Rückblick

Das war 2017

Die letzten Tage eines Jahres sind ein willkommener Anlass, die vergangenen zwölf Monate Revue passieren zu lassen. Ein neues Rathaus, Pläne für das neue Stadion und ein neu gestalteter Platz in der Innenstadt - das sind nur einige der Themen, die zeigen: In Freiburg bewegt sich was.

Das 2017 in Betrieb genommene Rathaus im Stühlinger ist nicht nur ein Blickfang, sondern auch ein Statement für den Klimaschutz: Das Plusenergiehaus erzeugt mehr Energie über regenerative Quellen als es für Heizen, Kühlen, Lüften und Beleuchten benötigt.

Besonders sichtbar wird das beim jährlichen Freiburg-Marathon, der ab dem kommenden Jahr von der FWTM organisiert wird. Die Freiburgerinnen und Freiburger bewegen sich aber nicht nur bei sportlichen Großereignissen, sondern auch im Alltag – und das vor allem mit eigener Muskelkraft: Laut neuesten Zahlen werden stolze 34 Prozent der innerstädtischen Wege mit dem Rad zurückgelegt und weitere 29 Prozent zu Fuß. Das ist eine enorme Zunahme gegenüber früheren Erhebungen und damit auch eine schöne Bestätigung des städtischen Radverkehrskonzepts mit dem über 400 Kilometer langen Radwegenetz.

Viel Bewegung kam aber auch in die Stadtverwaltung: Das lag vor allem am Umzug ins neue Rathaus im Stühlinger, wo fortan 840 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ihren Arbeitsplatz haben – und wo das neue Bürgerservicezentrum seit Ende November die Bürgerinnen und Bürger in schönen, hellen Räumlichkeiten empfängt. Richtung Westen hat sich aber nicht nur ein Teil der Verwaltung bewegt, auch die Innenstadt ist fühlbar nach Westen gerückt: Mit dem neuen Platz der Alten Synagoge zwischen Universität und Stadttheater ist eine „neue Mitte“ entstanden, die sich in kürzester Zeit zu einem vielgenutzten Freizeitraum, beliebten Treffpunkt und Touristenmagneten entwickelt hat. Über den richtigen Umgang mit dem Brunnen, dessen Umrisse an die 1938 in der NS-Zeit zerstörten Synagoge erinnern, wurde intensiv und auch kontrovers diskutiert. Mittlerweile weisen zwei Stelen unmissverständlich auf die historische Bedeutung des Ortes hin.

Lesen hilft: Weil offenbar vielen Besucherinnen und Besuchern nicht bewusst war, warum der Platz der Alten Synagoge so heißt, wurden Hinweistafeln am Gedenkbrunnen angebracht.

Während manche Baustellen wie die am Rotteckring den Jahreswechsel überdauern, können zumindest Fußgänger und Radfahrende die neue Kronenbrücke bereits nutzen, und die Baustelle auf der Kajo ist ganz verschwunden. Damit haben die Straßenbahnen wieder freie Fahrt – und für alle Passanten beim Einkaufsbummel gibt es erstmals freie Sicht auf das Siegesdenkmal, über dessen Aufstellung es ebenfalls hitzige Diskussionen im Gemeinderat und in der Stadtgesellschaft gab. Auch der umgebende Platz, der noch namenlos ist, nimmt Formen an. Er wird schon bald eine Aufenthaltsqualität bieten, die man sich auf der früheren, stark befahrenen Straßenkreuzung niemals hätte vorstellen können. Große Veränderungen gab es auch auf dem Hügel des Stadttheaters. Seit Herbst bespielt ein neuer Intendant mit seiner Truppe voller Elan die städtischen Bühnen.

Das Jahr 2017 im Überblick:

Januar

Investor steigt aus: Nach jahrelanger Planung zieht die Treubau AG beim Sanierungsverfahren „Stolberger Zink“ die Reißleine. Bis auf weiteres wird die Verwaltung das Bebauungsplanverfahren nicht weiterverfolgen.

Appell für Demokratie: In seiner Ansprache beim Neujahrsempfang im Konzerthaus ruft Oberbürgermeister Dieter Salomon dazu auf, in Zeiten von Fake-News und aufkeimendem Rechtspopulismus für die Demokratie einzutreten. Bei 1300 Gästen findet er offene Ohren.

