Fahrradabstellflächen in sensiblen Vorgartenbereichen

Das Fahrrad ist mit 34 Prozent mit Abstand das wichtigste Verkehrsmittel für Freiburgerinnen und Freiburger, gemessen an der Zahl der Wege, die innerhalb des Stadtgebietes zurückgelegt werden. Diese Entwicklung liegt unter anderem an dem gut ausgebauten Radverkehrsnetz in der Stadt. Das bequeme diebstahl- und möglichst wettergeschützte Abstellen des Fahrrads ist ein weiteres wichtiges Kriterium bei der Verkehrsmittelwahl.

Die Stadt Freiburg erweitert als fahrradfreundliche Stadt kontinuierlich ihr Angebot an Radabstellanlagen im öffentlichen Raum, insbesondere für Kunden und Besucher in der Innenstadt und den Stadtteilzentren. Die Attraktivität des Radverkehrs im gesamten Stadtgebiet wird jedoch auch durch die Anzahl von Radabstellplätzen im privaten Raum und deren einfache Nutzbarkeit erheblich erhöht. Fahrradabstellanlagen sind deshalb für einen steigenden Radfahrverkehr in der Stadt Freiburg von hoher Bedeutung.

Ein Fahhrad steht an einem überdachten Fahrradbügel in einem grünen Vorgarten.
Positives Beispiel - „leichte“ bauliche Konstruktion, abgerückt von der Fassade (Foto: Baurechtsamt).

Konfliktfrei ist diese Tendenz nicht: Aufgrund des großen Bedarfs an Fahrradabstellflächen werden diese Anlagen im Bestand gerne in den Vorgartenzonen geplant und realisiert. Aber gerade die gut begrünten Vorgartenzonen sind es, die vielen Freiburger Stadtteilen wie der Wiehre, dem Stühlinger, Herdern oder Zähringen ihr charakteristisches Erscheinungsbild geben und ein Grund für die große Beliebtheit der Quartiere sind. Die grünen Vorzonen weisen eine lange Tradition auf und sind historisch gewachsen, der Erhalt der bauzeitlichen und historisch wertvollen Vorgartenzonen ist von hohem öffentlichem Interesse.

Werden die Vorzonen nun für die Errichtung von Fahrradabstellanlagen in Anspruch genommen, verändern sich ihr Erscheinungsbild und ihr Charakter. Dies hat unter Umständen Auswirkungen auf das gesamte Straßenbild. Der Konflikt ist somit offenbar: Auf der einen Seite steht das nachvollziehbare Bedürfnis nach der Anlage von wohnungsnahen Fahrradabstellflächen, auf der anderen Seite das Erfordernis, die grünen Vorzonen aufgrund ihrer hohen gestalterischen Bedeutung für das Straßenbild bestmöglich zu schützen.

Um diese beiden gewichtige Belange mit einander in Einklang zu bringen, hat die Stadt Freiburg einen Leitfaden für die Errichtung von Fahrradabstellanlagen in sensiblen Vorgartenbereichen erstellt. Ziel des Leitfadens ist es, klare Empfehlungen für die Gestaltung von Fahrradabstellanlagen in Vorgartenzonen auszusprechen. Der Leitfaden formuliert gestalterische Grundsätze, die bei der Planung zu berücksichtigen sind, gibt Hinweise zu einer qualitativ anspruchsvollen Gestaltung und zeigt konkrete Beispiele für ein gelungenes Erscheinungsbild von Fahrradabstellflächen auf.

Zudem enthält er Informationen zu rechtlichen Grundlagen. Denn obwohl die Errichtung von Fahrradabstellanlagen aufgrund ihrer Größe in der Regel verfahrensfrei ist, kann dennoch ein behördlicher Vorgang in Form einer Ermessensentscheidung oder einer Befreiung von einem in der Vorgartenzone bestehenden Bauverbot erforderlich sein. Es empfiehlt sich deshalb in allen Fällen, den Kontakt zum Beratungszentrum Bauen aufzunehmen, wenn die Anlage einer Fahrradabstellanlage geplant ist. Dort ist auch der Leitfaden als Broschüre erhältlich.

Deckblatt der Broschüre

Broschüre

Der Leitfaden gibt klare Empfehlungen für die Gestaltung von Fahrradabstellanlagen in Vorgartenzonen und beinhaltet konkrete Beispiele.

Leitfaden öffnen (8,921 MB)


Kontakt

Beratungszentrum Bauen und Energie
Beratungszentrum Bauen und Energie
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