Großbaustelle auf der B 31

Sanierung der Leo-Wohleb-Brücke in Fahrtrichtung Ost nach West

Die Bauarbeiten an der Großbaustelle Leo-Wohleb-Straße und –Brücke sind beendet. Die B31 ist damit wieder komplett für den Verkehr frei. Das ist auch bitter nötig, denn seit dem Ende der Schulferien hat der Verkehr kontinuierlich zugenommen. mehr...

Informationen zur inzwischen abgeschlossenen Sanierung finden Sie hier:

Die Leo-Wohleb-Brücke und -Straße stammen aus dem Jahr 1972. Trotz mehrmaliger Erneuerung der Fahrbahndecke besteht nach über 40 Jahren Nutzung nunmehr dringender Sanierungsbedarf.

Aufgrund der massiven Spurrinnenbildung bilden sich immer wieder starke Wülste, die insbesondere für Motorradfahrer extrem gefährlich sind und daher regelmäßig abgefräst werden müssen. Dadurch verringert sich die Dicke des Fahrbahnbelags fortwährend.

Die Folge: Durch das Abfräsen verringert sich die Dicke des ohnehin unterdimensionierten Fahrbahnbelags fortwährend. Auf der Brücke besteht außerdem die Gefahr, dass die Abdichtung beschädigt wird, sodass im Winter tausalzbelastetes Wasser in die Brückenkonstruktion eindringen und dort massive Schäden verursachen kann. Solche Schäden sind noch erheblich aufwändiger zu sanieren, monatelange Bauarbeiten, eventuell sogar mit Vollsperrungen, wären die Folge.

Um das zu verhindern, wird nun der komplette Fahrbahnbelag und im Bereich der Brücke auch die Abdichtung erneuert. Dabei werden auch etwaig bereits vorhandene Schäden an der Brückenabdichtung beseitigt. Außerdem werden undichte Übergangskonstruktionen zwischen Brücke und Straße erneuert, die zu niedrigen Geländer auf der Nordseite erhöht und auch die Zufahrtsrampe zur Schwabentorgarage saniert.

Nicht zuletzt muss die komplette Entwässerung neu aufgebaut werden: Bislang fließt das Wasser ungeklärt in die Dreisam. Das ist nach heutigen Vorschriften nicht mehr gestattet. Deshalb muss mit erheblichem Aufwand der Anschluss an die Kanalisation hergestellt werden. Im Vergleich zu den übrigen Arbeiten fast schon als Kosmetik zu bezeichnen sind diverse Betonsanierungen auf der Brückenunterseite.

Auch wenn sich die Optik kaum verändert, werden sich durch die Sanierung doch zwei Dinge grundlegend verbessern: Zum einem entspricht der Fahrbahnaufbau künftig der Bauklasse SV. Für Nicht-Ingenieure: Das entspricht dem bei Autobahnen übliche Standard, der dafür sorgen soll, dass frühestens in 10 bis 15 Jahren die erste Erneuerung der obersten Fahrbahnschicht fällig wird. Zum anderen können sich Radfahrer auf einen ordentlichen Radweg freuen – zumindest von der Ganter-Brauerei bis hinter die Aral-Tankstelle. Die weitere Verlängerung entlang der B31 kann aus Kostengründen allerdings erst später realisiert werden. Apropos Kosten: Insgesamt sind für die Instandsetzung der Brücke, die Erneuerung der Fahrbahn sowie die Einrichtung des Radweges rund 1,6 Millionen Euro veranschlagt.


Bauphase I:
vom 29. Juli bis voraussichtlich 24. August 2013

  • Sanierung der Brücke (Südseite) und der zwei südlichen Fahrstreifen sowie Kanalarbeiten am Knotenpunkt Schwabentorbrücke.
  • Nur ein  Fahrstreifen in der Leo-Wohleb-Straße auf der Nordseite befahrbar
  • An der Ampel Schwabentorbrücke nur ein Fahrstreifen in Richtung Westen und Schlossbergring befahrbar

Bauphase II:
vom 25. August bis 12. Oktober 2013

  • Sanierung der Brücke (Nordseite) mit Verbindung Schwabentorgarage sowie
  • Herstellung der Verkehrsinsel am Knotenpunkt Schwabentorbrücke
  • Zwei Fahrstreifen in der Leo-Wohleb-Straße auf der Südseite befahrbar
  • An der Ampel Schwabentorbrücke zwei Fahrstreifen in Richtung Westen und ein Fahrstreifen Richtung Schlossbergring befahrbar.

Bauphase I und II:

  • Einstreifige Verkehrsführung im B31-Tunnel

Plan Bauphase I (29.7. bis 24.8.2013)

Schon ohne Baustelle ist die Leo-Wohleb-Brücke zu den Spitzenzeiten des Berufsverkehr ein bis an die Grenze belastetes Nadelöhr. Fällt nur eine Fahrspur weg, weil beispielsweise ein LKW liegen bleibt, ein Unfall passiert oder eine Baustelle kurzfristige Sperrungen erfordert, sind lange Staus bis weit in den Tunnel und die Schwarzwaldstraße hinein die Folge.