Spät, aber sch(n)ee: Lange mussten die Wintersportfans auf ihn warten, Anfang Januar kommt er dann doch noch: Der Winter. In den Höhenlagen rund um Freiburg herrschen beste Skibedingungen.

Mitreden beim Haushalt: Einmal mehr sind die Bürgerinnen und Bürger aufgerufen, ihre Meinung beim Beteiligungshaushalt einzubringen. Rund 5000 nutzen diese Möglichkeit und machen dabei über 400 Vorschläge im Online-Forum.

Dach überm Kopf: Für Obdachlose mietet die Stadt das ehemalige ADAC-Gebäude in der Haslacher Straße an. Bis Ende März kommen hier bis zu 40 wohnungslose Menschen unter.

Hut im Ring: Oberbürgermeister Dieter Salomon kündigt an, für eine weitere Amtszeit zu kandidieren. Er steht seit 2002 an der Spitze der Stadtverwaltung.

Fete zum Fünfzigsten: Im Oktober 1966 wurde das Haus der Jugend in der Uhlandstraße eröffnet. Zum runden Geburtstag gibt‘s ein großes Fest – und fast gleichzeitig startet die Generalsanierung des architektonisch wertvollen Gebäudes, an dem der Zahn der Zeit sichtbar nagt.


Die Autos waren andere, das Haus ist geblieben - und wird saniert (Foto: Willy Pragher / Landesarchiv Baden-Württemberg)

Februar

Mittendrin statt nur dabei: Bei der Woche der Inklusion zeigt sich in 90 Veranstaltungen, wo und wie in Freiburg Inklusion gelebt wird – und was sich noch verbessern muss, damit wirklich alle  gleichberechtigt am Leben teilhaben können.

Ein Drittel fährt Rad: Die Untersuchung zur Verkehrsmittelwahl bestätigt, was im Prinzip auch mit bloßem Auge zu sehen ist: Das Fahrrad ist in Freiburg für alle Wege innerhalb der Stadt das beliebteste Fortbewegungsmittel.

Rundling mit Verspätung: Das neue Rathaus im Stühlinger ist zwar weit fortgeschritten, aber eben noch nicht fertig. Der Einzug des Bürgerservicezentrums im Erdgeschoss verschiebt sich auf Herbst.

One billion rising: Weltweit setzen Frauen am 14. Februar ein Zeichen gegen bestehende Ungerechtigkeiten. Auf dem Rathausplatz tanzen 200 Freiburgerinnen mit.

Studis im Bürgeramt: Der Gemeinderat gibt grünes Licht für den Verkauf des Gebäudes Basler Straße 2. Künftig wird hier das Studierendenwerk sein Domizil beziehen, sobald Bürgeramt und Amt für öffentliche Ordnung in den Stühlinger ziehen.


März

Denkfabrik Chancengleichheit: Im Rahmen des Programms zum Weltfrauentag veranstaltet die Freiburger Frauenbeauftragte Simone Thomas einen Kongress zum Themenkomplex  geschlechtsspezifische Gewalt. Die Veranstaltung im Konzerthaus ist mehr als gut besucht.

Subjektiv und objektiv: Stadt und Land beschließen die Partnerschaft „Sicherer Alltag“. Durch mehr Polizei und Ordnungskräfte auf den Straßen soll sich das angeknackste Sicherheitsgefühl der Bevölkerung verbessern – und die objektiv messbare Sicherheit natürlich auch.

Arbeit im Quartier: Der Gemeinderat beschließt mit knapper Mehrheit, die Trägerschaft für die Quartiersarbeit komplett neu auszuschreiben. Anders als von der Verwaltung vorgeschlagen, soll sie aber in der Hand freier Träger bleiben – eine Kommunalisierung lehnt der Rat ab.

327-facher Änderungsbedarf: Die Fraktionen im Gemeinderat wollen Korrekturen am Haushaltsentwurf der Verwaltung vornehmen und stellen über 300 Änderungsanträge. Nur die CDU verzichtet darauf.

