Was lange währt, wird endlich gut

Sanierter Schlossbergturm eröffnet

Eines der meistbesuchten Spaziergangsziele in Sichtweite der Innenstadt ist wieder zugänglich: Der Schlossbergturm wurde am Freitag, den 1. September, nach über zweijähriger Schließung wieder eröffnet.

Ein Autokran hebt einen Stahlträger zum Schlossbergturm
Die neuen Stahlträger werden mit dem Kran montiert (Foto: A.J. Schmidt)

Die neuen Stahlstützen stehen dem Schlossbergturm gut (Foto: Stadt Freiburg)

Baubürgermeister Martin Haag auf dem Schlossbergturm am Geländer anlehnend. Im Hintergrund ist Freiburg zu sehen.
Baubürgermeister Martin Haag hat auf dem Schlossbergturm einen noch besseren Überblick als sonst (Foto: Stadt Freiburg)

Dirk Lautenbach, Projektleiter, entfernt ein Hinweisschild auf dem steht: "Schlossbergturm gesperrt!"
Projektleiter Dirk Lautenbach entfernt nach der Eröffnung die Hinweisschilder (Foto: Stadt Freiburg)

Blick auf das Münster und die Innenstadt Freiburgs
Vom Schlossbergturm aus lässt sich ganz Freiburg überblicken (Foto: Stadt Freiburg)

Der Schlossbergturm mit Stahlstützen von unten fotografiert
Der 33 Meter hohe Turm mal aus einer anderen Perspektive (Foto: Stadt Freiburg)

Ausblick über Freiburgs Süden mit viel Grün und Bergen im Hintergrund.
Ausblick auf den Freiburger Süden (Foto: Stadt Freiburg)

Wiedereröffnung nach zwei Jahren Schließung

Seit Mai 2015 war der im Jahr 2002 errichtete Schlossbergturm gesperrt, weil seine sechs Holzstützen unrettbar von Pilzen und Schädlingen befallen waren. Deshalb wurden die neuen, rund 33 Meter langen Träger nun aus Stahlrohren gefertigt. Ihre Montage vor Ort war ursprünglich für Ende 2016 angekündigt und musste seither – auch wegen der anhaltend guten Baukonjunktur – mehrfach verschoben werden.

Die Arbeiten am Schlossberg begannen in der ersten Augusthälfte. Nachdem die Schlussabnahme mit Gebäudemanagement (GMF), Tragwerksplaner und dem Baurechtsamt erfolgt ist, steht der Turm nun wieder für alle offen. Die Stahlstützen werden hoffentlich länger halten als ihre Vorgänger aus Holz. Dank Vorfertigung mussten keine Arbeiten vor Ort durchgeführt werden, bei denen die Verzinkung hätte beschädigt werden können.

Video: Der Schlossbergturm aus der Vogelperspektive

Video: A.J. Schmidt und F. Große


Was ist Korrosionsschutz und warum braucht man ihn?

Wie die meisten Stahlkonstruktionen ihrer Art erhalten die sechs Träger des Schlossbergturms einen Zinküberzug. Zink bildet infolge von Bewitterung eine Deckschicht aus vorwiegend basischen Verbindungen, die die Oberfläche schützt. Diese Schutzschicht besteht aus mehreren Lagen; aufgrund der Korrosivität des Umgebungsklimas wird die oberste Lage permanent abgetragen und durch darunter liegendes Zink erneuert. Mit der Zeit wird die Zinkschicht also immer dünner, allein ihre anfängliche Stärke bestimmt die spätere Schutzdauer.

Den Standard in Bezug auf Schutzdauer setzt die Zink- Korrosionskarte, die das Umweltbundesamt herausgibt. Demnach liegt der natürliche Zinkabtrag in der Region Freiburg bei 0,5 bis 0,8 Mikrometer pro Jahr. Die neuen Pylone des Schlossbergturms mit einem durchschnittlichen Zinküberzug von 85 Mikrometern genießen also eine theoretische Schutzdauer von 100 bis 170 Jahren.

Dank der langen Schutzdauer des Zinküberzuges sind also keine (oder nur minimale) Instandhaltungskosten beim Tragwerk zu erwarten. Zudem haben Stahlbauteile gegenüber Holz einen weiteren Vorteil: Dank genormter Werkstoffmaße und computer-gestützter Fertigungs-Software (CAD/CAM) ist ein passgenauer Teilersatz mit geringem Aufwand möglich.

Die Pylone

Die sechs neuen Pylone wurden bei der Freiburger Firma Winterhalter Stahlbau auf der Haid gefertigt. Sie haben rund 40 Zentimeter Rohrdurchmesser (406,4 mm) und eine Wandstärke von 12,5 mm. Jeder Pylon besteht nur aus drei Einzelteilen, damit konnte die Zahl der neuralgischen Stoßpunkte gering gehalten werden. Ein Pylon-Einzelteil ist jeweils rund 10,50 Meter lang und wiegt gut 1,5 Tonnen. Insgesamt wurde am Schlossbergturm also (inklusive der Klein- und Anschlussteile) eine Stahlmenge von 29 Tonnen verbaut.

Die Kosten

Die Stahlbauarbeiten haben insgesamt ein Volumen von 192.800 Euro. Bei den Erd- und Landschaftsbauarbeiten rund um den Turm liegt die Kostenerwartung bei 15.000 Euro. Die provisorische Baustellenzufahrt hat 4.200 Euro gekostet.

Kontroll- und Prüfaufwand

Entsprechend den Bauwerk-Prüfungsrichtlinien wird der Schlossbergturm jährlich in Augenschein genommen. Eine einfache Prüfung hat alle drei Jahre, eine Hauptprüfung alle sechs Jahre zu erfolgen. Bei der Hauptprüfung kommen Hubsteiger oder Drohnen zum Einsatz, um auch unzugängliche Stellen zu sichten, die nicht fußläufig zu erreichen sind. Mit weiteren Wartungskosten ist nicht zu rechnen.

Veröffentlicht am 18.08.2017
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