Befragte mit den Lebensbedingungen überwiegend zufrieden

Bürgerumfrage 2016

Ausdauersport ist die von Männern und Frauen bevorzugte Sportart in Freiburg. Die Mehrheit organisiert sich dabei privat, nur rund 18% der Befragten gab an, Vereinssport zu betreiben.

Freiburgs Bürgerinnen und Bürger sind mit den Leistungen ihrer Stadtverwaltung überwiegend zufrieden oder sehr zufrieden – das ist der zentrale Befund der Bürgerumfrage 2016.

Zwischen Anfang Juni und Mitte August 2016 hatte das Amt für Bürgerservice und Informationsverarbeitung (ABI) 5.993 Erhebungsbögen an zufällig ausgewählte Bürger aller Stadtbezirke verschickt und um Teilnahme gebeten. Insgesamt 2.634 Fragebögen (44 Prozent) kamen ausgefüllt zurück. Damit können die Ergebnisse als repräsentativ für die Bevölkerung der Stadt Freiburg gelten.

Übersicht: Wer hat sich an der Bürgerumfrage beteiligt?

Merkmalsbereich Grundgesamtheit Angeschriebene Teilnehmende
16 bis unter 30 Jahren 27,9 26,7 23,1
30 bis unter 45 Jahren 24,1 26,5 26,1
45 bis unter 60 Jahren 23,1 22,6 23,5
60 bis unter 75 Jahren 15,0 14,7 16,8
75 Jahre und älter 9,9 9,5 10,4
weiblich 52,8 52,6 55,5
männlich 47,2 47,4 44,5
Deutsche 82,9 83,6 91,4
Ausländer 17,1 16,4 8,6

Erklärung: Alle Angaben in Prozent. Die Grundgesamtheit gibt an, wie hoch der tatsächliche prozentuale Anteil der jeweiligen Gruppe in der Freiburger Bevölkerung ist. Die Spalte "Angeschriebene" zeigt, wie hoch der Anteil dieser Gruppe an den zufällig Ausgewählten ist. "Teilnehmende" stellt dar, wie viele Befragte den Fragebogen zurückgeschickt haben.


Zugleich sind diese Daten, die dank der Bürgerumfrage nun bis auf Stadtteilebene und teils hochdifferenziert vorliegen, für die Stadtplanung und die Sozialverwaltung einer Stadt von großer Bedeutung. Die ABI-Statistiker haben all diese Daten in über 100 Abbildungen und Tabellen aufbereitet, die jetzt der jüngste Band „Beiträge zur Statistik“ auf 300 Seiten zusammenfasst.

Diesen können alle Interessierten gegen 15 Euro Gebühr plus Versandkosten beim ABI (Fahnenbergplatz 4, 79098 Freiburg, Fax 0761/201-5598, statistik@stadt.freiburg.de) als gedruckte Version bestellen oder auf www.freiburg.de/statistischeveroeffentlichungen als PDF herunterladen.

Seit 1999 unternimmt das städtische Amt für Bürgerservice und Informationsverarbeitung etwa alle zwei Jahre eine repräsentative Bürgerumfrage. Ihre Resultate bilden die aktuelle Meinung der Freiburger Bevölkerung zu wichtigen Fragestellungen ab und dienen auch als Grundlage für kommunalpolitische Entscheidungen.

Der Fragebogen zur Bürgerumfrage 2016 umfasst insgesamt 61 Fragen. Neben soziodemografischen Merkmalen ging es um neun Themenkomplexe. Die Bereiche „Leben in Freiburg“, „Leben im Wohngebiet“, „Wohnraumversorgung“, „Bürgerschaftliches Engagement“, „Lebenssituation und Lebensstil“ sowie „Städtische Finanzen“ hat das ABI wie auch schon in früheren Umfragen abgefragt.

So kann die Verwaltung nun aufschlussreiche Vergleiche anstellen: Wie wird ein Thema 2016 im Vergleich zu 2012 oder 2008 bewertet?

Neu in der Bürgerumfrage 2016 waren die Themenbereiche „Grün- und Freiräume in der Stadt“, „Sportangebote“ und „Lernen und Weiterbildung“.

Ende des vergangenen Jahres waren bereits erste Ergebnisse dieser Umfrage im Berichtsband „Beteiligungshaushalt 2017/18“ erschienen. Darin lag der Schwerpunkt bei den kommunalen Finanzen und den Mehrausgabe- bzw. Einsparwünschen der Bürgerschaft. Im vorliegenden Band steht nun das Leben und Wohnen in der Stadt Freiburg im Fokus.