Rien ne va plus: Weil Gleise und Kanäle marode sind, muss der Stadtbahnverkehr in der nördlichen Kaiser-Joseph-Straße neun Monate ruhen. In dieser Zeit wird auch der Platz, den bislang alle  Siegesdenkmal nennen, komplett umgebaut.


Bild mit Verfallsdatum: Ab 6. März fahren in der südlichen Kaiser-Joseph-Straße neun Monate lang keine Stadtbahnen mehr. Und die Kurve um den ehemaligen Standort des Fischbrunnens verschwindet sogar ganz. (Foto: A. J. Schmidt)

April

Service unter einem Dach: Das neue Amt für Migration und Integration bezieht sein neues Domizil in der Berliner Allee. Erstmals finden sich damit alle städtischen Dienstleistungen für Ausländer, Geflüchtete und Menschen mit Migrationshintergrund unter einem Dach.

Sonnenbad im Osten: Das Thermometer klettert erstmals über die 20-Grad-Marke – und schon öffnet das Strandbad seine Pforten. Erst im Oktober endet die Saison, die mit 400 000 Gästen in allen drei städtischen Freibädern als ordentlich zu bezeichnen ist.

Ungebrochener Bauboom: Der Immobilienmarktbericht weist für 2016 einen Rekordumsatz aus. Insgesamt wechselten Häuser, Wohnungen und Grundstücke im Wert von 1,2 Milliarden Euro die  Besitzer.

Dreimal mehr: Das Quartier Im Metzgergrün ist besonders schön, leider aber stark sanierungsbedürftig. Die Freiburger Stadtbau stellt ein Konzept vor, das die sozialen Strukturen erhalten, zugleich aber dreimal mehr Wohnraum schaffen soll.

Dem Denken mehr Raum: In Haslach wird der Grundstein für die Erweiterung der Pestalozzi-Schulen gelegt. Der dreigeschossige Anbau soll in einem Jahr fertig sein und wird rund 8 Millionen Euro kosten.

Noch mehr Glasfaser: Sich drehende Sanduhren beim Surfen sollen der Vergangenheit angehören. Die Telekom beginnt mit dem Ausbau schneller Internetanschlüsse in zahlreichen Freiburger Stadtteilen.

Ideen für Dietenbach: Mit der europaweiten Ausschreibung des städtebaulichen Wettbewerbs nimmt der neue Stadtteil Dietenbach eine wichtige Hürde. Für die Vermarktung holt sich die Stadt die Sparkasse mit ins Boot – die bietet Eigentümern 65 Euro je Quadratmeter und stößt damit auf großes Interesse.


Auf den Äckern der Dietenbachniederung ruhen die Hoffnungen auf neue Wohnungsbauflächen.
Auf den Äckern der Dietenbachniederung ruhen die Hoffnungen auf neue Wohnungsbauflächen. Auf rund einem Quadratkilometer Acker- und Wiesenland diesseits und jenseits desDietenbachs könnten 12.500 Menschen eine neue Bleibe finden. (Foto: A. J. Schmidt)

Mai

1,9 Milliarden: Mit großer Mehrheit beschließt der Gemeinderat  den Doppelhaushalt mit neuem Rekordvolumen. Trotz einer  Erhöhung der Gewerbesteuer um 10 Hebesatzpunkte sind neue  Schulden von 74 Millionen Euro geplant. Zum Jahresende  zeichnet sich ab, dass dank guter Einnahmen deutlich weniger  Geld aufgenommen werden muss.

Zwerge im Rundling: Die ersten 37 Nutzerinnen und Nutzer  ziehen ins neue Rathaus – allerdings nur in die neue Kita. Ab  Herbst toben hier 95 Kinder durch den zweigeschossigen  Holzbau, dessen Entwurf ebenfalls von Architekt Christoph  Ingenhoven stammt.

Geschichten von Menschen: Der neue Theaterintendant Peter  Carp stellt sein Leitungsteam vor – und sein Credo: „Menschen  gehen ins Theater, weil sie Geschichten von Menschen sehen  wollen.“ Ab Oktober kann sich das Publikum ein Bild davon  machen, was er damit meint.

Deckel fürs Stadtjubiläum: Maximal drei Millionen Euro sollen nach dem Willen des Gemeinderats die Feierlichkeiten zum 900. Stadtgeburtstag kosten. Das Konzept der designierten Kuratorin  Barbara Mundel ist damit vom Tisch.

