Freiburger Neubau-Standards

Energetische Anforderungen

Neubauten sollen in Freiburg noch deutlich energieeffizienter werden, als es die bundesweit geltende Energieeinsparverordnung (EnEV) 2014 verlangt. Die Stadtverwaltung machte diesen Schritt nach guten Erfahrungen mit der Niedrigenergiebauweise, besonders in den Stadtteilen Rieselfeld und Vauban. Es zeigte sich, dass die bereits 1992 eingeführte, im Jahr 2005 fortgeschriebene Niedrigenergiehausbauweise (NEH-Standard 2005) und ab 2009 das Freiburger Effizienzhaus 60 bzw. 40 der richtige Weg in Freiburg war.

Die aktuell geltenden energetischen Gebäudestandards werden für Neubauten, die ganz oder in Teilen dem Wohnen oder einer büroähnlichen Nutzung dienen, im städtebaulichen Vertrag verbindlich vereinbart.

Bei Gebäuden mit Wohnungen und Büro- oder büroähnlichen Nutzungen richtet sich der anzuwendende Standard jeweils nach der flächenmäßig überwiegenden Nutzung. Für flächenmäßig untergeordnete sonstige Nutzungen (z.B. Einzelhandel im EG) kann ab einem Flächenanteil von 10 % ein getrennter Energieausweis angefertigt werden.

Zur Gewährleistung einer einheitlichen Fassadengestaltung wird für die Gebäudehülle (Dämmung) bei gemischt genutzten Gebäuden mit Wohnen und Büro- oder büroähnlichen Nutzungen immer der jeweils höchste Energiestandard gefordert.

Bei größeren Bauvorhaben ist ein Energiekonzept vorzulegen, das verschiedene Varianten zur Energieversorgung untersucht. Die Variante mit den niedrigsten CO2-Emissionen ist umzusetzen, sofern sie max. 10 % teurer als die definierte Basisvariante ist. Dabei ist generell auch ein Anschluss an vorhandene Wärmenetze bzw. Versorgungsanlagen bzw. eine in Verbindung mit dem umliegenden Gebäudebestand gemeinschaftliche Lösung zu prüfen.

Freiburger Effizienzhaus-Standard 55 (neue Wohngebäude)

Dieser Standard wird festgelegt in städtebaulichen Verträgen für Wohnbaugrundstücke in neuen Bebauungsplänen (Offenlagebeschluss nach dem 30. September 2011) und in Kaufverträgen für städtische Wohnbaugrundstücke, die nach dem 30.09.2011 geschlossen werden.

Die bisher geltenden Freiburger Effizienzhausstandards 40 und 60 werden zum neuen Freiburger Effizienzhausstandard 55 zusammengeführt. Das Fr-EH 55 entspricht einem KfW-Effizienzhaus 55 (EnEV2014) mit einer nachgewiesenen Luftdichtigkeit n50 ≤ 0,60/h und einer kontrollierten Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung (Effizienz > 75%). Der Primärenergiebedarf von 55 % und der spezifische Transmissionswärmeverlust von 70 % der jeweiligen Anforderungswerte nach EnEV2014 dürfen nicht überschritten werden.

Der energiesparende Neubau in Freiburg hat Tradition. In der Datenbank der Deutschen Energieagentur finden Sie ausführlich dokumentierte Freiburger Effizienzhäuser ab dem Baujahr 1998.

Freiburger Effizienzhaus-Standard 70 (neue Büro- und Dienstleistungsgebäude)

Für Gewerbegebäude mit überwiegender Büro- und büroähnlicher Nutzung gilt der Standard Fr-EH 70 (Büro). Er geht um 30 % über die von der EnEV2014 vorgegebenen Mindestanforderung hinaus. Der Standard wird festgelegt in den städtebaulichen Verträgen zu den Bebauungsplänen, die nach dem 30.09.2011 zur Offenlage beschlossen wurden.

Die genauen Bestimmungen für die Wohn- bzw. Bürogebäude oder mit büroähnlicher Nutzung werden in den Kauf- bzw. städtebaulichen Verträgen geregelt.

Antragsunterlagen und Info-Dokumente

Kontakt

Umweltschutzamt Freiburg
Fehrenbachallee 12
79106 Freiburg
Robert Voggesberger
0761/ 201-6142
robert.voggesberger
@stadt.freiburg.de


Aktuell

Kostenrelevanz energetischer Standards im geförderten Wohnungsbau, Drucksache Juli 2017
Zum PDF im Ratsinfosystem

Bericht über die energetischen Standards im geförderten Wohnungsbau, Juli 2017
PDF herunterladen (1,909 MB)

Studie zu Kosten von energetischen Standards, April 2016
PDF herunterladen (1,477 MB)

Kostenrelevanz energetischer Standards im Wohnungsbau, Drucksache April 2016
Zum PDF im Ratsinfosystem


Information

Präsentation: Neue energetische Baustandards - Freiburger Effizienzhausstandards 55 und 70 (Büro)
Als PDF herunterladen (1,652 MB)