1000 Metallstücke im Boden

Kampfmittelräumung am Wolfswinkel​

Der Stadionbau am Wolfswinkel wirft seine Schatten voraus. Ehe die eigentlichen Arbeiten beginnen können, ist es unter anderem notwendig, etwaige Waffen- und Munitionsreste aus dem Zweiten Weltkrieg aufzuspüren und unschädlich zu machen.

Mit dem Gradiometer wird der Boden auf Metallteile überprüft

Das ist das übliche Verfahren bei allen Bauten im öffentlichen Bereich, doch selten so aufwendig wie auf dem 26 Hektar großen Areal am und auf dem Flugplatz. Bereits mehrere Wochen hat die Sondierung mit einem Spezialgerät gedauert, das über 1000 mal angeschlagen hat.

Seit einigen Wochen läuft jetzt die Räumung auf dem Areal, mit der die Spezialfirma Schollenberger aus Celle beauftragt wurde. Räumstellenleiter Michael Siegler erwartet dabei von seinem 4er-Team dasselbe wie Bundestrainer Joachim Löw von seinen Kickern: „Högschde Disziplin“. Denn auch wenn letztlich meist nur verrostete Nägel oder anderer metallischer Schrott zum Vorschein kommt, könnte sich hinter jedem „Verdachtsmoment“ eben auch ein noch zündfähiger Sprengsatz verbergen. Deswegen ist Um- und Vorsicht sowie die immer gleiche Vorgehensweise gefragt: Fast liebevoll kratzt zunächst die Baggerschaufel den wertvollen Magerasen ab, ehe Schicht für Schicht ausgegraben wird, bis der Bagger auf Metall stößt. Metallstück raus, mit dem Messgerät nochmal prüfen, ob das alles war, Magerrasen wieder einsetzen und festdrücken – und weiter geht’s zum nächsten Holzpflock, der eine Fundstelle anzeigt.

Insgesamt sind für die Räumungsarbeiten 4 bis 6 Wochen angesetzt; zwischendurch muss noch der Flughafenzaun versetzt und an anderer Stelle provisorisch neu errichtet werden, damit auch der Bereich rechts und links des Zaun untersucht werden kann. Mit Zaun geht das nicht – der ist aus Metall und stört die Messung.

Parallel dazu haben am Montag die Arbeiten an der Einmündung der derzeitigen Baustraße in die Madisonallee begonnen. Unter anderem wird der Mittelstreifen an dieser Stelle asphaltiert, sodass Baufahrzeuge von allen Seiten in die Madisonallee und die Baustraße abbiegen können. Diese Arbeiten sollen vor Weihnachten abgeschlossen sein.

Max Wachter und Richard Neymeyer vom Garten- und Tiefbauamt zeigen auf einer Karte, wo auf dem Areal Funde vermutet werden.
Das ganze Areal war von den Luftangriffen im Zweiten Weltkrieg stark betroffen. Nach dem Krieg wurden die Bombentrichter unter anderem mit Schutt und manchmal auch Überresten der Bombardierung gefüllt.
Michael Siegler und sein Team dokumentieren jeden Fund ganz genau
Auf dieser Karte sind alle verdächtigen Punkte eingezeichnet, bei denen der Metalldetektor angeschlagen hat.
Diese Stellen werden mit einem Bagger vorsichtig freigelegt und die Metallfunde herausgegraben.
Die meisten Funde sind harmlos: Lange Nägel, Kurbeln und sonstiger Metallschrott.

Veröffentlicht am 04.12.2017
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