Meilenstein fürs Stadion: Deutlich über eintausend Seiten  haben die Vorlagen zur Offenlage der Bebauungspläne zum  neuen Stadion. Im Gemeinderat gab‘s dafür breite Mehrheiten.  Der Satzungsbeschluss ist fürs Frühjahr 2018 geplant.

Unten durch statt oben rum: Auf der Radvorrangroute (FR 2)  entlang der Güterbahn geht mit der Unterführung der Breisacher Straße ein weiteres Teilstück in Betrieb. Die Planungen für den  nördlich angrenzenden Streckenabschnitt laufen bereits, sind  aber sehr zeitaufwendig.


Rad-Vorrangroute FR 2

Juni

Neuer Vermieter: Die Stadtbau will für 25,5 Millionen Euro 223 sanierungsbedürftige Wohnungen der Landesbank in Hochdorf und Munzingen übernehmen. Für die Mieterinnen und Mieter ändert sich dadurch nichts.

Wurst statt Quark: Eigentlich hatte die Marktkommission vor, einen Imbissstand auf dem Münstermarkt für Obst-, Käse- und Quarkprodukte zu etablieren. Doch mangels Bewerbungen kommt nun im Nachrückverfahren ein Klassiker zum Zug: die lange Rote.

Stechbiest im Visier: Wahrscheinlich als blinder Passagier in Lastwagen ist die asiatische Tigermücke nach Freiburg gekommen. Vor allem in Kleingartenanlagen findet sie ideale Brutstätten. Weil sie gefährliche Krankheiten übertragen kann, sagt ihr die Stadtverwaltung den Kampf an.


Juli

Rundlauf mit Tradition: Im Seeparkstadion steigt eine weitere Auflage des 24-Stunden-Laufs für Kinderrechte. Trotz biestigem Wetter sind die 38 Teams 24 723 Runden auf der Bahn und erlaufen über 36 000 Euro für den guten Zweck.

Große Sause zum Jubiläum: Seit 40 Jahren gibt es die Aktion Freiburger Ferienpass. Zum runden Geburtstag gibt es ein paar Spezialangebote, die alle eines im Schilde führen: keine Langeweile in den Sommerferien!

Ämter im Rundling: Das Rathaus im Stühlinger ist zwar immer noch nicht ganz fertig, aber in den Obergeschossen startet der Betrieb. An nur einem Wochenende bringen 60 Helferinnen und Helfer rund 6000 Umzugskisten von 600 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.

Fluch und Segen: Weil die Geburtenzahlen Jahr für Jahr neue Rekorde schreiben, verfehlt die Stadt ihre anvisierte Betreuungsquote. Trotz massiven Ausbaus gibt es aktuell nur für 43 Prozent der Unter-Dreijährigen einen Kitaplatz.

Spatenstich im Schildacker: Bis 2021 baut die Freiburger Stadtbau in Haslach 300 neue Mietwohnungen. Sie ersetzen die nach dem Krieg mit einfachsten Mitteln errichteten  „ECA“-Gebäude. Auf derselben Fläche kommen fast dreimal so viele Wohnungen unter.

Bestechende Idee: Mitten durch das Gewann Eschholz schlängelt sich die völlig überdimensionierte Sundgauallee. Wenn man sie verlegen würde, wäre im westlichen Stühlinger richtig viel Platz für eine richtig gute Bebauung, so die von Baubürgermeister Haag präsentierte Idee.


Der Blick von oben zeigt: Die Sundgauallee trennt zwei Gebiete (Video: F. Große/A.J. Schmidt)​

August

Zwei Euro mehr: Die Regiokarte bleibt zwar im nationalen Vergleich ein äußerst günstiges Angebot, doch die jüngste Erhöhung auf 57,50 Euro stößt im Gemeinderat auf Kritik.

Einweihung mit Diskussionen: Drei Monate früher als geplant ist der Platz der Alten Synagoge fertig. Besonders um den Brunnen, der den Grundriss der 1938 zerstörten Synagoge nachbildet, gibt es große Diskussionen. Seine Nutzung als Planschbecken finden viele unwürdig.

