Siegerentwurf des neuen Freiburger Fußballstadions vorgestellt

SC-Stadion: Das Runde ist im Eckigen

Vor dutzenden Journalist*innen stellten der SC Freiburg und die Stadt Freiburg am Donnerstag den Siegerentwurf für das neue Freiburger Fußballstadion vor. Mit dem Stadionbau beauftragt ist das Unternehmen Köster GmbH aus Osnabrück, welches bei diesem Projekt mit der HPP Architekten GmbH aus Düsseldorf kooperiert. Ihr Entwurf sieht eine Kapazität von rund 34.700 Plätzen vor, wovon mehr als ein Drittel als Stehplätze ausgewiesen sind.

Vogelperspektive (Visualisierung: HPP/ WillMore)

Die Heimtribüne hinter dem Tor auf der Südseite des neuen Stadions besteht aus einem Rang, wohingegen die anderen Bereiche des Stadions als Zwei-Rang-Stadion entworfen sind. Das Stadion wird im Nordwesten der Stadt im Wolfswinkel neben Flugplatz und Messe entstehen. Integriert sind die Geschäftsstelle als auch die Funktionsräume der Profi- und der U23-Mannschaft. Es hat eine Höhe von knapp 25 Metern und eine ausdrucksstarke rechteckige Grundform.

"Das neue SC-Stadion wird einzigartig und unverwechselbar. Es nach den vielen Jahren der Planungen nun präsentieren zu dürfen, erfüllt uns mit großer Freude. Das Stadion wird höchsten Ansprüchen an Funktionalität und Architektur gerecht. Was mich an dem Entwurf besonders überzeugt, ist die Tatsache, dass es sich um ein richtiges Fußballstadion handelt, bei dem man schon aus der Ferne sehen kann, wofür er steht. Das neue Stadion ist ein existenzieller Schritt für unseren Verein. Ich bin fest davon überzeugt, dass es Heimat für alle SC-Fans werden wird", so SC-Präsident Fritz Keller.

"Der Entwurf des neuen Stadions zeigt schon jetzt, dass im Wolfswinkel wieder was entstehen wird, was einen ganz eigenen Charakter besitzt. Das Stadion bildet die Identität Freiburgs und des Sport-Club hervorragend ab. Es steht für Nachhaltigkeit, Offenheit, Kreativität und Bodenständigkeit", sagt Dieter Salomon, Oberbürgermeister der Stadt Freiburg.
 
Den Leitgedanken des Entwurfes beschreibt das Architekturbüro HPP um Projektleiter Antonino Vultaggio: „Er basiert auf der architektonischen Formulierung eines identitätsstiftenden Baukörpers bestehend aus einer oktogonalen Grundform und eines orthogonalen Daches. Im Zusammenspiel mit den diagonalen Zugstützen entstehen ein dynamisches Erscheinungsbild sowie repräsentative und überdachte Zugangsräume an den Ecken. Der Bezug zum Stadioninnenraum wird bereits beim Betreten der Eingangsbereiche und der Promenade erlebbar, was die Vorfreude auf das Geschehen steigert und dazu einlädt, frühzeitig Teil davon zu werden. Die hieraus entstehende klare Formensprache schafft mit der als langsam ansteigendem Hügel modellierten Landschaft eine archetypische Grundform die von weitem als Ort des Fußballs erlebbar und von allen Seiten her barrierefrei erschließbar ist."
 
Zum Zeitplan: Nach sorgfältiger Abwägung von Chancen und Risiken und abhängig vom Verlauf des Bau- und Genehmigungsprozesses, wird der Bezug des neuen Stadions zur Winterpause 2019/20 oder zum Saisonstart 2020/21 angestrebt. Dies ergab sich aus den letzten Gesprächen mit dem Bauunternehmer. Das beauftragte Totalunternehmer-Budget liegt bei 76 Millionen Euro.
 
Zum Bebauungsplanverfahren: Die Offenlage des Bebauungsplanentwurfs ist abgeschlossen. Eingereichte Stellungnahmen und Einwendungen werden aktuell geprüft. Der Satzungsbeschluss des Gemeinderates ist für die erste Jahreshälfte 2018 vorgesehen. Vorbereitende Arbeiten am Standort Wolfswinkel sind ab Herbst dieses Jahres geplant.
 
Im Fan-Shop des SC Freiburg (Schwarzwaldstr. 193) werden vom 6. bis 23.September ein 90x90 cm großes Stadion-Modell sowie großflächige Visualisierungen in einem Präsentationsraum ausgestellt. Zudem ist eine Broschüre ausgelegt. Der Raum steht allen Fans und Interessierten zu den üblichen Shop-Zeiten offen (Mo.-Fr. 9 bis 18 Uhr, Sa. 10 bis 14 Uhr). Viele Infos finden Sie auch unter stadion.scfreiburg.com.


