerinnen präsentierten eine Figurentheaterproduktion mit dem Titel „Tozali Parti – wir sind Partei“ und luden zu einem Blaskonzert mit Tuba und Trompete ein. „Tozali Parti“ ist ein Stück zur Geschichte des Kongo über den Streit um Bodenschätze, um Macht und über Gewalt. Der Besuch aus dem Kongo und die Filmvorführung „Blut im Handy“ waren der Anlass für Südwind, in Kooperation mit dem Agenda 21-Büro Freiburg und dem Eine Welt Forum, eine Althandy-Sammelaktion zu starten. An Informationsständen und bei den Filmvorführungen wurde der Zusammenhang verdeutlicht. Mit jedem Handy hält man ein Stück Kongo in der Hand – Coltan. Der Abbau von Coltan erfolgt unter menschenunwürdigen und brutalen Bedingungen und das Milliardengeschäft befeuert einen langjährigen Bürgerkrieg. Über die Handy-Sammelaktion wurde vielfach, u.a. auch in der Landesschau Baden-Württemberg, berichtet und die Freiburger haben bereits zahlreiche ausgediente Handys zu den Sammelstationen, u.a. im Rathaus, gebracht. Für jedes gesammelte Handy erhält die Gruppe „Espace Masolo“ 1,50 Euro; weitere 1,50 Euro gehen am Umweltprojekte


Zukunftsweisende Vernetzungen

Zukunftsweisende Vernetzungen ergaben sich im Rahmen der Eine Welt Tage mit den Anti-Atom- und Energiegruppen im Raum Freiburg sowie bei der Tagung zur Regionalen Entwicklungszusammenarbeit.

Die Veranstaltung „High Power“ – ein Dokumentarfilm über eine indische Atomanlage und deren Gefahren war ein voller Erfolg. Über 70 Menschen hatten trotz sintflutartiger Regen-fälle den Weg in die Schreinerei Wittich gefunden, sich den Film angesehen, angeregt diskutiert, indischer Musik gelauscht und indisches Essen genossen. Die Veranstaltung erbrachte zudem einen ansehnlichen Spendenbetrag, der an den Regisseur Pradeep Indulakar weitergegeben werden konnte.

An der Tagung zur Entwicklungszusammenarbeit „Gemeinsam mehr bewegen“ nahmen 69 Personen teil. Bei der Behandlung von Fragen wie „Was heißt Entwicklung?“, „Was können wir vom globalen Süden lernen?“, bis zu „Welche Unterstützungen erhalten wir für unseren Verein?“ konnten die Teilnehmer viele interessante Anregungen mitnehmen, neue Ideen gewinnen und vor allem Kontakte knüpfen.

Alle Bürgerinnen und Bürger und die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Tagung zur Entwicklungszusammenarbeit wurden auf die Faire Party in das Jos Fritz Café eingeladen. Hier konnten Cocktails aus fair gehandelten Weltladen-Zutaten wie Cachaca aus dem Brasilianischen Regenwald, Mango-Sirup von den Philippinen, Rum aus Kuba und Rohrzucker aus Paraguay gekostet werden und es konnte getanzt werden. Die Angebote stießen auf große Nachfrage und viele freuen sich schon auf die nächste Faire Party im Jahr 2014.



Partner

Stiftung Entwicklungs Zusammenarbeit Baden-Württemberg (SEZ)