Auslobungstext für Architektenwettbewerb beschlossen

Planung für den Stadtteil Dietenbach wird konkret

Nach dreijähriger Vorbereitung tritt das geplante Wohnquartier Dietenbach in die Realisierungsphase. Der Gemeinderat beschloss am vergangenen Dienstag mit großer Mehrheit nicht nur den umfangreichen Auslobungstext für den Architektenwettbewerb mit zahlreichen Vorfestlegungen, sondern auch das Kooperationsmodell mit der Sparkasse Freiburg-Nördlicher Breisgau.

Auf den Äckern der Dietenbachniederung ruhen die Hoffnungen auf neue Wohnungsbauflächen.
Auf den Äckern der Dietenbachniederung ruhen die Hoffnungen auf neue Wohnungsbauflächen. Auf rund einem Quadratkilometer Acker- und Wiesenland diesseits und jenseits desDietenbachs könnten 12.500 Menschen eine neue Bleibe finden. (Foto: A. J. Schmidt)

Mit den Vorschlägen der Verwaltung, so sagte Baubürgermeister Martin Haag, sei eine Balance zwischen Wirtschaftlichkeit und Qualität des neuen Stadtteils gewährleistet. Bei der europaweiten Ausschreibung sollen zunächst insgesamt 30 Architekturbüros ihre Vorschläge einreichen. Im zweiten Schritt soll eine kleine Auswahl von Entwürfen von Fachleuten und Bürgerschaft diskutiert und dann überarbeitet werden, bevor die Vergabekommission den Siegerentwurf auswählt. Ziel ist ein urbaner und sozial durchmischter Stadtteil mit Reihenund Geschosswohnungsbau und insgesamt 5500 Wohneinheiten im freifinanzierten, geförderten und preisgebundenen Miet- und Eigentumswohnungsbau.

Der Stadtteil soll im Rahmen einer "städtebaulichen Entwicklungsmaßnahme" verwirklicht werden. Dieses Instrument des Baurechts erlaubt es der Stadt, die Grundstücke, die sich überwiegend im Privatbesitz befinden, zum Gutachterwert von 15 Euro je Quadratmeter zu kaufen, und später zum Verkehrswert für erschlossene Grundstücke wieder zu veräußern.

Mit dem Erlös finanziert die Stadt die Infrastruktur aus Straßen, Leitungen, Schulen, Kindergärten und vielem anderen. Weil die meisten der über 400 Eigentümer aber zu diesen Bedingungen nicht verkaufen wollen und die Stadt weder Enteignungen durchführen möchte noch höhere Preise zahlen darf, ist kürzlich die Sparkasse Freiburg als Kooperationspartner hinzugetreten. Sie bietet den Eigentümern jetzt 65 Euro je Quadratmeter und kann nach Beschluss des Gemeinderats nun mit der Stadt eine "Abwendungsvereinbarung" treffen, mit der ein Interessenausgleich gelingen könnte. Damit verzichtet die Stadt auf den Grunderwerb, verpflichtet die Käufer jedoch auf das städtebauliche Ziel.

In der Debatte unterstrichen CDU, SPD, JPG, FW und FDP noch einmal die Notwendigkeit des verstärkten Wohnungsbaus - zumal die Bevölkerungszuwachsprognosen immer weiter nach oben deuten. Während vor allem die SPD und FDP darauf drängten, dem preisgünstigen Wohnungsbau Vorrang vor kostentreibenden ökologischen Standards zu geben, forderten Grüne und UL, die energetische und städtebauliche Qualität nicht der Wirtschaftlichkeit zu opfern. FL/FF stellten nicht nur die Notwendigkeit des neuen Stadtteils generell infrage, sondern bezweifelten, ob es überhaupt gelinge, dort preisgünstigen Wohnraum zu errichten.

Veröffentlicht am 06.04.2017

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