Freiburg pflegt Kaiserstühler Rebböschungen

Ökologischer Ausgleich für das neue Stadion

Die Stadt Freiburg hat nun geeignete Flächen für den ökologischen Ausgleich des neuen Fußballstadions am Kaiserstuhl gefunden. Durch intensive Pflege könnten hier Böschungen von Rebterassen in wertvollen Trockenrasen verwandelt werden.

Die Reblandschaft in Oberbergen am Kaiserstuhl
Die mechanische Pflege bei bis zu 30 Meter hohen und sehr steilen Böschungen ist nicht leicht. Deswegen verbuschen viele Flächen, wie im Fall von Oberbergen hier auf dem Bild zu sehen ist (Foto: G. Süssbier)

Unvermeidbare Eingriffe in Natur und Landschaft müssen grundsätzlich durch Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen kompensiert werden. Dies bestimmen das Bundesnaturschutzgesetz und das Baugesetzbuch. Wenn also die Stadt Magerrasen am Flugplatz für das neue Fußballstadion in Anspruch nimmt, muss sie hierfür einen Ausgleich leisten. Wenn dies nicht auf der eigenen Gemarkung möglich ist, kann die Kommune eine solche Renaturierung auch in anderen Gemeinden durchführen und finanzieren.

Ausgleichsflächen in Bischofingen, Oberbergen, Oberrotweil und Schelingen

Der Ausgleich für die Stadionfläche am Flugplatz geschieht nun mit Flächen am Kaiserstuhl. In einem kürzlich geschlossenen Vertrag zwischen den Gemeinden Freiburg und Vogtsburg, verpflichtet sich die Stadt über einen Zeitraum von 30 Jahren rund 20 Kilometer Rebböschungen zu pflegen. Damit generiert Freiburg fast 2 Millionen Ökopunkte. Die Gesamtkosten werden auf rund 2,1 Millionen Euro veranschlagt. Vogtsburgs Bürgermeister Benjamin Bohn war 2015 auf die Stadt zugekommen und hatte die gemeindeeigenen Böschungsflächen als potenzielle Ausgleichsflächen angeboten, da sie durch die benötigte Pflege eine große Belastung für die Kommune darstellen. Die Flächen befinden sich in den Vogtsburg-Ortsteilen Bischofingen, Oberbergen, Oberrotweil und Schelingen.

Seltene Arten profitieren von den Pflegeeingriffen

Durch den Vertrag profitieren nicht nur die Gemeinden Vogtsburg und Freiburg, sondern auch der Naturschutz: Viele der bis zu 30 Meter hohen und sehr steilen Böschungen sind von wenigen invasiven Arten überwachsen, wie zum Beispiel der Goldrute, der amerikanischen Rebe oder der Akazie. Dabei kann von den verwilderten Reben auch die Gefahr von Reblausbefall ausgehen. Die Flächen werden dann zunächst gemäht oder gemulcht und anschließend wird das Mähgut abgezogen. Außerdem können einige Flächen auch mit Mähgut von Trockenrasen des inneren Kaiserstuhls abgedeckt werden. Aus den Sämereien entwickeln sich dann wertvolle und seltene Arten, wie die Kugelblume oder das Brandknabenkraut.

Das Thema ökologischer Ausgleich wird die Stadt Freiburg in Zukunft noch oft beschäftigen, gerade da die Umwandlung der Dietenbachniederung in ein neues Wohnquartier ansteht. Auch diese Veränderung erfordert einen umfangreichen ökologischen Ausgleich.

Veröffentlicht am 15.08.2017
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