Stadtbahnverlängerung Zähringen

Bislang war das Freiburger Stadtbahnnetz 36,4 Kilometer lang. Mit dem 15. März 2014 ist diese Zahl hinfällig, denn an diesem Tag eröffnet die VAG die neue Stadtbahnlinie Zähringen, die das Streckennetz um 1,8 Kilometer bis Gundelfingen verlängert.

Damit wird Realität, was die Stadt und die Gemeinden der Region vor genau zehn Jahren vertraglich vereinbart haben. Die Stadtbahnverlängerung Zähringen verbessert die ÖPNV-Erschließung der nördlichen Stadtteile und die gesamte städtebauliche Situation am nördlichen Stadteingang. Das 24,5 Millionen Euro teure Projekt wurde zu 80 Prozent von Land und Bund bezuschusst, den Rest teilten sich die VAG, der ZRF und die Stadt Freiburg.


Das Projekt

Die Stadtbahnverlängerung Zähringen ist ein Teilstück des Großprojektes "Stadtbahn in die nördlichen Stadtteile und nach Gundelfingen".
Das integrierte regionale Nahverkehrskonzept Breisgau-S-Bahn 2005 des Zweckverbands Regio-Nahverkehr Freiburg (ZRF) soll den öffentlichen Nahverkehr stärken und so helfen, den Individualverkehr zu reduzieren. Die neue Strecke ist Teil dieses Konzepts und wird deswegen vordringlich behandelt.
Am 29.01.2004 unterzeichneteten der ZRF und die Stadt Freiburg der Planungsvertrag zur Stadtbahnverlängerung.

Das Garten- und Tiefbauamt übernahm die Planung des Stadtbahnprojektes und stellte es in Verbindung mit dem EU-Projekt "GenderAlp!". Dieses von der EU geförderte Projekt unterstützt Kommunen dabei, Gender Mainstreaming in der täglichen Arbeit umzusetzen. Freiburg wird in der Raumplanung der EU dem Alpenraum zugeordnet und konnte deshalb Fördermittel aus diesem Projekt-Topf beantragen.
Der Freiburger Projektbeitrag lautet: "Qualitätssicherung der Entwurfsplanung für die Stadtbahnverlängerung Zähringen unter Berücksichtigung von bedarfs- und gendergerechten Aspekten".

Die Verlängerung der Stadtbahn Zähringen beginnt an der jetzigen Endhaltestelle Reutebachgasse im Stadtteilzentrum von Zähringen und verläuft dann in der Zähringer Straße Richtung Norden sowie weiter entlang der Gundelfinger Straße. An der Gemarkungsgrenze endet der Planungs- und Bauabschnitt. An dieser Stelle soll ein P+R-Platz entstehen und ein komfortables Umsteigen von der Stadtbahn auf den Bus wird möglich.

In verschiedenen Bebauungsplänen/-entwürfen der Stadt Freiburg sowie der Gemeinde Gundelfingen ist die Stadtbahnverlängerung in ihren Grundzügen und ihrem Flächenbedarf berücksichtigt. Die Gemeinderäten Freiburg und Gundelfingen billigten im Sommer 2006 das Plankonzept. Ein Planfeststellungsverfahren sicherte das Projekt rechtlich, der Planfeststellungsbeschluss wurde schliesslich im April 2010 vom Regierungspräsidium erteilt.

Leitlinien für das Stadtbahnprojekt:

  • Verbesserung des ÖPNV
  • Stärkung des Stadtteilzentrums und Verbesserung der Wohnqualität

Gleichstellungspolitische Ziele:

  • Verschiedene Personengruppen nutzen den ÖPNV und den öffentlichen Raum unterschiedlich, deshalb sollten möglichst alle betroffenen Gruppen in die Planung einbezogen werden
  • Die Sicherheit im öffentlichen Raum sollte für Menschen in allen Lebenslagen verbessert werden.

Das Beteiligungsverfahren

Dank der inhaltlichen und finanziellen Verknüpfung mit dem EU-Projekt „GenderAlp!“ wurde erstmalig bei einer Stadtbahnplanung schon vor dem Planrechtsverfahren eine kooperative Beteiligung durchgeführt, die sich an den Prinzipien des Gender Mainstreaming orientierte.

