Zwischenstand

Freiburger Klimaschutzstrategie

Die Bäume im Freiburger Stadtwald verwandeln mit Hilfe des Sonnenlichts CO² in Sauerstoff und Kohlenhydrate. Damit könnten sie im neuen Klimaschutzkonzept eine wichtige Rolle spielen.  Foto: Stadt Freiburg

Freiburg hat sich dem großen Ziel verschrieben, bis ins Jahr 2050 eine klimaneutrale Stadt zu sein. Bis 2030 soll der CO²-Ausstoß in Freiburg im Vergleich zum Referenzjahr 1992 halbiert werden.
Auf dem Weg dahin zieht die Stadt immer wieder Zwischenbilanz, jetzt liegen aktuelle Zahlen für die Jahre 2013 und 2014 vor. Wie bereits in den vergangenen Jahren wurde diese Bilanzierung vom Ifeu-Institut aus Heidelberg als unabhängigem Gutachter erstellt.

Im Jahr 2014 wurden in Freiburg insgesamt 1,756 Millionen Tonnen CO2 emittiert.
Das bedeutet pro Kopf einen Rückgang von rund 30 Prozent, wurden 1992 noch 11,38 Tonnen CO²  errechnet, so waren es 2014 pro Person noch 7,97 Tonnen des Treibhausgases.

In absoluten Zahlen stagnieren die Gesamtemissionen seit 2010, was vor allem an der kontinuierlich steigenden Einwohnerzahl liegt.
Die Erfolge bei CO2-Einsparungen werden also durch die größere Nachfrage nach Energie kompensiert.
 
Dennoch ist der bisher erreichte Rückgang der CO2-Emissionen in Freiburg ein positives Ergebnis. Um die Ziele zu erreichen, müssen die Bemühungen im Klimaschutz aber auf allen Ebenen weiter verstärkt und intensiviert werden.

Was ist geplant?

Die im Jahr 2007 erarbeitete Klimaschutzstrategie der Stadt Freiburg ist mittlerweile zehn Jahre alt.
Das Umweltschutzamt hat mit anderen beteiligten Ämtern sowie den städtischen Gesellschaften eine Bestandsaufnahme durchgeführt.

Dabei hat sich gezeigt, dass die geplanten Maßnahmen inzwischen weitgehend umgesetzt worden sind. Zudem wurden von vielen Akteuren noch zahlreiche zusätzliche Maßnahmen aufgegriffen. Über die Jahre 2014 bis 2016 wurden dadurch insgesamt 67 Projekte erfolgreich realisiert.

Parallel hat die Stadtverwaltung mit allen betroffenen Ämtern und Tochtergesellschaften einen vorläufigen Maßnahmenplan für die nächsten Jahre erstellt. In diesem sind aktuell über 90 Projekte aufgelistet. Allerdings zeigt die Analyse der CO2-Bilanz auch, dass weiterhin viel im Klimaschutz investiert werden muss, um die Klimaneutralität bis 2050 zu erreichen.
 

Fortschreibung Klimaschutzkonzept​

Freiburg war eine der ersten bundesdeutschen Städte, die zwei neue Stadtteile, Rieselfeld und Vauban, in Niedrigenergiebauweise errichtete. Dieses damals noch weitgehend unbekannte energieeffiziente Bauen war wegweisend und hat national aber auch international viel zum Ruf Freiburgs als Umwelthauptstadt beigetragen.

Doch auf diesen Erfolgen will sich die Stadt Freiburg nicht ausruhen. Daher soll das Klimaschutzkonzept der Stadt Freiburg aus dem Jahr 2007 fortgeschrieben werden. Bei positivem Votum des Gemeinderats soll der Prozess im Januar 2018 starten.
 
Entscheidende Impulse des politischen Prozesses gingen in Freiburg immer schon vom Bewusstsein und Lebensstil der Bürgerinnen und Bürger sowie von dem Engagement vieler relevanter Akteure aus. Diese auch künftig einzubinden und dadurch das in Freiburg besonders ausgeprägte ökologische Bewusstsein für neue Maßnahmen und Impulse zu mobilisieren, gehört zur Fortschreibung der Freiburger Klimaschutzstrategie dazu. Hierfür sind Veranstaltungen zur Bürgerbeteiligung, Workshops sowie eine Online-Plattform vorgesehen, an denen sich die interessierten Freiburgerinnen und Freiburger sowie Experten umfassend beteiligen können.
 
Am Ende des geplanten einjährigen Prozesses soll ein neuer, mittelfristiger Klimaschutzplan stehen, der die jetzt bis zum Jahr 2020 vorgesehen Maßnahmen ergänzt.

Klimaschutz in Freiburg – ein kurzer Rückblick:
 

Bereits vor 21 Jahren hat der Gemeinderat ein erstes Klimaschutzkonzept für Freiburg mit einem Maßnahmenplan sowie den Ausstieg aus der Atomenergie beschlossen. Damit war Freiburg bundesweit eine der ersten Städte, die das noch unbekannte Thema Klimaschutz auf ihrer Agenda hatte. Im Jahr 2007 erstellte das Öko-Institut eine Klimaschutz-Strategie für Freiburg und der Gemeinderat fasste den Beschluss, die Treibhausgas-Emissionen bis zum Jahr 2030 um 40 Prozent gegenüber 1992 zu reduzieren. Dieses Ziel wurde 2014 verschärft. Der Gemeinderat beschloss die Emissionen bis zum Jahr 2030 zu halbieren und bis 2050 Klimaneutralität zu erreichen. Gleichzeitig wurden die Mittel aus der Konzessionsabgabe, die für Maßnahmen im Bereich Klimaschutz verwendet werden, von 10 auf 25 Prozent erhöht.
 

Veröffentlicht am 26.09.2017
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