Code-Satz bei Belästigungen

„Ist Luisa hier?“

Die Tanzfläche ist voller Leute, alle tanzen, feiern, haben Spaß. Im Gedränge wird eine Frau von einem Gast bedrängt und weiß sich nicht zu helfen. Im lauten Club fällt das nicht auf. Solche Vorfälle sind auch im Freiburger Nachtleben keine Seltenheit. Viele Frauen geben an, in Clubs und Diskotheken massiv belästigt oder bedrängt zu werden.

Im Gedränge eines Clubs kann es schnell zu unangenehmen Belästigungen kommen. (Symbolbild) Foto: A.J. Schmidt

Mit der Frage „Ist Luisa hier“? kann sich die Betroffene auf einfache Weise an Theken-Personal oder Türstehende wenden und bekommt Unterstützung, um aus der unangenehmen Situation schnell heraus zu kommen, ohne sich groß erklären zu müssen. Das Barpersonal kennt den Code-Satz und weiß dann, dass die Person Hilfe braucht. Die Betroffene wird in einen separaten Raum oder Rückzugsort gebracht, wo in Ruhe besprochen wird, was vorgefallen ist, welche Unterstützung gebraucht wird und was als nächstes passieren soll: eine Freundin oder einen Freund holen, ein Taxi rufen, den Belästiger des Clubs verweisen, den Frauen-Notruf wählen oder die Polizei rufen. Die Frau bekommt Hilfe und wird nicht alleine gelassen.
Die Code-Frage soll nicht den Sachverhalt verschleiern, sondern eine Barriere überwinden. Viele Betroffene schämen sich, Opfer einer sexuellen Belästigung geworden zu sein, und denken, sie müssten selbst damit klar kommen. Der Code „Ist Luisa hier?“ ist ein zusätzliches Angebot für mehr Sicherheit im Freiburger Nachtleben und hat sich bereits in 28 deutschen Städten bewährt.

Initiiert wurde die Aktion vom Frauen-Notruf in Münster. Dort machen mittlerweile 45 Clubs mit. Die Teilnahme ist kostenfrei. In Freiburg ist die Kampagne an die Beratungsstelle „Frauenhorizonte – Gegen sexuelle Gewalt“ angebunden, dort können sich betroffenen Frauen auch melden. Clubs, die mitmachen und ihr Personal entsprechend schulen, sind an aushängenden Plakaten und Aufklebern erkennbar; sie werden bundesweit gelistet.

„Luisa-ist-hier“ zählt zu den Aktionen, die aus dem Runden Tisch Sicherheit im Freiburger Nachtleben hervorgegangen sind. Umgesetzt wird die Kampagne von „Frauenhorizonte – Gegen sexuelle Gewalt“, von der Stelle zur Gleichberechtigung der Frau, der Kommunalen Kriminalprävention der Stadt, dem Polizeipräsidium und dem Netzwerk für Gleichbehandlung. Finanziell unterstützt wird die Kampagne aus dem Programm „Demokratie leben“.

Weitere Infos:

www.luisa-ist-hier.de

Veröffentlicht am 10.10.2017
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