In den ersten 4 Wochen bis zum 24. August steht nur noch eine Fahrspur zur Verfügung. In der zweiten Bauphase ab 25. August stehen sieben Wochen lang immerhin wieder zwei Fahrspuren zur Verfügung.

Und: Während der gesamten Bauzeit kann der B31-Tunnel in Fahrtrichtung Innenstadt nur einspurig befahren werden. Der Grund: Aufgrund der zu erwartenden Staus würde durch die Abgase binnen kürzester Zeit die Brandmeldeanlage anspringen und einen Großeinsatz der Feuerwehr auslösen.

Außerdem würde die Zweispurigkeit die Wartezeit auch nicht verkürzen, sondern lediglich die Länge des Staus. Nicht zuletzt wird die zweite Fahrspur als Rettungsgasse benötigt. Weil sie als Baustellenzufahrt benötigt wird, muss außerdem während der ersten 4 Wochen die Kopfwende auf Höhe des Ganterareals gesperrt werden. Sie wäre in dieser Zeit aber ohnehin nicht sonderlich attraktiv, weil sie direkt in den Stau führen würde.


Um zu verhindern, dass der Verkehr völlig kollabiert, hat das Garten- und Tiefbauamt in Zusammenarbeit mit einem externen Gutachter eine Vielzahl von Möglichkeit untersucht, um den Zufluss in die Leo-Wohleb-Straße zu verringern und den Abfluss zu erhöhen. Konkret sind folgende Maßnahmen geplant:

Längere Ampelphasen: Sowohl an der Schwabentorbrücke wie auch an der benachbarten Einmündung der Kartäuserstraße in den Schwabentorring werden die Grünphasen deutlich ausgeweitet. Damit kann der maximale Abfluss auf 1200 Fahrzeuge pro Stunde erhöht werden. Das entspricht etwa der Menge an Fahrzeugen, die hintereinander gereiht bis zur Anschlussstelle Kirchzarten der B31 passen.

Kein Vorrang für Stadtbahnen: In den Hauptverkehrszeiten wird die Vorrangschaltung für die Stadtbahnen auf der Schwabentorbrücke eingeschränkt. Dadurch können die Grünzeiten auf der B31 verlängert werden.

Mehr Kapazität in Zügen und Bahnen: Die Deutsche Bahn setzt auf der Höllentalbahn die maximal mögliche Waggonzahl ein. Eine Verdichtung des Taktes wäre einerseits sehr teuer, hätte laut Gutachten aber auch nur noch eine sehr geringe Entlastungswirkung. Die Freiburger Verkehrs AG wiederum setzt während der Bauzeit ausschließlich die langen Combinos ein, die am meisten Plätze bieten und fährt in den Stoßzeiten im 5-Minuten-Takt.

Parkverbote in der Kartäuserstraße: Die Kartäuserstraße
wird sicherlich von ortskundigen Autofahrern als Ausweichroute genutzt werden und entsprechend schnell überlastet sein. Um den Verkehrsfluss nicht zusätzlich zu behindern, werden während der Bauzeit einige Parkplätze im westlichen Bereich wegfallen.

Überregionale Hinweisschilder: Schon ab der Autobahn 81 wird großflächig und frühzeitig auf die deutlich erschwerte Durchfahrt in Freiburg hingewiesen. In Hinterzarten gibt es außerdem eine dynamische Hinweistafel, die die aktuellen Wartezeiten verkündet. Ortskundigen ist daher die weiträumige Umfahrung zu empfehlen.

Verkehrsnachrichten und Navis: Um den überörtlichen Verkehr möglichst frühzeitig umzuleiten, werden die Verkehrsredaktionen der Rundfunksender stets aktuell mit Staumeldungen versorgt. Auch die Anbieter von Navigationsgeräten wurden frühzeitig über die Baustelle und deren Auswirkungen informiert.

Öffnung der Schützenallee als Ventil im Notfall
Zumindest eine geringe Entlastung wäre laut Gutachten zu erreichen, wenn die Waldseestraße oder die Schützenallee geöffnet würden. Ersteres geht allerdings nicht, weil es für Krankenwagen und Feuerwehren eine jederzeit freie Ausweichstrecke geben muss. Ausnahmen wird es voraussichtlich nur nach den SC-Spielen geben und montags für die Fahrzeuge der Freiburger Abfallwirtschaft.

Bezüglich der Schützenallee möchte Bürgermeister Martin Haag abwarten, wie sich die Verkehrssituation entwickelt. „Die Öffnung der Schützenallee ist eigentlich unzumutbar, da das erhöhte Sicherheitsrisiko für die Anwohner in keinem Verhältnis zu der nur sehr geringen Entlastung auf der Leo-Wohleb-Brücke steht. Dennoch werden wir im Verlauf der Baumaßnahmen beobachten, ob eine Öffnung sinnvoll sein könnte", so der Baubürgermeister.

