66,58 Meter: Waldtraut vom Mühlwald bleibt der höchste Baum Deutschlands

Das Ergebnis der Messung durch Schüler der Vermesser-Klasse B1VT1 der Friedrich-Weinbrenner-Gewerbeschule liegt jetzt vor

Waldtraut ist 66,58 Meter hoch. Dies ist das amtliche Endergebnis der Messung, die zehn Schülerinnen und Schüler der Vermesser-Klasse B1VT1 der Friedrich-Weinbrenner-Gewerbeschule (FWG) unter Leitung ihres Klassenlehrers Elmar Pfeiffer am Dienstag vor Ort vorgenommen haben. Andreas Schäfer vom Forstamt dankte den FWG-Kräften im Namen der Stadt für ihren Einsatz nach Maß.
 
Die Messung der strebsamen Douglasie im Mühlwald oberhalb von Günterstal geschah nämlich im Auftrag des städtischen Forstamtes. Sie belegt: Waldtraut ist weiterhin der höchste Baum Deutschlands. Frühere Messungen hatten folgende Ergebnisse geliefert:
64,83 Meter am 21. November 2012,
65,69 Meter am 21. August 2013,
65,80 Meter am 26. März 2014.
 
Das bedeutet: Waldtraud wächst im Schnitt weiterhin 30 bis 33 Zentimeter pro Jahr – und das trotz ihres betagten Alters von 107 Jahren. (Sie war 1913 als dreijähriger Setzling in den Stadtwald gekommen.) Auch in naher Zukunft ist mit konstantem Höhenzuwachs zu rechnen, da Waldtraud Teil einer Douglasien-Kolonie an einem idealen Standort ist, einem feuchten Dobel am Nordosthang des Illenbergs. Auch die umstehenden Douglasien, allesamt Teil derselben Versuchspflanzung von 1913, sind ähnlich gut gewachsen und stehen ihrer berühmten Schwester an Höhe wenig nach.
 
Wo die deutsche Rekordhalterin im europäischen Vergleich steht, ist derzeit nicht zu ermitteln. Dazu gibt es in anderen Ländern zu wenige amtlich vermessene Bäume. Die Webseite monumentaltrees.com führt als Europas höchste Bäume derzeit zwei Blaue Eukalypten bei Coimbra/Portugal (73 Meter) und in Galizien/Spanien (71,40 Meter); in dieser Liste rangiert Waldtraud auf Platz sechs. Allerdings ist bekannt, dass nicht jeder Waldbesitzer, der einen hohen Baum hat, diesen an die große Glocke hängt.
 
Dass Waldtraud heute überhaupt hier steht, ist den Freiburger Forstleuten zu Beginn des 20. Jahrhunderts zu verdanken. Damals wurden versuchsweise Baumarten aus Nordamerika gepflanzt, um das örtliche Spektrum an Baumarten, das unter der letzten Eiszeit in Mitteleuropa gelitten hatte, zu bereichern. Pseudotsuga menziesii, die Gewöhnliche Douglasie von der nordamerikanischen Westküste, hat sich dabei besonders gut integriert und wächst deutlich höher und schneller als ihre heimischen Nadelbaumverwandten.
 
Von seiner Weltumsegelung 1791-95 hatte der Naturforscher Archibald Menzies das erste Douglasien-Exemplar von Vancouver Island nach Europa mitgebracht. 1880 beschloss der Verein Deutscher Forstlicher Versuchsanstalten, Douglasien in größerem Umfang anzubauen. 1896 trafen dann die ersten Douglasien im Freiburger Stadtwald im Forstrevier Günterstal ein, übrigens eine der wenigen derartigen Versuchsflächen in Baden. Es wird vermutet, dass die Freiburger Douglasien aus einer in Nordamerika zwischenzeitlich untergegangenen Herkunft stammen. In jedem Fall wurde ihr Saatgut zum seltenen Glücksgriff: Waldtraud und ihre Verwandtschaft zeigten sich in mehreren Anbauversuchen anderen Douglasien-Herkünften überlegen. Heute verjüngen sich die Freiburger Douglasien auf natürliche Weise. Nur bei Sturmschäden wird nachgepflanzt. Das Freiburger Saatgut wird inzwischen für seine gute Qualität gerühmt.
 
Wie ist Waldtraud zu erreichen?
Als Ausgangspunkt zum höchsten Baum Deutschlands eignet sich das Waldhaus an der Wonnhalde oder die Bushaltestelle Kyburg der VAG. Variante 1 ist länger, aber weniger steil. Dazu folgt man vom Waldhaus über 4,5 Kilometer und 180 Höhenmeter der Beschilderung „Höchster Baum Deutschlands“. So gelangt man über die Waldfahrstraße Lorettoberg-Kyburg, später den Illenbergweg und schließlich den Mühlwaldweg zu Waldtrauts Standort.
 
Von der Haltestelle Kyburg führt ein markierter Wanderweg des Schwarzwaldvereins jenseits der Brücke über den Bohrerbach in Richtung Luisenhöhe. Er trifft bald auf den genannten Illenbergweg. Auch an diesem Weg finden sich die Hinweisschilder „Höchster Baum Deutschlands“; er überwindet auf nur 2,5 Kilometer über 150 Höhenmeter.

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Veröffentlicht am 22.03.2017

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