Um herauszufinden, welche Bedürfnisse unterschiedliche Bevölkerungsgruppen von Zähringen im öffentlichen Raum und dem ÖPNV gendergerecht haben und um diese in der Planung berücksichtigen zu können, entwickelte die Stadtverwaltung ein frühzeitiges, umfassendes, kooperatives Beteiligungsverfahren.

Erfolgreicher Start war die Auftaktveranstaltung am 06.10.2005 im Bürgerhaus Zähringen, zu der ca. 100 Bürgerinnen und Bürger gekommen waren.  Sie wurden von der Arbeitsgruppe „GenderAlp!“ ausführlich über den vorgesehenen Beteiligungsprozess informiert und zur Mitarbeit motiviert. An vier charakteristischen Bereichen entlang der Trasse wurde der Planungsrahmen anhand von Planvarianten aufgezeigt.

In der Folge beteiligten sich ca. 80 Bürgerinnen und Bürger aus Zähringen an geführten spezifischen Stadtteilspaziergängen (Kinder, Jugendliche, Seniorinnen und Senioren, mobilitätseingeschränkte Personen sowie Frauen und Männer) und einem Arbeitsgespräch mit Geschäftsleuten. Einen großen Anteil an der zahlreichen Beteiligung hatte die engagierte Mitarbeit lokaler Multiplikatoren, wie der Leitung der Seniorenwohnanlage, der Kindertagesstätte Alban-Stolz, des AWO-Schulkindergartens, des Jugendzentrums Jatz, der Schulleitung und Elternvertretung der Emil-Gött-Schule sowie der Vorsitzenden des Zähringer Bürgervereins.

Im Anschluss an die einzelnen Veranstaltungen wurden vom Planungsteam alle Anregungen den Leitlinien des Projektes zugeordnet und deren Umsetzbarkeit anhand der Planvarianten geprüft.


Folgende Ergebnisse des Beteiligungsverfahrens beeinflussten die weitere Entwicklung einer Vorzugsvariante:

Im Stadtteilzentrum:

  • Verschiebung der Haltestelle Reutebachgasse Richtung Platz der Zähringer
  • Stadtbahn auf beidseitig besonderem Bahnkörper
  • Abwicklung des Radverkehrs auf der Fahrbahn

An der Güterbahnüberführung:

  • neues Brückenbauwerk für die Stadtbahn, den Fußgänger- und Radverkehr

An der Gemarkungsgrenze:

  • P+R  und Busanbindung wurde mehrheitlich begrüßt.

Weitere Anregungen, die keinen unmittelbaren Zusammenhang mit der Stadtbahnmaßnahme aufweisen, wurden aufgenommen und innerhalb der Stadtverwaltung zur Prüfung weitergeleitet.

Mit dem Ziel eines gegenseitigen Feedbacks traf sich am 24.04.2006 die Arbeitsgruppe „Stadtbahnverlängerung Zähringen“. Vertreterinnen und Vertreter aus den verschiedenen Gruppen, die sich in den spezifischen Veranstaltungen in die Planung eingebracht haben, nahmen daran teil. Die Verwaltung fasste den Beteiligungsprozess zusammen und stellte die Ergebnisse vor. Hauptpunkt hierbei war die Erläuterung der Vorzugsvariante, die ca. 80 % aller Anregungen umsetzen konnte.
Von den anwesenden Bürgerinnen und Bürgern erhielten die Planer  sowohl für die gewählte Vorgehensweise als auch für die inhaltliche Umsetzung der Anregungen große Zustimmung.

Mit einer Abschlussveranstaltung im Bürgerhaus Zähringen endete am 7.11.2006 die Beteiligung der Öffentlichkeit an der Planung der Stadtbahnverlängerung Zähringen.

Projektleiter Herrn Rösch und Herrn Fridrich vom Stadtplanungsamt erläuterten die vorliegende Entwurfsplanung und stellten sie zur Diskussion.

Die gut besuchte Veranstaltung untermauerte nochmals das große Interesse der Bürgerinnen und Bürger aus Zähringen an der Verlängerung der Stadtbahn. Sie erkannten die Chance, mit der Stadtbahn insbesondere das Stadtteilzentrum städtebaulich aufzuwerten und zu stärken.


