Das Museum für Neue Kunst stellt seine Sammlung in den Fokus und lädt ein zum Erinnern und Weiterdenken

Ein Museum wird durch seine Geschichte geprägt. Es erlebt gute und schlechte Zeiten. Der Blick in die Zukunft kann neugierig oder auch schwermütig sein – wie bei einem Menschen. Herzstück des Museums, Ort der Erinnerungen und Ausgangspunkt seiner Wandlungen ist die Sammlung. Mit der eigenen Sammlung und deren Weiterentwicklung beschäftigt sich das Museum für Neue Kunst ab Samstag, 14. Oktober, in der Ausstellung „In guten und in schlechten Zeiten. Wie was bleibt“. Die Schau läuft bis 8. April 2018.

Wie kann Kunst bleiben, altern, sich verändern? Wie kann das Museum Beziehungen zu Künstlerinnen und Künstlern, privaten und öffentlichen Partnern gestalten? Wie kann es die eigene Geschichte nutzen und anreichern? Mit diesen Fragen ist das Museum für Neue Kunst an fünf Künstlerinnen und Künstler herangetreten, die mit Werken in der Sammlung vertreten sind: Monika Baer, Chiharu Shiota, Katharina Grosse, Georg Winter und Svenja Kreh. Die Kuratorinnen Christine Litz und Elena Frickmann haben sie um Vorschläge gebeten, welche/r andere Künstler/in ein gelungenes Gegenüber für ihre Arbeit sein könnte. Herausgekommen sind spannende und ungewöhnliche Verbindungen, Dissonanzen und Kooperationen.

Monika Baer, hat passend zu ihrem Werk „Straße“ die Malerin Amelie von Wulffen hinzu geholt. Deren farbenprächtige Straßenszenerien in Öl verbinden Urbanes und Ländliches. Dass von Wulffen kein Fan schlichter weißer Räume ist, haben die Ausstellungsmacherinnen aufgegriffen: Die Besucherinnen und Besucher finden sich in der Atmosphäre eines Straßencafés wieder.

Wie kaum ein anderes Werk aus der Sammlung des Museums ist Chiharu Shiotas Installation „Waiting“ in der Erinnerung vieler Freiburgerinnen und Freiburger verankert. Mehr als zehn Jahre war es von 2001 bis 2012 im Museum für Neue Kunst in jeder Ausstellung präsent. Jetzt sind die verkohlten, mit einem Netz aus schwarzen Wollfäden umwobenen Stühle wieder aufgestellt. Fäden spielen auch in den Videos der von Shiota ausgesuchten Künstlerin Pilar Millán eine wichtige Rolle: Sie zeigt auf poetische Weise die Arbeit von Weberinnen, unter anderem in Mali und Spanien, und thematisiert deren Produktionsbedingungen.

Katharina Grosse erweitert mit ihren experimentellen Techniken den Begriff der Malerei und erschafft neue Raumerfahrungen. Der Akt der Produktion vor Ort ist für sie ebenso wichtig wie für die von ihr eingeladene Künstlerin Liza Dieckwisch. Diese hat eigens für die Ausstellung eine neue raumgreifende Arbeit aus pinkfarbenem Latex angefertigt.

Georg Winter verfolgt mit seinem „musée social“, das er 2012 für das Museum für Neue Kunst entwickelt hat, eine gesellschaftliche Utopie: ein Museum für alle, in dem man selbst aktiv werden kann. Um dieses Experiment zu konterkarieren, zu kommentieren und produktiv zu machen, hat er Frédéric Ehlers, Lila Rose, Martina Wegener sowie das Designlabel schwarabia import-export eingeladen. Ein temporäres Büro erweitert die Installation und bietet Raum für Neues.

Svenja Krehs „Porträt“ in Schwarz und Weiß, das 2001 in der „Außenstelle“ des Museums in Etaneno / Namibia entstand, sowie eine Auswahl jüngerer Arbeiten zeigen das breite Spektrum ihres Schaffens. Die Künstlerin hat sich eine ungewöhnliche Ergänzung gewünscht: Die New Yorker Lyrikern Cynthia Cruz, deren düster anmutende Verse durch den Ausstellungsraum klingen.

Die Ausstellung stellt drei Perspektiven in den Fokus: „Wie Kunst entsteht“, „Wer Kunst macht“ und „Wie Kunst bleibt“. Dabei wird auch deutlich, warum Objekte in die Sammlung gelangt sind und welche Ökonomien eine Rolle spielen. Archivmaterial in Bild- und Audioform in eigens dazu eingerichteten Räumen sowie ein Multimediaguide veranschaulichen das Thema.

Einen Überblick über alle begleitenden Führungen, Vorträge und Gespräche gibt es auf der Internetseite www.freiburg.de/museen. Der Buchungsservice informiert unter Tel. 0761 / 201-2501 oder per Mail an museumspaedagogik@stadt.freiburg.de über interaktive Programme für Schulen.

Das Museum für Neue Kunst, Marienstraße 10a, ist dienstags bis sonntags von 10 bis 17 Uhr geöffnet. Das Ticket für die Sonder- und Dauerausstellung gilt als Tageskarte für alle Häuser der Städtischen Museen Freiburg und kostet 7 Euro, ermäßigt 5 Euro. Unter 18 Jahren, für Mitglieder des Fördervereins Museum für Neue Kunst und mit Museums-Pass-Musées ist der Eintritt frei.

Ihre Ansprechpartnerin im Presse- und Öffentlichkeitsreferat:
Eva Amann, Telefon: 0761/201-1320
E-Mail: eva.amann@stadt.freiburg.de

Veröffentlicht am 12.10.2017
 
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