Mehr denn je: Die Freiburger Verkehrs AG zieht Bilanz – und präsentiert einen neuen Rekord. Knapp 79 Millionen Fahrgäste nutzten 2016 Busse und Bahnen der VAG. Gestiegen ist allerdings auch das Defizit: Wegen hoher Investitionen fehlten am Ende des Jahres 18 Millionen Euro.

Unwetter über Freiburg: Mit Windgeschwindigkeiten bis zu 100 Stundenkilometer fegt ein Sturm über Freiburg hinweg. Binnen kürzester Zeit verwandelt sich insbesondere die Innenstadt in ein Schlachtfeld. Rund 40 Bäume stürzen um oder werden unrettbar geschädigt.

Rote Wand: Der Siegerentwurf für das neue Stadion steht fest. Die Köster GmbH aus Osnabrück soll die Spielstätte des SC Freiburg bauen. Highlight des Entwurfs ist die Stehtribüne auf der Südseite, auf der rund 10 000 Fans wie eine rote Wand hinter der Mannschaft stehen sollen.

Das geplante neue Stadion am Wolfswinkel aus der Vogelperspektive (Visualisierung: HPP/ WillMore)

September

Blickrichtung Süden: Nach teils emotionaler Debatte entscheidet der Gemeinderat, das Siegesdenkmal wieder so aufzustellen, wie es ursprünglich der Fall war: vor der Karlskaserne, mit Blickrichtung nach Süden, in die Kaiser-Joseph-Straße hinein.

Trotz Verlusten vorn: Bei der Bundestagswahl ist auch in Freiburg der Wahlsieger ein Verlierer. Die CDU bleibt zwar stärkste Kraft und holt erneut das Direktmandat, büßt aber über sechs  Prozentpunkte ein. Die höchsten Zuwächse verzeichnen Linke, FDP und AfD.

Eiche statt Esche: Das Forstamt zeigt dem Gemeinderat, wie dramatisch sich das Eschentriebsterben auswirkt. Ein aggresiver Pilz, das weiße Stengelbecherchen, wird rund 25 Prozent des Mooswaldbestandes vernichten. Unter anderem soll die Stieleiche die Esche  ersetzen.

Richtfest fürs Hauptquartier: Erstmals ziehen alle Abteilungen der FWTM unter ein Dach. Dazu baut die für Wirtschaftsförderung, Touristik und Messen zuständige Stadttochter am Messplatz ein neues Gebäude mit auffällig spitzer Architektur.

Stahl statt Holz: Über zwei Jahre war der Schlossbergturm geschlossen. Der Grund: Pilze und andere Schädlinge hatten die sechs Douglasienstämme zerfressen. Jetzt geht die Stadt auf Nummer sicher und setzt bei den neuen Stützen auf Stahl. Prognostizierte Lebensdauer: 170 Jahre.



Oktober

Klimaschutz durch Holz: Der Gemeinderat schreibt das Klimaschutzkonzept fort und entdeckt dabei seine Liebe zum Holz. Weil das große Mengen CO2 bindet und zugleich energiefressende Baustoffe ersetzt, soll sein Anteil deutlich steigen.

Obdach im Container: Um die chronisch überbelegte Notübernachtung im Zentrum für wohnungslose Menschen (OASE) zu entlasten, eröffnet die Stadtverwaltung in der  Heuweilerstraße in Zähringen eine neue Unterkunft. Das Containergebäude bietet Platz für 27 Menschen.

Ist Luisa hier? Eine simple Frage soll helfen, um Frauen in Diskotheken vor sexuellen Übergriffen zu schützen. Viele Clubs machen mit und tragen dazu bei, dass Frauen ausgehen können, ohne bedrängt oder belästigt zu werden.

Alles kursiv: Eine Panne im Druckhaus sorgt dafür, dass die Amtsblatt- Ausgabe 705 als Kuriosität in die Geschichte eingehen wird: Ausnahmslos alle Artikel werden in kursiver Fettschrift gedruckt. Wem es nicht vorher klar war, der weiß es jetzt: Das ist sehr schlecht zu lesen.