Das Ergebnis

Mit einer Veranstaltung im Technischen Rathaus wurde am 26.09.2007 das GenderAlp!-Projekt abgeschlossen.

Das Projektteam zog ein letztes Mal Bilanz. Projektleiter Rösch und Stadtgestalter Fridrich gingen noch einmal auf die Schwerpunkte der Stadtbahnplanung ein.
Sie verwiesen auf die vom Projektteam erarbeiteten „Empfehlungen für Gender Mainstreaming in der technischen Stadtverwaltung Freiburg".

Dr. Haag, Amtsleiter des Garten und Tiefbauamtes,  bedankte sich bei allen, die sich während der vergangenen zwei Jahre aktiv am Projekt beteiligt hatten und somit zu dessen Erfolg beigetragen haben.

Diesen Erfolg im Hinblick auf eine gendergerechte Vorgehensweise im Projekt und auf eine Sensibilisierung der Mitwirkenden in Politik, Verwaltung und der Öffentlichkeit bestätigten auch die städtische Genderbeauftragte Frau Dr. Hösl-Kulike und Frau Krause, die als Expertin für gendergerechte Verkehrsplanung das Projekt begleitet hat.

In der abschließenden Diskussionsrunde richtete der Erste Bürgermeister Neideck seinen Dank an die Anwesenden und brachte seine Zufriedenheit mit dem Projektablauf und dessen Ergebnis zum Ausdruck.

Das Projektteam bedankt sich bei allen Bürgerinnen und Bürgern, die sich im Projekt engagiert haben!


Die Ergebnisse der umfangreichen Bürgerbeteiligung zur Stadtbahnverlängerung wurden zu großen Teilen in die Planung aufgenommen.

Eckpunkte der Planung:

  • Das Einkaufszentrum an der Gundelfinger Straße und ein großer Bereich des Industriegebietes Nord werden mit der Schiene erschlossen. Der südliche Bereich des Industriegebietes Gundelfingen liegt ebenfalls im künftigen Einzugsbereich der Stadtbahn.
  • Bau von drei neuen Haltestellen, in deren Einzugsbereich von 600 m ca. 2.500 Einwohner und ca. 6.000 Arbeitsplätze direkt durch die Stadtbahn erschlossen werden.
  • Ein Park+Ride-Parkplatz, der am Ende der Stadtbahn Abstellplätze für 350 Kfz und eine Bike+Ride-Anlage vorsieht.
  • Verknüpfung der Stadtbahn mit den Regional- und Stadtbussen am neuen Endpunkt.
  • Verlegung der Haltestelle Reutebachgasse in Richtung Platz der Zähringer, um für eine Belebung des Stadtteilzentrums zu sorgen. Insgesamt sind in der Planung auch mehr Fußgängerflächen enthalten, wovon hauptsächlich Ältere und Kinder profitieren.
  • Rad- und Fußverkehr sind auf Wunsch der Beteiligten eindeutiger voneinander getrennt.
  • Als wohl wichtigstes Ergebnis darf die Entscheidung der engagierten Zähringerinnen und Zähringer gelten, für die Querung unter der Güterbahnlinie ein separates Brückenbauwerk für Stadtbahn, den Fußgänger- und Radverkehr zu errichten.

Das Regierungspräsidium Freiburg  erteilte im April 2010 den Planfeststellungsbeschlusses, damit war auch die hoheitliche Planung für die Stadtbahnverlängerung Zähringen abgeschlossen.

Damit lagen alle Voraussetzungen vor, um mit der VAG – ähnlich wie bei der Stadtbahn Haslach oder der Stadtbahn Habsburgerstraße - eine Projektvereinbarung abzuschließen, die Ausführungsplanung, Bau und Finanzierung beinhaltet. Diese Vereinbarung dient als Basis für die weiteren Planungen und die bauliche Umsetzung der Stadtbahnverlängerung Zähringen und der Busumsteigeanlage .

Am 15.12.2010 wurde schließlich der Planungs-, Bau- und Finanzierungsvertrag für die Stadtbahnverlängerung Zähringen unterzeichnet.



