Motte in den Sack

Laubsammelaktion zum Schutz der Kastanien vor der Miniermotte

Mit Beginn des Herbstes fallen viele Kastanienblätter ab. Das ist der Start der vielen Laubsammelaktionen in ganz Freiburg gegen die Kastanienminiermotte. Vor allem die Rosskastanien werden von der winzigen Kastanienminiermotte „Cameraria ohridella“ befallen. Dieser Schmetterling legt bereits ab April seine Eier in dem noch grünen Laub ab. Die ausgeschlüpften Raupen fressen sich an den Kastanienblättern satt und schwächen die Bäume.

Jeder kann mithelfen

Im Rahmen von „Freiburg packt an“ startet die Aktion „Motte in den Sack“ bereits in das fünfte Jahr. Denn nur, wenn das Laub mit der Kastanienminiermotte rechtzeitig entsorgt wird, kann der Schädling bekämpft werden. Bürgerinnen und Bürger, Vereine, Gruppen und Schulklassen können mithelfen, das befallene Laub in spezielle gelbe „Freiburg packt an“-Säcke einzusammeln und an den Straßenrand zu stellen. Die Säcke werden von der Abfallwirtschaft und Stadtreinigung Freiburg (ASF) abgeholt und verbrannt.

Größere Aktionen mit Gruppen und Schulen werden nach einer Terminvereinbarung logistisch durch das „Freiburg packt an“-Team unterstützt. Unterstützt werden auch die natürlichen Feinde der Kastanienminiermotte. Für die Meisen können kostenlose Bausätze für Holznistkästen bei „Freiburg packt an“ bezogen werden. Diese Kästen werden von Gruppen oder von Freiwilligen an den betroffenen Kastanienbäume angebracht und jährlich gereinigt.

Die speziellen gelben und kostenlosen Laubsäcke sind im Rathaus, im Technischen Rathaus, bei den Ortsverwaltungen auf den drei Recyclinghöfen und bei der Ökostation erhältlich.

Terminvereinbarung und Infos

Wer einen Laubsammel-Termin vereinbaren oder mit befallenem Kastanienlaub befüllte Säcke zur Abholung anmelden, Rechen ausleihen sowie mehr Informationen möchte, kann sich gerne an das „Freiburg packt an-Team“ , Telefon: 201-4712, Fax: 201-4699 oder per E-Mail an fpa@stadt.freiburg.de wenden. Auch auf www.freiburg.de/freiburgpacktan stehen viele Informationen dazu.


Was ist die Kastanienminiermotte?

Die Kastanienminiermotte, Cameraria ohridella, ist ein winziger Schmetterling mit nur 5 mm Körperlänge. Sie ist 1984 in Mazedonien entdeckt worden und wurde nach Deutschland eingeschleppt.


Die Puppe einer Kastanienminiermotte

Wie entwickelt sich die Motte?

Ab Ende April schlüpfen aus den Puppen im Kastanienlaub am Boden die Schmetterlinge, die nach der Paarung auf den Blattoberseiten ihre Eier ablegen. Dabei legt jedes Weibchen bis zu 40 Eier, insgesamt können auf einem Blatt bis zu 300 Eier abgelegt werden. Drei bis vier Generationen sind in einem Jahr möglich, wobei jede Generation ihre Eier weiter oben in der Krone, auf noch unbefallenen Blättern ablegt. Die letzte Generation überwintert als Puppe im abgefallenen Laub am Boden.


Wie ist ein Befall zu erkennen?

Die Blätter weisen ab dem Frühsommer gelbliche bis bräunliche Flecken auf. Im Herbst geht der Befall dann in die gesamten Krone über.


Welche Schäden verursacht die Kastanienminiermotte?

Die weiß blühende Rosskastanie, Aesculus hippocastanum, ist von dem Schädling besonders betroffen. Andere Kastanienarten (rot oder gelb blühend) werden nur schwach oder gar nicht befallen. Die im Blattinneren minierenden winzigen Raupen fressen das nahrhafte Pflanzengewebe auf und zerstören so großflächig das Gewebe, mit dem im Blatt die Photosynthese durch geführt wird. Wenn die Zerstörungen zu groß werden, wirft der Baum die befallenen Blättern ab, die dann oft noch die Puppen in sich tragen.

Wenn nach zwei bis vier Generationen der Laubabwurf zu stark geworden ist, hilft sich der Baum durch einen neuen Austrieb, oft verbunden mit einer „Notblüte“ im Spätsommer. Die Zeit bis zum herbstlichen Laubfall ist dann zu kurz, um die Energie und  Nährstoffreserven wieder aufzufüllen, so dass die betroffenen Bäume geschwächt in die Winterruhe gehen, wegen der  verminderten Zuckerreserven frostanfälliger sind und auch für  weitere Infektionen anfälliger werden.


Flyer zur Aktion

Laubsammelaktion (4,552 MB)


Mitmachen!

Wer einen Beitrag zum ökologischen Gleichgewicht und zum Schutz der Kastanienbäume leisten möchte, ist eingeladen, sich an der Aktion „Motte in den Sack“ zu beteiligen.

• Laubsäcke und Infoflyer gibt es in den Rathäusern,
Ortsverwaltungen, Recyclinghöfen und in der Ökostation.

• Unterstützung, weitere Informationen, Meldung voller
Säcke und Entleihen von Rechen bei:
Freiburg packt an
Garten- und Tiefbauamt
Fehrenbachallee 12
79106 Freiburg

Tel: 0761 201-4712 / Fax: 0761 201-4699
Mail: fpa@stadt.freiburg.de