So hat Freiburg gewählt

Städtische Statistiker legen erste Wahlanalyse vor

Grafik mit dem Ergebnis der Erststimmen für den Wahlkreis Freiburg
Die Verteilung der Erststimmen war schon bekannt, nun gibt es weitergehende Informationen aus der Wahltagsbefragung.

Der neue Bundestag ist gewählt und nun ist die Zeit der Verhandlungen und Fraktionsbildung gekommen. Aber nicht nur das. Die repräsentative Wahlstatistik sowie die Befragungen am Wahltag eröffnen Statistikern die Möglichkeit, das Wahlverhalten der verschiedenen Bevölkerungsgruppen genauer zu analysieren und Wanderungsbewegungen zu ermitteln.

Über 84 Prozent der Männer zwischen 40 und 69 Jahren haben bei der Bundestagswahl am vergangenen Sonntag (24. September) ihre Stimme abgegeben, aber nur 66 Prozent der Männer zwischen 21 und 24.
Bei den Frauen gab es die höchste Wahlbeteiligung bei den 35- bis 39-Jährigen (86 Prozent), während die Altersgruppen „21 bis 24 Jahre“ sowie „über 70 Jahre“ in signifikant geringerer Zahl zur Wahl gegangen sind (72 beziehungsweise 73 Prozent).

Insgesamt lag die Wahlbeteiligung mit Briefwahl in der Stadt bei 80,9 Prozent.

Der CDU-Kandidat Matern von Marschall hatte bei den Wählerinnen und Wählern über 70 den höchsten Zuspruch (41 bzw. 49 Prozent), bei den 18- bis 24-Jährigen dagegen den geringsten (13 bzw. 11 Prozent).

Bei der Grünen-Kandidatin Kerstin Andreae sehen die Stimmenanteile genau reziprok aus. Sie erhielt 30 bzw. 41 Prozent in der jüngsten, aber nur 12 bzw. 13 Prozent in der ältesten Wählergruppe.

Der SPD-Kandidat Julien Bender konnten in allen Altersgruppen über 20 Prozent erzielen, in keiner aber über 30 Prozent.

Ein relativ ausgeglichenes Ergebnis nach Alter und Geschlecht erreichte der Direktkandidat der FDP, Dr. Adrian Hurrle. Lediglich bei den 25- bis 34-Jährigen fallen seine Anteile bei den Männern (6,0 Prozent) und den Frauen (2,9 Prozent) um 3,1 Prozent-Punkte auseinander.

Während 8,4 Prozent der Männer dem AfD-Kanidaten Volker Kempf ihre Stimme gegeben haben, lag sein Anteil bei den Frauen nur bei 4,8 Prozent. In den Altersgruppen 25 bis 34, 35 bis 44 und 45 bis 59 ist der Männeranteil sogar doppelt bis dreifach so hoch wie der Frauenanteil.

Beim Erststimmenergebnis von Tobias Pflüger ist das gute Abschneiden in den beiden jüngsten Altersgruppen analog zum Zweitstimmenanteil der LINKEN bemerkenswert. Mit dem zunehmenden Alter der Wähler_innen sinken die Erststimmenanteile von Pflüger bei dieser Wahl deutlich ab. Dieser Effekt war bei der Wahl 2013 noch nicht so stark ausgeprägt gewesen.

Der statistische Infodienst des Amt für Bürgerservice und Informationsverarbeitung (607,8 KB) bezieht unter anderem auch Wahlentscheidende Themen sowie die Informationsquellen zur politischen Meinungsbildung mit ein.

Der Statistische Infodienst erscheint in unregelmäßiger Reihenfolge und kann unter Angabe einer Mail-Adresse über statistik@stadt.freiburg.de kostenfrei abonniert werden.

Veröffentlicht am 25.09.2017
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