Visualisierungen Siegerentwurf

Eingangssituation Stadion Freiburg (Visualisierung: HPP/ WillMore)

Blick von der Tribüne (Visualisierung: HPP/ WillMore)

Vogelperspektive (Visualisierung: HPP/ WillMore)

Stimmen zum neuen Stadion:

​​Das Stadion ist ein existenzieller Schritt für unseren Verein. Es ist unverwechselbar und einzigartig. Ich bin fest davon überzeugt, dass es Heimat für alle SC-Fans werden wird. Das Stadion ist etwas Besonderes, vor allem ist es ein echtes Fußball-Stadion. Es nach den vielen Jahren der Planungen nun präsentieren zu dürfen, erfüllt uns mit großer Freude. Wir wollen das Gute aus dem Schwarzwald-Stadion mit an den Wolfswinkel nehmen und dies als Basis sehen, einen bedeutenden Schritt in die Zukunft zu gehen. Wir freuen uns, alle Gäste und Nachbarn im neuen Stadion herzlich willkommen heißen zu dürfen.

Fritz Keller, Präsident SC Freiburg


Wer wie ich dem SC schon als Student von der Gegengerade des Dreisamstadions aus zugeschaut hat, wird nicht ohne Wehmut umziehen. Aber der Entwurf des neuen Stadions zeigt schon jetzt, dass im Wolfswinkel wieder was entstehen wird, was einen ganz eigenen Charakter besitzt, der zum Sport-Club und zu Freiburg passt. Außerdem wissen wir SC-Fans ja alle, dass der Verein, den wir in der Vergangenheit ins Herz geschlossen haben, ohne das neue Stadion keine Zukunft hätte.

Dieter Salomon, Oberbürgermeister der Stadt Freiburg


​​Den Fußball-Standort Freiburg zu sichern und zu entwickeln, ist unser Antrieb – für unsere Fans, den Verein, die Stadt, die Region, unsere Partner und unsere Sponsoren. Das neue Stadion ist hierfür die Grundvoraussetzung. Wir haben in den letzten Monaten und Jahren viel Energie, Leidenschaft, Zeit und Geld in dieses Projekt investiert. Umso mehr freue ich mich, dass es uns gelungen ist, einen Entwurf auswählen zu können, der unseren hohen Ansprüchen an Funktionalität und Architektur entspricht. Es ist ein wichtiges Etappenziel erreicht, nun gilt es weiterhin mit Klarheit sowie Entschlossenheit den Weg weiterzugehen.

Oliver Leki, Vorstand SC Freiburg


Der prägnante Entwurf von Köster und HPP passt wunderbar zu Freiburg und zeigt, dass dieser Standort hervorragend geeignet ist. Das Stadion fügt sich wie selbstverständlich zwischen Wolfsbuck, Flugplatz und Universität ein, hat einen unverwechselbaren Wiedererkennungswert und wird ein weiterer Identifikationspunkt für SC-Fans, aber auch für alle Bürgerinnen und Bürger Freiburgs sein.

Martin Haag, Bau-Bürgermeister der Stadt Freiburg


Für mich fühlt sich der Entwurf des neuen Stadions sofort nach Freiburg an: außergewöhnlich, eckig, kompakt. Vor allem aber bestätigt er in vielen Details, was der erste Eindruck verspricht. Mit der offenen Ausstrahlung des Stadions von außen oder mit dem hohen Stehplatzanteil drin. Dazu schafft es beste Voraussetzungen, um am Wolfswinkel die Arbeit mit den Profis und der U23 an einem Ort zusammen zu führen und damit Nachwuchs- und Lizenzabteilung noch enger zu verzahnen. Kurzum: Der Entwurf ist architektonisch gelungen und korrespondiert mit dem Gesamtkonzept des SC.

Jochen Saier, Vorstand SC Freiburg


Im gesamten Prozess der Entscheidungsfindung sehe ich wie im Siegerentwurf sehr viel SC Freiburg. Durchdachtheit, Funktionalität, Wirtschaftlichkeit, fruchtbare und auch kontroverse Diskussionen, Vernunft und Phantasie. Die konsequente Finanzpolitik über Jahre, ja Jahrzehnte, ist die Basis dafür, dass der Verein dieses wichtige Projekt mit hohem Kapitaleinsatz bewerkstelligen kann. Darauf können der SC, seine Mitglieder und seine Fans stolz sein.

