Für Schul- und Rollstuhlsport

Neue Sporthalle am Berufsschulzentrum

Der Schulsport an den beruflichen Schulen und Freiburgs Rollstuhlsport können aufatmen: Nach langer Wartezeit erhalten sie eine schmucke neue Heimat. Die Gerolf-Staschull-Sporthalle am Berufsschulzentrum in der Bissierstraße ist fertig gestellt.

Die für den Rollstuhlsport optimierte Gerolf-Staschull-Halle bringt auch für den Schulsport eine wesentliche Entlastung und verkürzt die Wege für über 7000 Schülerinnen und Schülern am Berufsschulzentrum. Foto: A.J.Schmidt

Der Bau und seine Vorgeschichte​

Die Bauzeit war kurz, die Vorgeschichte dieser Sporthalle umso länger. Geplant war sie schon 1979/80, als das Berufsschulzentrum errichtet wurde. Damals fehlte der Stadt das Geld. So absolvierten mehrere Generationen von Berufsschülern ihren Sportunterricht andernorts. Im Juli 2004 stellte der Sportentwicklungsplan bei den beruflichen Schulen „starke Versorgungslücken“ fest. Zum Jahr 2012
schob der Gemeinderat dann die städtebauliche und baurechtliche Planung an, auf der Basis eines Raumprogrammes für eine dreiteilbare Sporthalle mit dem Standardmaß von 27 mal 45 Meter.

Am 16. April 2013 folgte der Grundsatzbeschluss des Gemeinderats. Weil die Halle auch dem Rollstuhlsport zur Verfügung stehen sollte, wurden ihre Dusch- und Sanitärbereiche, Umkleiden, Tür- und Flurbreiten den speziellen Bedürfnissen angepasst. Hinzu kam ein Lagerraum für Sportrollstühle und eine Imbissküche im Foyer. Am 22. Juli 2014 beschloss der Gemeinderat den Bau und bewilligte dafür 8,5 Millionen Euro. Grundsteinlegung war dann am 1. Juli 2015.

Gekostet hat die neue Sporthalle 8,5 Millionen Euro, der bewilligte Kostenrahmen wurde also eingehalten. Davon entfallen 6,13 Millionen Euro auf den Bau, 1,65 Millionen auf Außenanlagen, 470.000 Euro auf die Ausstattung für Rollstuhlsport, 170.000 Euro auf die Photovoltaik-Anlage und 154.000 Euro auf die bewegliche Ausstattung. Das Land fördert den Bau mit 600.000 Euro.

Architekten der Halle sind Loewer + Partner (Darmstadt), die Tragwerksplanung lag bei der Ingenieurgruppe Bauen (Freiburg), die Haus- und Elektrotechnik beim Ingenieurbüro Paulus (Hanau), die Bauphysik beim Büro Golisch (Heppenheim), Baugrundbeurteilung und Gründungsberatung bei Weiß Ingenieure (Freiburg). Gesteuert wurde das Projekt vom Gebäudemanagement der Stadt Freiburg.

​​Der Namensgeber​

Benannt ist die neue Sporthalle nach Gerolf Staschull, der von 2001 bis 2009 dem Gemeinderat angehörte, ab 2003 als Fraktionssprecher der Freien Wähler für Bildung und Schulen. Daneben war Staschull ehrenamtlich im Deutschen Ringer-Bund und in Sportvereinen, etwa dem AV Germania Freiburg-St.Georgen, engagiert. Im Sportkreis Freiburg begann er als Geschäftsführer (1970-72), dann vertrat er als Vorsitzender (1972-2001) fast drei Jahrzehnte lang diesen Zusammenschluss Freiburger Sportvereine
nach außen. In dieser Zeit war der Bau einer Sporthalle beim Berufsschulzentrum eines seiner Hauptanliegen.

Die Stadt Freiburg verlieh Gerolf Staschull aufgrund seiner außerordentlichen Verdienste um die Förderung des Sports über den Vereinsrahmen und die Grenzen der Stadt hinaus im Mai 1986 den Sport-Ehrenbrief. Bis zu seinem Tod am 4. November 2013 blieb Staschull der Stadt und dem Sport eng verbunden.

Die Nutzer​

Gebaut wurde die Gerolf-Staschull-Sporthalle für den Vereinssport, in erster Linie aber für den Schulsport an vier Schulen, die zusammen auf die beeindruckende Zahl von 7373 Schülerinnen und Schüler kommen. Diese Schulen haben ihren Sportunterricht bisher in diversen Hallen abgehalten, die über das Stadtgebiet verteilt waren. Nun freuen sich ihre Schüler und Lehrkräfte erstmals über kurze Wege zu ihrer Sportstätte.

Veröffentlicht am 23.10.2017
Kommentare (2)

Gerolf-Staschull-Sporthalle

Von Bernd Wißler
08.11.2017 16:41

Ich wollte einmal fragen nach welchen Kriterien diese Halle an welche Freiburger Vereine vergeben wurden. Ich war Trainer einer Handball-Jugend die in der Südbadenliga gespielt hat. Es ist nicht möglich für die SFE Freiburg Hallenkapazitäten im Freiburger Westen zu bekommen. Wir hatten Trainingszeiten von 16:15 h an, Dies konnten die meisten Schüler nicht mehr möglich machen da Schule und Sport sich nicht mehr vereinbaren lässt. Warum bekommen Ortsansässige Vereine keine Hallen zum trainieren?
MfG Bernd Wißler


Re: Gerolf-Staschull-Sporthalle

Von Online- Redaktion
16.11.2017 10:34

Die Sporthallen werden vergeben nach den "Richtlinien für die Überlassung von öffentlichen Einrichtungen der Stadt Freiburg" (abrufbar unter www.freiburg.de/ortsrecht). Freiburger Sportvereine werden bei der Belegung der Sporthallen vorrangig berücksichtigt. Allerdings kann oft nur der dringlichste Bedarf gedeckt werden, da die Hallenkapazitäten begrenzt sind, insbesondere für Sportarten wie Handball.
Da es sich bei der Gerolf-Staschull-Halle um eine behindertengerecht ausgestattete Halle handelt und der Behindertensport seit Jahren keine entsprechenden Möglichkeiten für den Trainings- und Spielbetrieb hatte, hat die Stadt hier vorrangig den Behindertensport berücksichtigt.
Seit September können nun die Basketball- und Rugbyabteilung des Ring der Körperbehinderten, die Hockeyabteilung der Breisgau-Beasts und der Kinderrollstuhlsport in der neuen Halle trainieren und ihre Spiele ausrichten.

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