Bahnen auf Konsolidierungskurs: Die VAG muss den hohen Investitionen der letzten Jahre Tribut zollen. Um das Defizit nicht weiter ansteigen zu lassen, sollen zunächst keine neuen Projekte begonnen werden. Außerdem hofft die Stadt auf mehr Unterstützung von Bund und Land.

Literatur im Gespräch: Die Eröffnung des Literaturhauses in der Alten Uni bedeutet für das Freiburger Literaturgespräch nach 30 Jahren einen doppelten Abschied: Aus dem Ratssaal zieht es ins neue Haus, und die Organsiation geht vom Kulturamt an das neue Literaturhaus-Team über.

Vollzug im Dienst: An ihren blauen Uniformen kann man die zehn Männer erkennen, die jetzt als städtischer Vollzugsdienst vor allem in der Innenstadt unterwegs sind. Ihr Job: Für Sicherheit sorgen und der Bevölkerung ein gutes Gefühl vermitteln.


Zwei Angestellte des kommunalen Vollzugsdienstes in Uniform vor der Gerichtslaube, einem Gebäude in der Innenstadt.
Der neue kommunale Vollzugsdienst soll die Sicherheit in den Straßen Freiburgs verbessern. (Foto: A. J. Schmidt)

November

Passagenbetrieb in Eigenregie: Das Theater Freiburg öffnet die Passage 46 wieder – und stellt sich jetzt selbst hinter den Tresen. Das neue Konzept sieht vor, die frühere Jackson-Pollock-Bar zu einer Art Künstlercafé zu machen, mit Diskussionen, Konzerten, Lesungen und Shows.

Bauen mit Augenmaß: Für viele überraschend rückt Oberbürgermeister Dieter Salomon von der Bebauung einer Mooswald-Fläche ab. Der Grund: Wegen des sich abzeichnenden großen Widerstands in der Bevölkerung hält er die Pläne politisch nicht für durchsetzbar.

Neue Heimat: Um die Integration von Geflüchteten zu verbessern, beschließt der Gemeinderat ein umfassendes Integrationsmanagement – zunächst befristet auf zwei Jahre. Der Gemeinderat ist sich aber sicher, dass es auch danach weitergehen muss.

Zufriedene Freiburger: Anders als manches Stimmungsbild in sozialen Medien sind die Ergebnisse der Bürgerumfrage der städtischen Statistiker repräsentativ. Sie zeigen, dass die Menschen sehr gerne in der Dreisamstadt leben.

Service unter der Kuppel: Seit November läuft der Betrieb im Bürgerservicezentrum im Rathaus
im Stühlinger. Die Wartezeiten sollen nicht nur kürzer, sondern auf jeden Fall angenehmer sein.


Ganz schön gelb: „Limon“ heißt das Kunstwerk von Schirin Kretschmann, das 4 Meter hoch und 47 Meter lang die Wand im neuen Bürgerservicezentrum schmückt. (Foto: M. Doradzillo)

Dezember

Ein MP zum Anfassen: Ministerpräsident Winfried Kretschmann kommt zum „Stadtkreisbesuch“ nach Freiburg und schaut sich an, wo und wie sich Freiburg entwickelt. Besonders beeindruckt ist er von der Jugendbeteiligung, die ihm der 8er-Rat des Jugendbüros präsentiert.

Neue Namen: Der Gemeinderat beschließt die Umbenennung der ersten drei Straßen. Der Rassenideologe Johann Alexander Ecker, der Hexenverbrenner Johann Jacob Renner und der Nazi-Arzt Ludwig Heilmeyer werden künftig nicht mehr auf Straßenschildern geehrt.

Sichtbare Synergie: Für das Forstamt ist ein Standort gefunden, der sinnvoller wohl kaum sein könnte. In direkter Nachbarschaft zum Waldhaus, dem Kompetenzzentrum für Wald und  Nachhaltigkeit, soll der Neubau in der Wonnhalde entstehen.

Die Dallmanns gehen: Nach 30 Jahren an der Spitze der heutigen FWTM geht der städtische Tourismus- und Wirtschaftsförderer Bernd Dallmann in den Ruhestand. Gleichzeitig scheidet seine Tochter Anke nach über acht Jahren aus dem Gemeinderat aus: Sie zieht nach Ettenheim.