Ab der Seminarstraße steht Ortskundigen die Umfahrungsvariante durch die Wiehre aber auf jeden Fall zur Verfügung, weshalb die Wiehre auch ohne Öffnung der Schützenallee schon spürbar mehr Verkehr zu erwarten hat.

Die Basler Straße zwischen Talstraße und Kronenstraße bleibt in der ersten Woche Ende Juli wie bisher nur für Anlieger geöffnet. In der zweiten Woche wird sie für die Allgemeinheit geöffnet, in der dritten Woche wird dann entschieden, wie es weiter geht.

Für Rettungsdienste wird innerhalb des B31-Tunnels die zweite Fahrspur als Rettungsgasse benötigt. Für Notfälle aus Richtung Osten muss verstärkt auf den Einsatz von Rettungshubschraubern gesetzt werden. Darüber hinaus können die Rettungsdienste für Notfälle die Waldseestraße in Ost-Westrichtung benutzen.


Der beste Tipp, wie man die Staus umgehen kann, ist leider nur für die wenigsten realisierbar: In Urlaub fahren. Das gilt natürlich besonders für alle, die im Freiburger Osten und den östlichen Umlandgemeinden wohnen und beruflich bedingt in die Stadt einpendeln müssen. Wer seinen Urlaub nicht in diese Zeit verlegen kann, sollte unbedingt auf Zug, Stadtbahn oder das Fahrrad umsteigen.

Ganz schwierig ist es für Menschen, die im Osten wohnen, beruflich aber täglich auch im Westen oder beispielsweise auf der Autobahn unterwegs sein müssen. Ihnen rät Bühler, das Auto auf einem der Park-and-Ride-Plätze im Westen, beispielsweise an der Paduaallee, abzustellen und den Weg dorthin mit der Stadtbahn zu absolvieren. Wem all das nicht möglich ist, weil beispielsweise das Fahrtziel fürs Fahrrad zu weit entfernt ist und über keinen guten ÖPNV-Anschluss verfügt, sollte auf verkehrsschwächere Zeiten frühmorgens vor 6 Uhr ausweichen und Fahrgemeinschaften bilden. Es mag zwar banal klingen, aber: Jedes Auto, das nicht auf der Straße steht, steht auch nicht im Stau!

Und wenn dann doch mal gar nichts mehr geht: Bitte Ruhe bewahren und nach Möglichkeit, vor allem im Tunnel, den Motor abstellen.


Sonderfall Heimspiele im SC-Stadion
Nochmals verschärfte Bedingungen gelten, wenn Mitte August die neue Saison der Fußballbundesliga beginnt und Mitte September die Gruppenphase der Europaliga startet. Voraussichtlich 5 Heimspiele fallen in die Bauzeit, dazu kommt am 13. August das Freundschaftsspiel der U21-Nationalmannschaft gegen Frankreich. Mehrere Tausend zusätzliche Fahrzeuge in kürzester Zeit sind am Nadelöhr Leo-Wohleb-Straße definitiv nicht zu bewältigen. Deswegen gilt hier der dringende Rat: Bitte nicht mit dem Auto kommen! Selbst wenn nach Spielende die Waldseestraße geöffnet würde, was derzeit geprüft wird, wären endlose Staus nach Spielschluss unvermeidbar.


Kontakt

Garten- und Tiefbauamt
Herr Franz Bühler
Tel.: 0761/ 201-4530
franz.buehler@stadt.freiburg.de


Tipps

  • Machen Sie sich vor Fahrtantritt ein Bild über die Verkehrslage auf Google Maps
  • Umsteigen auf Zug, Stadtbahn oder Fahrrad
  • Park-and-Ride-Plätze im Westen,
    beispielsweise an Bissierstraße nutzen und den Weg dorthin mit Stadtbahn oder Fahrrad bestreiten
  • Fahrgemeinschaften bilden
  • verkehrsschwächere Zeiten frühmorgens vor 6 Uhr nutzen
  • Alternativrouten prüfen und weiträumige Umfahrung einplanen
  • banal, aber wahr: jedes Auto, das nicht auf der Straße steht, steht auch nicht im Stau!
  • Und wenn dann doch mal gar nichts mehr geht: Bitte Ruhe bewahren und nach Möglichkeit, vor allem im Tunnel, den Motor abstellen.

Fakten

  • 28.000 Fahrzeuge/ 24h
  • 10 % Lkw-Verkehr
  • Asphaltschicht (auf der Straße) derzeit ca. 20 cm , künftig 35 cm stark
  • Asphaltschicht (auf der Brücke) 8 cm, darunter Spannbeton der Brückenkonstruktion
  • Kosten für Instandsetzung der Brücke, Erneuerung der Fahrbahn sowie Einrichtung des Radweges: rund 1,6 Millionen Euro