Der neue Theaterintendant ist da

Peter Carp stellt sein Konzept vor

Menschen gehen ins Theater, weil sie Geschichten von Menschen hören wollen. Mit diesem Credo stellte sich der designierte Intendant des Theaters Freiburg, Peter Carp, in der vergangenen Woche den Medien vor. Ab kommendem Herbst wird Carp die Arbeit von Barbara Mundel übernehmen.

Sie wollen neue Geschichten erzählen: Peter Carp (Intendant), Tatjana Beyer (Musiktheater), Georg Heckel (Betriebsdirektor),Tamina Theiß (Schauspiel, Performance), Michael Kaiser (Junges Theater), Rüdiger Bering (Chefdramaturg), Adriana Almeida Pees(Tanz), Michael Billenkamp (Schauspiel) und Tim Lucas (Presse) (v. l.). (Foto: A. J. Schmidt)

Das Theater, so Carp, sei der Ort, wo sich Geschichte und Gesellschaft verdichten, wo eine Vielfalt von Perspektiven aufeinandertreffen und wo sich Menschen unterschiedlicher Herkünfte mischen. Deshalb bereiten nicht nur die Aufführungen Vergnügen, sondern auch die direkten Begegnung mit anderen Menschen. Um dem Publikum die Chance zu bieten, das Stammpersonal in vielen verschiedenen Rollen zu erleben, will Carp das eigene Ensemble stärken. Thematisch liege sein Schwerpunkt vor allem in der internationalen Ausrichtung, sagte Carp. Regieführende aus dem Iran, aus Südafrika, Frankreich, Belgien, Polen, USA, Dänemark und Norwegen werden dem Freiburger Publikum ihre Sichtweisen nahebringen. Bereits im Theater Oberhausen, das Carp seit 2008 leitet, setzte er auf eine internationale Ausrichtung der künstlerischen Arbeit.

Großes Leitungsteam

Und bunt zu werden, verspricht auch das zeitgenössische Musiktheater mit Künstlern und Ensembles aus England, Argentinien, Griechenland, Israel und Brasilien. Aufgemischt wird unter der neuen Intendanz auch die arbeitsteilige Organisation des Hauses: Sparten und Spartendirektoren oder -direktorinnen gehören der Vergangenheit an. Das neue Leitungsteam setzt sich zusammen aus Rüdiger Bering (Chefdramaturg), Tatjana Beyer (Musiktheater), Michael Billenkamp (Schauspiel), Adriana Almeida Pees (Tanz), Tamina Theiß (Schauspiel, Performance), Michael Kaiser (Junges Theater), Fabrice Bollon (Generalmusikdirektor), Georg Heckel (Betriebsdirektor) und Tim Lucas (Pressearbeit). Außer Kaiser und Bollon sind alle anderen neu in Freiburg.

45 Premieren in der nächsten Spielzeit

Das anspruchsvolle Programm der Spielzeit 17/18 mit 45 Premieren wird im Herbst detailliert vorgestellt. Klar ist aber schon jetzt: Das Mammutvorhaben kann nur mit Unterstützung von Gastspielen und Kooperationen bewältigt werden. Vieles wird also neu am Freiburger Theater, aber manch Bewährtes bleibt erhalten. Weiterhin wird es beispielsweise eine enge Zusammenarbeit mit anderen Freiburger Theatern und Kultureinrichtungen geben. Auch das Kindermusikfestival Klong, das Lirum-Larum-Lesefest und das Tanz- und Theaterfestival bleiben im Programm. Öffnen will Carp auch wieder die seit letzten Herbst geschlossene Passage 46. Neben Gastronomie in Eigenregie soll es dort auch Veranstaltungen geben.

Dank an Barbara Mundel

Großen Dank richtete Carp an seine Vorgängerin Barbara Mundel, die „sehr tolles Theater“ gemacht habe und ihn nun bei der Übergabe unterstütze. Das Image einer ländlichen Kleinstadt, das Freiburg teils von sich selber zeichne, unterschlage die tatsächlichen Möglichkeiten. Er freue sich auf die Arbeit in der Großstadt Freiburg und auf ein theaterbegeistertes Publikum.

Veröffentlicht am 18.05.2017