Kunst oder Schmiererei? Der Gemeinderat schnürt ein großes Paket gegen Graffiti. Künftig erhalten auch private Eigentümer Unterstützung, wenn ihre frisch gestrichene Fassade  unerwünscht verziert wird.

Sicher nach Hause: Im Juni beschließt der Gemeinderat die Wiedereinführung des Frauennachttaxis an Wochenenden. Seit Dezember stehen die Taxis für 7 Euro je Fahrt bereit.

Farbenrausch: Das Museum für Neue Kunst zeigt im Augustinermuseum Werke von Adolf Hölzel
und Gleichgesinnten. Bereits vor 100 Jahren war die wegweisende Avantgarde in Freiburg zu sehen.



Personen 2017

Hermann Aichele ist 42 Jahre lang Stadtrat für die CDU im Gemeinderat. Nach langer Krankheit stirbt der begeisterte Radler und SC-Fan im Juli – und hinterlässt eine große Lücke.


Christian Schulz war viele Jahre Leiter der Freiburger Schulprojektwerkstatt. Zum 40. Geburtstag „seiner“ FSW ist für den gebürtigen Berliner Schluss – er geht in Ruhestand.


Gerda Stuchlik ist seit 1997 Bürgermeisterin. Zum  20-jährigen Jubiläum gibt‘s Lob vom OB für Disziplin und Hartnäckigkeit – und einen zweieinhalb Meter hohen  Fächerahorn.


Barbara Mundel sagt nach elf Jahren als Intendantin „Tschüss“ zum Theater. Weil der Gemeinderat ihr Konzept ablehnt, sagt sie auch als Kuratorin des Stadtjubiläums ab.


Peter Carp kommt als neuer Theaterintendant aus Oberhausen nach Freiburg. Die  Spielzeit eröffnet er mit Anton Tschechows „Kirschgarten“ unter der Regie von Amir Koohestani.


Walter Preker war 31 Jahre Sprecher von zwei Oberbürgermeistern – und Gründer des Amtsblatts. Im April stirbt er nach kurzer, schwerer Krankheit völlig überraschend.


Gabi Wesselmann soll die mehr als einjährige Vakanz an der Spitze des Amts für Kinder, Jugend und Familie beenden. Sie kommt aus Bonn und bringt von dort viel Erfahrung mit.


Silke Stoll kommt vom renommierten Löbebecke Museum in Düsseldorf als neue Leiterin ans Museum Natur und Mensch. Vom Gemeinderat wird sie einstimmig gewählt.


Hansjörg Seeh ist mit 35 Jahren Dienstzeit einer der längstgedienten Stadtpolitiker. Im März wird der beliebte Sozialdemokrat 80 Jahre alt – und erhält das Bundesverdienstkreuz.


Tilo Buchholz ist nicht nur stadtbekannter Musiker und ehemaliger Stadtrat, sondern jetzt auch der erste städtische Pop-Beauftragte. Die Stelle wurde vom Gemeinderat beschlossen.


Gerolf Staschull hat sich zeitlebens für den Sport in Freiburg engagiert. Jetzt trägt die neue Sporthalle am Berufsschulzentrum den Namen des 2013 verstorbenen Altstadtrats.


Holger Thiemann ist „Mr. Kulturbörse“. Nächstes Jahr geht der Eventmanager der FWTM in Rente – und übernimmt die Projektleitung für das Stadtjubiläum 2020.


Christa Zink steht schon 21 Jahre im Dienst der Stadt, unter anderem als Leiterin des Kinderbüros. Jetzt übernimmt sie das neue Amt für städtische  Kindertageseinrichtungen.


Oliver Benz ist der neue kaufmännische Vorstand der VAG. Er folgt auf Helgard Berger, die ihre Tätigkeit aus gesundheitlichen Gründen aufgeben musste.


Christel Brand organisiert das größte Kistenpacken in der Geschichte der Stadtverwaltung – den Umzug der Ämter ins neue Rathaus im Stühlinger. Mit Erfolg:
Alles klappt reibungslos.


Betty Baum war fast drei Jahrzehnte Mitglied des Gemeinderats. Im Februar feiert sie ihren 95. Geburtstag, ein halbes Jahr später stirbt die äußerst beliebte SPD-Politikerin.


Veröffentlicht am 27.12.2017
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