Dr. Heinrich Breit , Aufsichtsratsvorsitzender SC Freiburg


Wir freuen uns, dass der vorgestellte Entwurf den Verein und die Stadt überzeugte und dass wir wieder einmal ein Fußballstadion für einen Erstligisten bauen dürfen. Bei der nun anstehenden Umsetzung legen wir größten Wert auf den fairen Dialog zwischen allen am Bau Beteiligten. Dies ist eine der wichtigsten Voraussetzungen, um die geforderten Qualitäten zu erreichen. Dabei verfolgen wir nicht nur eine technisch perfekte Fertigstellung, sondern auch eine nachhaltige Wirtschaftlichkeit der Immobilie.

Claude-Patrick Jeutter , Geschäftsführer Köster GmbH


Der Leitgedanke des Entwurfs basiert auf der architektonischen Formulierung eines identitätsstiftenden Baukörpers bestehend aus einer oktogonalen Grundform und eines orthogonalen Daches. Im Zusammenspiel mit den diagonalen Zugstützen entsteht ein dynamisches Erscheinungsbild sowie repräsentative und überdachte Zugangsräume an den Ecken. Der Bezug zum Stadioninnenraum wird bereits beim Betreten der Eingangsbereiche und der Promenade erlebbar, was die Vorfreude auf das Geschehen steigert und dazu einlädt, frühzeitig Teil des Geschehens zu werden. Die hieraus entstehende klare Formensprache schafft mit der als langsam ansteigendem Hügel modellierten Landschaft eine archetypische Grundform die von weitem als Ort des Fußballs erlebbar und von allen Seiten her barrierefrei erschließbar ist.

Antonino Vultaggio , Projekt Partner HPP Architekten GmbH


Bildhübsch sieht das neue Stadion schon mal aus und es hat dabei was ganz Eigenes. Ich freue mich auch deshalb darauf, weil es die Grundlagen dafür schaffen wird, dass der Sport-Club auch weiterhin seiner sozialen Verantwortung gerecht werden und sein gesellschaftliches Engagement noch weiter ausbauen kann. Nicht zu vergessen, dass ich dort hoffentlich noch viele tolle SC-Spiele live im Stadion miterleben darf.

Hannelore Stocker , Aufsichtsrätin SC Freiburg


Was ein Fußballstadion letztlich ausmacht, sind all die Menschen, die auf den Rängen stehen und sitzen, und dort für die in jedem Stadion eigene Atmosphäre sorgen. Was man bei den Entwürfen zum neuen SC-Stadion aber schon sehen kann: Der Sport-Club kriegt wieder eine schön enge Hütte, bei der die Fans eine durchgehende Steh-tribüne hinter dem Tor haben und überall dicht dran sind am Platz. Und wie jedes andere aussehen wird das neue Stadion auch nicht. Es sind also alle Voraussetzungen gegeben, dass es toll wird – die Mannschaft, die Trainer und die Fans werden es dann gemeinsam mit Leben füllen.

Christian Streich , Trainer SC Freiburg


Nachdem das aufwendige Verfahren in einem sorgfältig gestalteten Prozess nun beendet ist, kann ich der Stadt zu dem Ergebnis nun gratulieren. In Freiburg wird ein Fußballstadion entstehen, das allen heutigen Anforderungen an ein modernes und identitätsstiftendes Bauwerk gerecht wird. Die Entwerfer haben die äußere Hülle nicht der Form der Zuschauerfläche angepasst, sondern dort, wo sich normalerweise die Rundungen befinden, den Baukörper mit einer dem Rechteck folgenden Ecke ausgebildet. Durch diesen Kniff konnten für die klar definierten Eingänge des Stadions großzügige Überdachungen gewonnen werden, die bei schlechter Witterung einen willkommenen Schutz bieten. Bewundernswert ist die Selbstverständlichkeit, mit der die Architekten die Gebäudehülle entwickelt haben. Aber Architektur ist erst dann wirklich gut, wenn die Funktion, Organisation und Kosten perfekt erfüllt sind, was hinsichtlich des ausgewählten Planes seine Bestätigung findet.

Jórunn Ragnarsdóttir , Mitglied des Gestaltungsbeirates der Stadt Freiburg


Portrait

Köster GmbH

www.koester-bau.de

Die Köster GmbH ist einer der führenden Anbieter der Bauindustrie in Deutschland in den Bereichen Hoch- und Tiefbau. Im Jahr 1938 gegründet, ist die Köster GmbH mit Sitz in Osnabrück Teil der deutschlandweit tätigen Köster-Gruppe, die mit mehr als 1.750 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern 2016 einen Umsatz von 1,1 Mrd. Euro erzielte.

