Kinder und Jugendlichen Naturphänomene näher bringen

Initiative Freiburger Forschungsräume

Am Ende ihrer Schulzeit sind viele Schülerinnen und Schüler erleichtert, dass sie die Fächer Physik und Mathe hinter sich lassen können. Doch das muss nicht immer so sein: Die Initiative "Freiburger Forschungsräume" (FFR) will dem entgegenwirken und den naturwissenschaftlichen Unterricht mit neuen Ansätzen interessanter gestalten.

Naturwissenschaft und Technik mit den Freiburger Forschungsräumen praktisch erfahren (Foto: www.ökostation.de)

Die Fächer Mathe und Physik sind bei Vielen unbeliebt. Die Stadt will sich mit dieser Misere nicht abfinden: Ein Mittel gegen den Schülerfrust sind die "Freiburger Forschungsräume", ein Konzept von diversen Bildungseinrichtungen in Freiburg und der Stadt, das schon seit 2011 die naturwissenschaftlich-technische Bildung fördert.

Der Kerngedanke ist simpel: Kinder und Jugendliche sollen entdeckend und forschend mit Phänomenen aus Natur und Technik in Berührung kommen – von der Kita bis zur Sekundarstufe II. Danach sollen sie miteinander über ihre Wahrnehmungen, Beobachtungen und Hypothesen sprechen. Ihnen eröffnen sich dadurch vielfältige Erfahrungsmöglichkeiten in der Natur und im Umgang mit Technik. Durch das weitere Verarbeiten der Erlebnisse im Unterricht werden die Kinder dazu aufgefordert, ihren Fragestellungen nachzugehen und nachhaltig zu lernen. Dabei lernen sie nicht nur etwas über die Gegenstände, sondern sie lernen dran zu bleiben und zu forschen. Erst im letzten Schritt kommt die physikalische Beschreibung des gerade Erfahrenen hinzu.

Viele Schülerinnen und Schüler sind von ihrer kognitiven Entwicklung her noch nicht in der Lage, die Theorie hinter der Materie zu verstehen. Ist ein naturwissenschaftlicher Unterricht nur theoretisch aufgebaut, haben diese Schüler keine Chance und bilden schnell eine Abneigung gegen Unterrichtsfächer aus. Ist der Unterricht jedoch anders aufgebaut, können auch diese Kinder Begeisterung daran finden. Eine Frage steht hier im Zentrum: „Wie sieht eine naturwissenschaftliche Bildung aus, die die ganze Biografie des Lernenden, von der frühen Kindheit bis ins Erwachsenenalter, in den Blick nimmt?“ Als Antwort darauf haben Praktiker aus Ämtern und diversen Bildungseinrichtungen in Freiburg Wege zur Qualifizierung für Erziehende und Lehrende erarbeitet. Ihr Konzept beschreibt nicht nur Inhalte, sondern eine Haltung der Erziehenden und Lehrenden zu naturwissenschaftlicher Bildung.

Die FFR verstehen sich als Beitrag zur Bildung für Nachhaltige Entwicklung. Sie fanden bereits Eingang in die Ausbildung an den Staatlichen Seminaren für Didaktik und Lehrerbildung sowie in staatliche Bildungspläne. Zudem gibt es die Weiterbildungsmöglichkeit "Einstein-Qualifizierung", die schon seit 2011 von der Pädagogischen Ideenwerkstatt Bagage e.V. angeboten wird. Sie bietet Erzieherinnen und Erziehern sowie Lehrkräften die Möglichkeit, sich die Didaktik der Freiburger Forschungsräume anzueignen.

Auftaktveranstaltung zur Einstein-Qualifizierung am 17. Oktober

Am 17. Oktober findet um 15 Uhr im Rotteck-Gymnasium die Auftaktveranstaltung zu der Weiterbildungsmöglichkeit "Einstein-Qualifizierung" der FFR statt. Dieses Jahr wird Ulrich Kattmann, Professor für Didaktik der Biologie der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg (i.R.) und Autor vieler Veröffentlichungen im Bereich Fachdidaktik Biologie, einen Impulsvortrag mit dem Thema "Alltagserfahrungen der Lernenden - Grundlage naturwissenschaftlicher Bildung" halten. Die Auftaktveranstaltung wendet sich an alle, die sich für naturwissenschaftliche Bildung interessieren, vor allem an Fachkräfte in Kitas, Schulen, Lehrerbildungsstätten und außerschulischen Lernorten. Im Anschluss an die Veranstaltung kann die Anmeldung zur "Einstein-Qualifizierung" erfolgen. Der Eintritt ist frei.

Weitere Infos zu den FFR gibt es in der Geschäftsstelle Freiburger Forschungsräume (Ute Unteregger, Ökostation, Tel. 0761/892333) oder unter freiburg.de/freiburger-forschungsraeume.

Veröffentlicht am 04.10.2017
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