Integrierte Nachhaltigkeitssteuerung

Grundlage jeglichen politischen Handelns sowohl des Gemeinderates wie auch der Stadtverwaltung sind die 60 Freiburger Nachhaltigkeitsziele in 12 Politikfeldern.

Um die Ziele zu erreichen, orientiert sich die Stadtverwaltung methodisch an der Balanced Scorecard (nach Kaplan/Norton). Diese besteht aus A. einer Strategy Map und B. Maßnahmen, die in Scorecards dargestellt sind. Der Mehrwert der Strategy Map ist eine ganzheitlich strategische Betrachtung der Kommunalverwaltung und ihrer Ziele mit Blick auf Finanz- und Leistungsperspektiven, aber auch auf Prozesse, Potentiale und die Legitimation von kommunalem Handeln.

A. Strategy Map

Perspektiven

In der Strategy Map findet Nachhaltigkeitssteuerung über fünf Perspektiven statt, die alle gleichrangig nebeneinander stehen:

Finanzperspektive: Die Finanzperspektive muss im Hinblick auf einen ausgeglichenen Haushalt betrachtet werden. Diese Perspektive beinhaltet die Frage: Welche budgetären Rahmenbedingungen müssen eingehalten werden?
   
Legitimationsperspektive: Die Legitimationsperspektive greift die Besonderheiten einer Kommune auf und beinhaltet die Legitimation und Gemeinwohlorientierung. Hier stellen sich die Fragen: Welche Ziele legitimieren kommunales Handeln? Wird das Gemeinwohl gesteigert? Welche Prozesse legitimieren kommunales Handeln? z.B. durch repräsentative Demokratie und/oder Bürgerbeteiligung.
   
Leistungsperspektive: In dieser Perspektive werden die (Dienst-)Leistungen der Verwaltung aufgenommen und die Frage gestellt: Welche Leistungen erbringt man für Bürger und Wirtschaft?
   
Potentialperspektive: Die Potentialperspektive greift die für die Leistungserbringung notwendigen Ressourcen und Potentiale auf und stellt die Frage: Welche Fähigkeiten und Potentiale will man stärken?
   
Prozessperspektive: Die Prozessperspektive richtet den Blick auf die internen Abläufe und Abstimmungsprozesse der erbrachten Leistungen und geht der Frage nach: Wie effizient und effektiv werden diese Leistungen erbracht?
   

Schwerpunktfelder

Die Nachhaltigkeitsziele werden den Perspektiven der Strategy Map zugeordnet. Dabei wurden zunächst fünf Schwerpunktfelder ausgewählt:

Politikfeld 5: Stadtplanung und Stadtentwicklung (SP)
Politikfeld 6: Verbesserte Mobilität und Verkehr (MV)
Politikfeld 9: Soziale Gerechtigkeit (SG)
Politikfeld 10: Bildung (B)
Politikfeld 11: Klima und Energie (KE)
   

Erweitert wurden die fünf priorisierten Politikfelder um das Politikfeld Governance (G), da die zugehörigen fünf Ziele der Legitimationsperspektive (L) zugeordnet werden können. Zudem wurden für die Finanzperspektive Finanzziele (F), sowie für die Potentialperspektive Potentialziele (P) ergänzt.


Die Strategy Map vereint die fünf Perspektiven strategischer Nachhaltigkeitssteuerung mit den priorisierten Politikfeldern und den jeweils zugeordneten Zielen:

Finanzperspektive



Legitimationsperspektive


Governance

G1
: das Handeln der Verwaltung ist am Gemeinwohl orientiert

G2: das Handeln der Verwaltung berücksichtigt hinreichend viele der relevanten Interessen

G3: das Handeln der Verwaltung bringt Zielkonflikte weitestmöglich in Ausgleich

G4: Bürger und Organisationen der Zivilgesellschaft werden einbezogen

G5: das Handeln der Verwaltung ist hinreichend transparent

Legitimation

L1
: Effizienz und Kooperation müssen in Balance stehen


Leistungsperspektive


Bildung

B1
: Schulabschluss für alle 

B2: Ausbildungsplätze für alle

B3: Zugang zu lebenslangem Lernen ermöglichen

B4: Frühe Förderung der Sprachkompetenz

B5: Bildung für nachhaltige Entwicklung und Verantwortung stärken

Klima und Energie

KE1
: Senkung der Kohlenstoffdioxid (CO2)-Emissionen

KE2: Energieeffizienz, -einsparung und EE gemeinsam mit allen Akteuren fördern 

KE3: mehr Häuser mit hohen energetischen Standards

Mobilität und Verkehr

MV1
: Verminderung des motorisierten Individualverkehrs (MIV)

MV2: Stärkung des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV)

MV3: Förderung des Fußverkehrs 

MV4: Stärkung des Radverkehrs 

MV5: Schutz vor Verkehrsunfällen und schädlichen Luft-/ Lärmimmissionen

Soziale Gerechtigkeit

SG1
: Existenzsichernde Arbeitsplätze schaffen, keine soziale Ausgrenzung

SG2: unterschiedliche Lebensformen fördern; Gewalt, Diskriminierung bekämpfen

SG3: Bürgerschaftliches Engagement und interkulturelles Zusammenleben fördern


Integriertes Nachhaltigkeitsmanagement


Prozessperspektive


Klima und Energie

KE4
: Erneuerbare Energien (EE) Potentiale nutzen, den EE-Anteil steigern

KE5: Erhöhung des Anteils der Kraft-Wärme-Kopplung

Stadtplanung und Stadtentwicklung

SP1
: Kein Flächenverbrauch im Außenbereich, maßvolle Innenentwicklung

SP2: Stadtteile mit sozialer und daseinssichernder Infrastruktur

SP3: Starke Zentren mit hoher Nutzungsvielfalt und attraktivem Einzelhandel

SP4: Qualitätsvolle Neubauten ergänzen das baukulturelle Erbe

SP5: Attraktive, urbane und landschaftliche Freiräume, für alle nutzbar und zugänglich