Zufriedenheit vor allem bei Verkehr und Versorgung

Die Themen, bei denen die allgemeine Zufriedenheit in Freiburgs Bürgerschaft am höchsten ist, haben allesamt mit Verkehr und Versorgung zu tun. So gaben 87 Prozent der Freiburger und Freiburgerinnen an, mit der Erreichbarkeit der Innenstadt „zufrieden“ oder „sehr zufrieden“ zu sein. Mit dem öffentlichen Nahverkehr waren es 83 Prozent, mit Zustand und Lage der Gehwege 81 Prozent, mit der Versorgung mit Waren 80 Prozent, mit der Versorgung mit Schulen 79 Prozent, mit der Versorgung mit Dienstleistungen 77 Prozent und mit der Lage zur Arbeitsstätte ebenfalls 77 Prozent.

Bei keinem dieser Themen haben sich mehr als 7 Prozent der Befragten „unzufrieden“ oder „sehr unzufrieden“ geäußert. Dazwischen lagen jeweils 8 bis 13 Prozent „teils/teils“-Antworten.

Von den befragten Themen am schlechtesten bewertet wurden einzelne Bildungs- und Betreuungs-Aspekte. So sind mit der Situation bei den Betreuungsplätzen für Drei- bis Sechsjährige nur 58 Prozent der Befragten „zufrieden“ oder „sehr zufrieden", mit Betreuungsplätzen für Schulkinder 56 Prozent und mit
Betreuungsplätzen für Unter-Dreijährige 51 Prozent. Die geringste Zustimmung erfuhren die außerschulischen Bildungsangebote; nur 45 Prozent der Befragten gaben an, damit „zufrieden“ oder „sehr zufrieden“ zu sein.

Allerdings liegt bei jedem der letzteren Themen der Anteil der „teils/teils“-Antworten sehr hoch (21 bis 33 Prozent). Auch bei diesen Themen übersteigt die Unzufriedenheit die Marke von 14 Prozent nicht.

Einsamer Ausreißer in diesem Ranking ist die „räumliche Nähe zu Verwandten“ – ein Aspekt, der nicht in erster Linie von einer Stadtverwaltung zu lösen ist. Hier stehen 47 Prozent Zufriedenheit dem Höchstwert von 22 Prozent Unzufriedenheit gegenüber, wiederum bei einem sehr hohen Anteil von  „teils/teils“-Antworten.

Lebensbedingungen in Freiburg​

Insgesamt beurteilen die Befragten ihre Lebensbedingungen in Freiburg sehr positiv (23 Prozent „sehr gut“, 54 Prozent „ziemlich gut“). Diese Einschätzung hat sich seit der Umfrage 2001 kaum verändert. Wie die Befragten ihre Lebensbedingungen bewerten, hängt – wenig überraschend – eng mit ihrem sozialen Status zusammen. So sind hier die Antworten von Personen mit höherem Einkommen und höherem Bildungsabschluss deutlich positiver.

Daneben wird Freiburg eine große „Familienfreundlichkeit“ und „Frauenfreundlichkeit“ (75 bzw. 74 Punkte) zugesprochen. Aber auch seine „Ausländerfreundlichkeit“ und „Seniorenfreundlichkeit“ (71 bzw. 68 Punkte) erlangen hohe Werte. Diese Werte sind im Vergleich zu früheren Bürgerumfragen über die Zeit relativ konstant geblieben. Freiburgs „Seniorenfreundlichkeit“ erzielt seit 2003 fast stets denselben Wert. Dagegen ist der ohnehin ansehnliche Wert zur „Familienfreundlichkeit“ noch leicht gestiegen, von 70 Punkten (Umfrage 2003) über 73 (2010) auf mittlerweile 75 Punkte (2016).

Sehr positiv äußerten sich die befragten Personen über ihr Wohngebiet. Die Hälfte gab an, „sehr gerne“ im Wohngebiet zu wohnen, weitere 35 Prozent tun es „gerne“. Nur drei Prozent wohnen „nicht gerne“ oder „überhaupt nicht gerne“ (2 bzw. 1 Prozent) in ihrem jetzigen Wohngebiet. Am wohlsten im Wohngebiet fühlen sich die Bewohner der Stadtbezirke Mittelwiehre und Waldsee (94 bzw. 92 Punkte). Es folgen die Oberwiehre, Ebnet und Oberau mit jeweils 91 Punkten. Auch die anderen Gebiete, in denen sich die Bewohner besonders wohl fühlen, liegen vor allem im Osten der Stadt.

Am wenigsten wohl fühlen sich die Bewohner in Weingarten (67 Punkte), Brühl (68 Punkte), Haslach-Egerten und Haslach-Haid (je 72 Punkte). Diese und weitere Gebiete mit unterdurchschnittlichen Werten liegen in einem Band entlang der Güterbahnlinie im Westen des Stadtgebietes. Allerdings überwiegt auch in diesen Stadtbezirken die Zahl derjenigen, die gerne oder sehr gerne in ihrem Wohngebiet leben, deutlich die Zahl der Unzufriedenen.