Für die Köster GmbH ist die Realisierung von Sportstätten, die auch in der ersten Liga Maßstäbe setzen, kein Neuland. So modernisierte und erweiterte sie bereits – oftmals wie jetzt in Freiburg in Zusammenarbeit mit der HPP Architekten GmbH – die BayArena in Leverkusen bei laufendem Spielbetrieb, erstellte die Volkswagen-Arena in Wolfsburg und den Ausbau der Nord- und Südtribüne des Signal-Iduna-Parks in Dortmund.


Portrait

HPP Architekten GmbH

www.hpp.com

HPP ist eine der ältesten und erfolgreichsten Architektenpartnerschaften Deutschlands. Mehr als 80 Jahre nach der Gründung durch Helmut Hentrich wird das Büro heute von der vierten Architektengeneration geführt. Zu den bekanntesten Projekten der Firmengeschichte zählen das Dreischeibenhaus in Düsseldorf, die Sanierung des Leipziger Hauptbahnhofes sowie der Düsseldorfer Tonhalle.

Seit der Planung der Multifunktionsarena „Auf Schalke“ ist auch der Sport allseits präsent. Das Fußballthema spielt dabei zunehmend eine wichtige Rolle, zuletzt wieder beim 2015 fertiggestellten Deutschen Fußballmuseum in Dortmund. Zu den Stadien-Referenzen zählen außerdem die Baltic Arena in Danzig, die Volkswagen Arena in Wolfsburg, die SAP Arena in Mannheim und das Frankenstadion in Nürnberg. International gewann HPP erst kürzlich zwei erste Preise in China: Für die Pudong Soccer Arena in Shanghai sowie für den Sportpark Xujiahui, ebenfalls in Shanghai, dessen bestehendes Stadion saniert und erweitert wird.

„Der Entwurf des Fußballstadions für den SC Freiburg sieht einen Baukörper mit einer klaren und zeitlosen Eleganz vor, der sich sanft in die Landschaft einfügt und eine identitätsstiftende Architektur für den SC Freiburg ausbildet“, erklärt Antonino Vultaggio, HPP-Projektpartner zur städtebaulichen Disposition. Eingebettet in die Topografie am Wolfswinkel im Westen Freiburgs, befindet sich das neue Stadion in unmittelbarer Nähe zum Flughafen.

Durch den Flugbetrieb in der Höhe limitiert, entsteht eine flache rechteckige Dachgeometrie. Sie wird durch außenliegende diagonale Zugstäbe bis zum Boden geführt. Im Zusammenspiel mit der achteckigen Grundform des Stadioninnenraums ergeben sich die Hauptzugänge an den Ecken. Sie orientieren sich mit ebenerdigen Entrees nach allen vier Seiten zu den Vorplätzen und bilden mit ihnen einen fließenden Übergang in den Außenraum. Dort kommen die Gästefans im Nordosten und die Heimfans im Südosten über einen langgestreckten Boulevard am Stadion an. Die umlaufende, teilweise ebenerdige Promenade dient als Verteiler. Eine Sichtfuge zwischen Ober- und Unterrang macht den Stadioninnenraum bereits hier für die Fans erlebbar. Durch diesen permanenten Bezug zum Innenraum wird die Promenade zu einer Aufenthalts- und Kommunikationszone für das Publikum - vor, nach und während des Spiels.

Die Tribünen sind so angeordnet, dass die Zuschauer von überall ideale Sichtbedingungen auf den Rasen haben und durch die Kesselwirkung eine stimmungsvolle Atmosphäre entsteht. „Schließlich steht das gemeinsame Erlebnis für alle Fans - neben der klaren und zeitlosen Architektursprache - im Vordergrund“ resümiert Antonino Vultaggio.

Entscheidend war es, den Anforderungen einer gleichberechtigten Nutzung aller Zuschauer gerecht zu werden und den Fußball von überall und zu jedem Zeitpunkt im Stadion erlebbar zu machen.

Das Stadion Freiburg vereint eine große Bandbreite an sportlichen und nichtsportlichen Veranstaltungsflächen unter einem Dach. Die Business-, Tagungs- und Veranstaltungsbereiche sind so konzipiert, dass sie während und außerhalb der Fußballspiele autark betrieben werden können. Die repräsentativen VIP-Bereiche der Obergeschosse befinden sich in einem herausragenden Baukörper, der einen überdachten Eingangsbereich ausbildet und dadurch das Hauptgebäude adressiert.


Veröffentlicht am 31.08.2017
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