Baukosten

Rund 24 Millionen Euro, zu 80 Prozent über Bundes- und Landeszuschüsse finanziert.


Im Projekt enthalten:
Umsteigeanlage zwischen Stadtbahn und Regional- und Stadtbuslinien an der künftigen Endhaltestelle.

Zusätzlich dazu:
Bau eines P+R-Platzes für rund 340 Fahrzeuge: Rund 1,5 Millionen Euro,von Land und Bund bezuschusst.

Der ZRF beteiligt sich insgesamt an der Investition mit rund 4,9 Millionen Euro für Planung und den Ausbau.


Zeitplan

Baubeginn:
Juli 2011

Voraussichtliche Inbetriebnahme:
2014


Betriebskosten

ca. 1 Mio Euro/Jahr
Rund 40 Prozent davon tragen die beiden Landkreise Breisgau-Hochschwarzwald und Emmendingen


Streckenverlauf


Visualisierungen


Während der gesamten Bauzeit wird der Autoverkehr stadtauswärts über die Isfahanallee und stadteinwärts über die Gundelfinger und die Zähringerstraße umgeleitet. In allen Bauabschnitten müssen zuerst Leitungen verlegt oder erneuert werden, danach können die eigentlichen Bauarbeiten mit der Schienenlegung und den Strassenumbauten beginnen.

Die Bauphasen im Überblick:


Bauphase 1

26. Juli 2011 bis Februar 2012

In der ersten Bauphase, die von August 2011 bis Februar 2012 dauert, werden im nördlichen Bereich die unterirdischen Arbeiten an Kanälen und Versorgungsleitungen erledigt. Die Omnibuslinien fahren bis Oktober 2011 unverändert über die Zähringer- und die Gundelfinger Straße. Von Oktober 2011 an bis zum Ende der Bauzeit führt die Route stadtauswärts über die Isfahanallee.


Bauphase 2

Februar 2012 bis Dezember 2012

In der zweiten Bauphase wird die Zähringerstraße beim „Platz der Zähringer“ ab Mai 2012 für rund sechs Monate gesperrt. die Busse stadteinwärts fahren dann über die Bernlappstraße, die Wildtalstraße und die Reutebachgasse zurück auf die Zähringerstraße.

Zwischen der Gemarkungsgrenze Gundelfingen und der Güterbahnbrücke werden entlang der Gundelfinger Straße Gleise gebaut und Straßenarbeiten durchgeführt. von der Abzweigung zur Isfahanallee bis ungefähr zur Höhe der Berggasse werden Leitungen verlegt.

Zusätzlich dazu wird es drei gesonderte Baustellen geben:

  • Von Februar 2012 bis Juni 2013 wird die neue Eisenbahnunterführung Höhe Berggasse gebaut.
  • Von Februar bis Mai 2012 wird ein Steg gebaut, der den Anschluss an das Einkaufszentrum herstellt.
  • Von Mai bis Dezember 2012 wird die Brücke über den Dorfbach am Platz der Zähringer saniert und verbreitert.

Bauphase 3

Januar 2013- April 2014

In der letzten Bauphase werden im südlichen Bauabschnitt, also von der Abzweigung Isfahanallee bis zur Berggasse, die Gleise verlegt und die Straßenarbeiten durchgeführt. Die Gundelfinger Straße kann in dieser Phase zwischen der Hans-Bunte-Straße und der Bahnbrücke wieder in beide Richtungen befahren werden.


Kontakt

Garten- und Tiefbauamt
Berliner Allee 1
79114 Freiburg

Projektleitung:
Herr Peter Schley
Tel. 0761 / 201 - 4531
peter.schley@
stadt.freiburg.de


Freiburger Verkehrs AG
Projektleiter
Peter Hahn
Tel. 0761 / 4511-232
peter.hahn@vagfr.de

Freiburger Verkehrs AG
Verkehrsplanung
Oliver Benz
Tel. 0761 / 4511-300
oliver.benz@vagfr.de


Informationen und Materialien

Plankonzept

Gender Mainstreaming in der Verkehrsplanung


Informationen und Materialien

Bauphasen Info

Bauphase 1 (1,624 MB)

Bauphase 2 (1,639 MB)

Bauphase 3 (1,625 MB)