Potentialperspektive


B. Maßnahmen

Zentren-Aktivierungs-Konzept (ZAK) Freiburg-Betzenhausen
Perspektive Prozessperspektive
Politikfeld der Nachhaltigkeitsziele 5. Stadtplanung und Stadtentwicklung
Nachhaltigkeitsziel SP3: Starke Zentren mit hoher Nutzungsvielfalt und attraktivem Einzelhandel
Zielbezogene Kennzahl Anzahl genutzter Gewerbeflächen für den Einzelhandel im Verhältnis zum Gesamtstadtteil
Vorgabe Zentrenaktivierung Betzenhausen-Bischofslinde
(Drucksache Gemeinderat G-12/088)
Umsetzung Zentren-Aktivierungs-Konzept (ZAK) Freiburg-Betzenhausen
Partizipationsplan Umfassende Informationen und Beteiligung unter:
www.freiburg.de/zak

Stärkung des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV)
Perspektive Leistungsperspektive
Politikfeld der Nachhaltigkeitsziele 6. Verbesserte  Mobilität, weniger Verkehr
Nachhaltigkeitsziel MV2: Stärkung des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV)
Zielbezogene Kennzahl % ÖPNV am Gesamtverkehr (Modal Split)
Vorgabe Verkehrsentwicklungsplan (VEP) 2020: Verabschiedung des Endberichts mit Zielen, Schwerpunkten und Maßnahmenprogramm (Drucksache Gemeinderat G-08/031)
Umsetzung Verkehrsentwicklungsplan 2020
Stärkung des Radverkehrs
Perspektive Leistungsperspektive
Politikfeld der Nachhaltigkeitsziele 6. Verbesserte Mobilität, weniger Verkehr
Nachhaltigkeitsziel MV4: Stärkung des Radverkehrs
Zielbezogene Kennzahl % Radfahrer am Gesamtverkehr (Modal Split)
Vorgabe Erhöhung des Radfahreranteils auf über 30%
(Drucksache Gemeinderat G-12/136.1)
Umsetzung Freiburger Radverkehrskonzept 2020
Radzähl-Display an der Wiwilibrücke

Freiburger Integrationspreis
Perspektive Leistungsperspektive
Politikfeld der Nachhaltigkeitsziele 9. Soziale Gerechtigkeit
Ziel SG3: Bürgerschaftliches Engagement und interkulturelles Zusammenleben fördern
Zielbezogene Kennzahl Anzahl Bewerbungen / Projekte
Vorgabe Einführung eines Freiburger Integrationspreises
(Drucksache Gemeinderat G-12/121.1)
Umsetzung Freiburger Integrationspreis:
www.freiburg.de/integrationspreis

Bau- und Energieleitlinien
Perspektive Leistungsperspektive
Politikfeld der Nachhaltigkeitsziele 11. Klima und Energie
Nachhaltigkeitsziel KE3: Steigerung des Anteils von Häusern mit hohen energetischen Standards
Zielbezogene Kennzahl Senkung CO2 Emissionen
Vorgabe Bau- und Energieleitlinien des Gebäudemanagements Freiburg (Drucksache Gemeinderat G-12/063)
Umsetzung Energiebericht des Gebäudemanagements 2009/2010
(Drucksache Gemeinderat G-10/235)

Freiburger Beiligungshaushalt
Perspektive Legitimationsperspektive
Politikfeld des Nachhaltigkeitsziels 1. Governance
Nachhaltigkeitsziel G4: Bürger und Organisationen der Zivilgesellschaft werden einbezogen
Zielbezogene Kennzahlen
  • Anzahl registrierter Nutzer
  • Aufgegriffene Themen
Vorgabe Abschlussbericht und Konzept Beteiligungshaushalt
(Drucksache Gemeinderat G-12/027)
Umsetzung Online Portal Freiburger Beteiligungshaushalt: www.freiburg.de/beteiligungshaushalt

Nachhaltige Finanzpolitik
Perspektive Finanzperspektive
Finanzziel F1: generationsgerechten Schuldenabbau betreiben
Zielbezogene Kennzahl Schuldenabbau (in Euro)
Vorgabe Masterplan zur Entschuldung und Bestandssanierung (modifizierte Fassung Drucksache Gemeinderat G-11/138)
Umsetzung Dokumentation der Haushaltsberatungen 2012: Reden zur Einbringung Doppelhaushalt 2013/2014 von OB Salomon und EBM Neideck.
Rede (424,4 KB), Anlagen (9,229 MB)

Vereinbarkeit von Familie und Beruf
Perspektive Potentialperspektive
Potentialziel P2: wir garantieren die Vereinbarkeit von Familie und Beruf 
Zielbezogene Kennzahl Zertifizierung audit berufundfamilie
Vorgabe Die Stadtverwaltung als familienfreundlicher Betrieb - audit berufundfamilie (Drucksache Gemeinderat G-10/059)
Umsetzung Beruf und Familie vereinbaren (1,569 MB) - Stadtverwaltung Freiburg