Wildtiere und Waldlandschaften

Acrylbilder von Friedemann Knappe im Waldhaus

Vom 5. November bis zum 25. Februar 2018 zeigt das Waldhaus die Ausstellung „Wildtiere und Waldlandschaften“ mit zum Teil großformatigen Acrylbildern und Metallskulpturen von Friedemann Knappe. Neben den Arbeiten des Malers, Metallbildhauers und Jägers sind auch Präparate heimischer Wildtiere wie Auerhahn, Fuchs, Wildschwein, Dachs oder Uhu ausgestellt.

Der Uhu (Bubo bubo) gilt als Vogel der Weisheit. Auch anderen Tieren schreiben die Menschen gerne bestimmte Eigenschaften zu. Wie diese das Verhältnis Mensch - Tier beeinflussen, thematisiert die Ausstellung unter anderem. Bild: Friedemann Knappe

Durch Fabeln, Fotos, Filme oder Lieder trägt jeder bestimmte Vorstellungen in sich, wenn er Tiere ansieht oder – was seltener vorkommt – sie in der Natur aufspürt. Der Mensch betrachtet Tiere mit kulturell überlieferten Vorstellungen von ihnen. Diese hängen davon ab, ob wir Tiere essen oder erforschen wollen, als Bedrohung oder bedroht wahrnehmen, sie jagen oder schützen wollen, malen oder als Kuscheltiere liebhaben. Mit den Bildern und Objekten wirft die Ausstellung auch die Frage auf, wie und mit welchen Absichten sich der Mensch zum Tier ins Verhältnis setzt.
Knappes Bilder zeigen Wildtiere, die in unserer heimischen Kulturlandschaft leben. Manche von ihnen, etwa der Uhu, sind vom Aussterben bedroht, weil ihnen der Lebensraum verloren gegangen ist. Auch Fasanen und Feldhasen werden immer weniger. Andere wie Fuchs, Dachs und Wildschwein halten sich mittlerweile gerne in menschlichen Siedlungen, sogar in Großstädten auf.
Neben den Acrylbildern sind in der Ausstellung Wildtierpräparate zu sehen – nicht in nachgebildeten Naturlandschaften (Dioramen), sondern auf Euro-Paletten und einem Baumgerüst aus Dachlatten. Der Ausstellungs-Kuratorin des Waldhauses, Margret Hansen, ging es nicht darum, hochwertige Stücke auszustellen, sondern auch am Beispiel von Präparaten das Verhältnis zwischen Mensch und Tier zu thematisieren. Denn das Ziel von Präparatoren ist eine möglichst naturgetreue, „lebensechte“ Darstellung toter Tiere, in der Regel für Jäger und Naturkundemuseen.
Hier nun sind weniger „schöne“ Stücke zu sehen, die ihr Dasein in Depots oder auf Dachböden fristen. Objekte, die mit der Ausmusterung gewissermaßen einen zweiten Tod gestorben sind. Der Betrachter kann sie auf unterschiedlichen Ebenen wahrnehmen: als Anschauungsexemplare mit einer Aura des „Echten“, als Tierarten, die er sonst nicht zu sehen bekommt, oder als Objekte, die Gefühle in ihm auslösen und Assoziationen wachrufen.


Zur Person

Friedemann Knappe ist 1966 als Sohn eines Pfarrers in Leinefelde in Thüringen geboren und hat 1984 in Halle Abitur gemacht. Nach einer Ausbildung zum Silberschmied begann er nach der Wende,1991, ein Studium an der renommierten Kunsthochschule Burg Giebichenstein in Halle, wo er 1996 sein Diplom im Fachbereich Metall erwarb. Malerisch arbeitet er heute mit Unschärfen. Als Vorbilder nennt er Rembrandt van Rijn oder Lovis Corinth, ansonsten betont er, dass er kein Mann vieler Worte sei. Deshalb male er und erkläre nicht.


Veröffentlicht am 07.11.2017
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