Bei der Frage, mit welchen Aspekten die Befragten in ihrem Wohngebiet besonders zufrieden sind, wird eindrucksvoll deutlich, wie gut Freiburg als Stadt der kurzen Wege funktioniert. So herrscht
allgemeine Zufriedenheit mit der Erreichbarkeit der Innenstadt (sehr zufrieden: 50, zufrieden: 37 Prozent), mit der Lage zur Arbeitsstätte (41/36 Prozent), mit dem öffentlichen Nahverkehr (43/40 Prozent), den Gehwegen (23/58 Prozent) und den Radwegen (21/48 Prozent).

Sportangebote

Auf die Frage, in welcher Form sie Sport treiben, antworteten 70 % der Befragten, dass sie sich „privat organisieren“. Rund ein Viertel der Befragten besuchen Fitnessstudios und 18 % treiben „Vereinssport“. Von nachrangiger Bedeutung sind der Hochschulsport (7 %), Sportkurse
der VHS (3 %) und der Schulsport (2 %).

13 % der Befragten gaben an, dass sie „gar nicht“ Sport treiben. Hier bestehen keine Unterschiede zwischen Männern und Frauen. Betrachtet man, welche Gründe diese 350 Personen anführen, so wird zunächst deutlich, dass weder der "Zustand" noch die "schlechte Erreichbarkeit der Sportstätten" eine nennenswerte Rolle spielt. Bei den meisten Befragten liegen individuelle Gründe vor, weshalb sie keinen Sport treiben. "Fehlende Zeit" und/oder "fehlendes Interesse" führt jeweils ein Anteil von rund 34 % an, bei 30 % sind es "gesundheitliche Gründe", die gegen Sport sprechen. Dass die "Angebote zu teuer sind" oder "nicht zu den eigenen Vorstellungen passen" sind jeweils für weniger als ein Fünftel der Befragten, die keinen Sport treiben die Hinderungsgründe.

Wohnraumversorgung​

Die Zufriedenheit mit der Wohnung und einzelnen Eigenschaften der Wohnung liegt schon seit den ersten Bürgerumfragen auf einem hohen Niveau. Nun hat sie weiter zugenommen. In der aktuellen Umfrage geben 80 Prozent der Befragten an, dass sie mit ihrer Wohnung „sehr zufrieden“ oder „zufrieden“ seien.

Die „Lage der Wohnung“ (82 Punkte) wird am höchsten bewertet, die „Kosten der Wohnung“ am niedrigsten (65 Punkte – 2003 hatte dieser Wert sogar nur bei 59 Punkten gelegen).

Die objektiven Wohnverhältnisse sind seit Jahren konstant. Sowohl die absolute Wohnungsgröße (durchschnittlich 79 Quadratmeter) als auch die relative pro Person (38 Quadratmeter) haben sich seit 2003 kaum verändert. Gleich hoch blieb auch der Anteil der Haus- bzw. Wohnungseigentümer gegenüber den Mietern (30 zu 70 Prozent).

Der Anteil der Befragten, die in einer sozial geförderten Wohnung leben, liegt wie zuletzt bei 6 Prozent. Diese Befragten gehören mehrheitlich einer der folgenden Gruppen an: „Junge Befragte in Ausbildung/Studierende“, „Ausländer/Personen mit Migrationshintergrund“ und „Senioren mit niedrigem Status“. Der Anteil der Wohnkosten am Haushalts-Nettoeinkommen ist in diesen Gruppen mit 46 Prozent deutlich höher als in der Gesamtstichprobe. Gesamtstädtisch liegt er bei 35 Prozent. Die Kosten der Wohnung liegen für Mieter durchschnittlich bei 820 Euro Warmmiete (12 Euro pro Quadratmeter), für Besitzer von Eigentumswohnungen bei 736 Euro (8 Euro pro Quadratmeter) und für Hauseigentümer bei 1074 Euro (8,40 Euro pro Quadratmeter).

Die warmen Wohnkosten sind im Vergleich zum Jahr 2003 um durchschnittlich 3,8 Prozent absolut bzw. 12,2 Prozent je Quadratmeter gestiegen. Einen Umzug in näherer Zukunft planen 23 Prozent aller Befragten. Die meisten nennen dafür wohnungsspezifische Gründe, vor allem: die bisherige Wohnung sei zu klein oder zu teuer (40 bzw. 26 Prozent). Einen anstehenden Arbeitsplatzwechsel nennen 22 Prozent der Befragten als Umzugsgrund. Fast die Hälfte (47 Prozent) derjenigen, die einen Umzug planen, wollen im Stadtgebiet wohnen bleiben, 12 Prozent möchten ins in Umland und 19 Prozent ins übrige Bundesgebiet
ziehen.

Veröffentlicht am 16.11.2017
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