Meister des Schwertkampfs

Japanische Samurai-Rüstung im Museum Natur und Mensch aufwendig restauriert

Die japanischen Samurai waren Meister des Schwertkampfes. Im Auftrag ihrer adeligen Herren zogen sie auf Pferden oder zu Fuß in den Krieg. Ihren Erfolg im Kampf verdankten sie neben ihrer Kampfkunst auch den besonderen Rüstungen, die sie trugen. Eine 200 Jahre alte Samurai-Rüstung ist nach aufwendiger Restaurierung nun im Freiburger Museum Natur und Mensch zu sehen. Finanziell unterstützt wurde die Restaurierung von der Kulturstiftung der Länder.

Glänzt wie neu: Die aufwendig restaurierte Samurai-Rüstung im Museum Natur und Mensch
Foto: Axel Killian

Bisher hat das Museum die Rüstung in ihren Einzelteilen aufbewahrt, nun erscheint der Samurai in seiner vollen Pracht: Fast lebendig tritt er den Museumsbesucherinnen und -besuchern entgegen. Die Rüstung entstand zu Beginn des 19. Jahrhunderts in der späten Edo-Zeit (das heutige Tokio, Japans Hauptstadt, hieß damals Edo). Es handelt sich um eine sogenannte Lamellen-Rüstung, eine japanische Besonderheit, die viel leichter ist als die einst in Europa übliche Platten-Rüstung. Stoff und Bänder halten die einzelnen Teile zusammen, so passt sich die Rüstung dem Körper optimal an und erlaubt Freiheit in der Handhabung der Waffen. Damit waren die Samurai-Kämpfer wendiger und hatten es im Gelände leichter. Notfalls konnten sie sogar durch einen Fluss schwimmen.
Im Museum ist die vollständige Rüstung zu sehen. Sie besteht aus einem Brust- und Rückenpanzer mit Schutzbehang für den Unterleib, einem Helm mit Schreckmaske sowie Arm-, Hand- und Beinschutz. Die Rüstung war nicht nur praktisch, sondern auch prächtig: Auf dem Brustpanzer ist die Kriegsgöttin Marishiten dargestellt, die von Wolken umgeben auf einem Eber reitet.
1904 gelangte die Rüstung in Einzelteile zerlegt aus der Freiburger Universitätssammlung in die Ethnologische Sammlung des Museums Natur und Mensch. Nach der Restaurierung hat sie nun ihren Ort im
zweiten Obergeschoss des Museums gefunden, und zwar im „Lehrreich“, das die Dauerausstellung des Museums bereichert. Unter dem Thema „Faszination Leben“ zeigt das Museum hier in einem Setzkasten Highlights aus den Sammlungen der Naturkunde und der außereuropäischen Ethnologie. Diese eröffnen den Besucherinnen und Besuchern Einblicke in die über 100-jährige Museumsgeschichte des Hauses.

Veröffentlicht am 05.09.2017
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