OB-Sprecher und Amtsblattgründer

Walter Preker verstorben

Genau 673 Ausgaben des Amtsblatts gingen durch seine Hände. Er begleitete die Diskussion der Themen, gab Anregungen, wog ab, steuerte Texte bei, las Korrektur und gab den Artikeln den letzten Schliff. Seit der Gründung des Blatts im November 1988 galten der Rathauszeitung sein ganzes Engagement und seine volle Zuwendung. Transparenz und Öffentlichkeit des kommunalen Geschehens waren sein Anliegen, die demokratische Beteiligung sein Ziel. Sein Werkzeug war das präzise, geschriebene Wort.

Walter Preker mit "seiner" letzten Amtsblattausgabe bei derVerabschiedung im Juni 2016 im Rathaus. (Foto: A. J. Schmidt)

Dem Amtsblatt verlieh Walter Preker das publizistische Konzept mit 14-täglichem Erscheinen, haushaltsdeckender Auflage, Beiträgen der Gemeinderatsfraktionen und der alleinigen Konzentration auf das Geschehen im Rathaus. Alles andere, was in Freiburg von Bedeutung war, sollte der freien Presse überlassen bleiben. Diese Grundsätze gelten bis heute fort.

Doch trotz seines Faibles für den Print-Journalismus im Allgemeinen und das Amtsblatt im Besonderen, lag seine Hauptaufgabe in der Pressearbeit für den Oberbürgermeister. Als Dreh- und Angelperson zwischen Öffentlichkeit und Stadtverwaltung fanden viele wichtigen Entscheidungen des Rathauses den Weg über seinen Schreibtisch in die Medien. Er war erster Ansprechpartner für Journalistinnen und Journalisten, die ihre Fragen zuerst an ihn richteten und durchweg eine zufriedenstellende Auskunft erhielten. Denn er konnte sich aus eigener journalistischer Erfahrung gut in ihre Rolle versetzen. Legendär war außerdem sein Ruf als exzellenter Kenner des Rathausgeschehens und der politischen Zusammenhänge.

Vor allem bei kontroversen Themen ist die Stellung des Pressesprechers heikel, denn es heißt die Balance zwischen Loyalität gegenüber dem Arbeitgeber und dem Vertrauen bei den Journalisten zu finden – ein Kunststück, das ihm fast immer gelang und ihm höchste Anerkennung auf beiden Seiten des Schreibtischs eintrug.

Zu seinen Aufgaben gehörte es auch, Reden und Grußworte für den Oberbürgermeister zu formulieren und dabei immer den zum Anlass passenden Ton zu treffen. Zugute kamen ihm dabei seine geradezu intimen Kenntnisse der Freiburger Stadtgesellschaft und seine über viele Jahre gewachsenen Erfahrungen. Unter anderem war er drei Jahrzehnte lang Teilnehmer, später auch Geschäftsführer und Protokollant der Dezernentenkonferenz, dem zentralen Steuerungsgremium der Stadt mit dem Oberbürgermeister und den Dezernenten. Hier fallen die wichtigsten verwaltungsinternen Entscheidungen.

Walter Preker wurde in westfälischen Werl geboren und war nach einem Zeitungsvolontariat zunächst Lokalredakteur in Soest. Ein 1975 begonnenes Jurastudium brach er ab, als er in seiner Heimatstadt für die SPD in den Gemeinderat gewählt wurde. 1980 wurde er Pressesprecher der Stadt Lüneburg und wechselte 1985 nach Freiburg, wo er die Leitung des städtischen Presseamts übernahm. Insgesamt 17 Jahre arbeitete er zunächst für Oberbürgermeister Rolf Böhme und anschließend weitere 14 Jahre für Dieter Salomon. Im Juni 2016 ging er mit 64 Jahren in den Ruhestand.

Am vorletzten Wochenende verstarb Walter Preker nach kurzer und schwerer Krebserkankung. Er hinterlässt seine Frau und zwei Söhne. Die Beerdigung fand am vergangenen Wochenende auf dem Freiburger Hauptfriedhof statt.

Veröffentlicht am 20.04.2017

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