Nachhaltigkeitsprozess in Freiburg

Charta von Aalborg und Agenda 21

Nachhaltigkeitsentwicklung hat in Freiburg eine lange Tradition und nimmt ihren Anfang bereits in den 70er Jahren mit den Protestbewegungen der Antiatomkraftbewegung in Wyhl und zahlreichen zivilgesellschaftlichen Initiativen im Zusammenhang mit dem Lokale Agenda 21-Prozess Anfang der 90er Jahre.

Bereits 1996 unterzeichnete der Gemeinderat der Stadt Freiburg die Charta von Aalborg. Mit diesem Schritt verpflichtete er sich zur Entwicklung eines lokalen Handlungsprogramms. Gemeinsam mit der Zivilgesellschaft, mit den Bürgerinnen und Bürgern der Stadt Freiburg soll eine nachhaltige Entwicklung der Stadt erreicht werden. Im Jahr 1997 wird das Freiburger Forum 21 als zentrales Gremium des Agenda 21-Prozesses gegründet.

Wiederum in Aalborg trafen sich im Jahr 2004 Vertreterinnen und Vertreter von mehr als 1.000 Kommunen, um die Ziele der Charta zu bekräftigen. Das Abschlussdokument dieser Konferenz - die Aalborg Commitments - enthält zehn Themenbereiche, die zu einer nachhaltigen Entwicklung beitragen. (Aalborg Commitements (158,3 KB))

Im Dezember 2006 unterzeichnete Oberbürgermeister Dr. Dieter Salomon die Aalborg Commitments.

Freiburger Nachhaltigkeitsrat

Zur Beratung des Gemeinderates und der Stadtverwaltung wurde im Jahr 2008 der „Freiburger Nachhaltigkeitsrat“ gegründet. In diesem Gremium arbeiten verschiedene Nachhaltigkeitsakteure zu den unterschiedlichen Themengebieten zusammen: Fachexperten, Mitglieder des Gemeinderats und der Stadtverwaltung und Vertreterinnen und Vertreter der Bürgerschaft.

Das fachliche Engagement der städtischen Ämter und Dienststellen hat zudem dazu geführt, dass sich die Stadt Freiburg ein ausgeprägtes Profil und einen hervorragenden Ruf als nachhaltige Stadt, als Green City, erarbeitet hat.

Freiburger Nachhaltigkeitsziele

Die ursprünglich zehn Politikfelder der Aalborg Commitments wurden im Freiburger Zielfestlegungsprozess noch um zwei weitere zentrale Bereiche ergänzt: Bildung und Kultur. Den nun zwölf übergeordneten Nachhaltigkeitszielen wurden jeweils fünf Teilziele zugeordnet, die vom Nachhaltigkeitsrat erarbeitet worden sind. Somit beschloss der Gemeinderat im Juli 2009 insgesamt 60 Ziele, die in den kommenden Jahren in Form konkreter Maßnahmen und Projekte umgesetzt werden sollen.

Stabstelle Nachhaltigkeitsmanagement

Um eine aktuelle Übersicht über die durchgeführten und bereits geplanten städtischen Nachhaltigkeitsaktivitäten zu gewinnen, wurde von der Stabstelle im Zusammenwirken mit den Dienststellen, Ämtern, Eigenbetrieben und Gesellschaften eine aktuelle Bestandsaufnahme städtischer Aktivitäten aus den letzten beiden Doppelhaushaltsperioden 2009–2012 erstellt. Hieraus abgeleitete Auswertungen sind in einem Statusbericht dokumentiert. Der Bericht stellt erstmals eine gesamtstädtische Übersicht kommunaler Nachhaltigkeitsaktivitäten in den vom Gemeinderat verabschiedeten Nachhaltigkeitszielen dar und ist Grundlage für die weitere Umsetzungskonkretisierung der Ziele sowie den Aufbau des zu entwickelnden Evaluationssystems.