Schutz vor der Kälte

Wohnungslose erhalten Obdach im ehemaligen ADAC-Gebäude

Vom kommenden Mittwoch, 11. Januar, an wird die Stadtverwaltung das ehemalige ADAC-Gebäude in der Haslacher Straße 199 bis Ende März als provisorischen Erfrierungsschutz für wohnungslose Personen nutzen.

Diese vorübergehende Nutzung soll die Erstanlaufstelle „Oase“ entlasten. Sie wurde in Abstimmung mit Sozialbürgermeister Ulrich von Kirchbach, dem Amt für Soziales und Senioren und dem ADAC in Anbetracht des Kälteeinbruches kurzfristig beschlossen.
 
Bis zu zehn wohnungslose Personen können dann im Erdgeschoss des Gebäudes von 20 Uhr bis 9 Uhr morgens nächtigen. Ein Sicherheitsdienst ist vor Ort und sorgt dafür, dass das Gebäude morgens geräumt wird und tagsüber verschlossen bleibt. Zudem soll er Belästigungen der Anwohnerschaft unterbinden.
 
Für die neue Nutzung ist kein Umbau des Gebäudes nötig. Kosten (in knapp fünfstelliger Höhe) entstehen der Stadtkasse nur durch den privaten Sicherheitsdienst. Falls der Platzbedarf kurzfristig steigen sollte, könnten auch die Obergeschosse im Gebäude belegt werden.
 
Damit sieht sich die Sozialverwaltung für den Wintereinbruch gut gerüstet. Zuvor wurden bereits ein Gebäude in der Bötzinger Straße für Familien, denen die Obdachlosigkeit droht, geöffnet und das bisherige Flüchtlingsheim an der Waltershofener Straße, ebenfalls im Gewerbegebiet Haid, für Obdachlose eingerichtet.
 

Möglichst niemand soll abgewiesen werden

Die Erstanlaufstelle „Oase“ in der Haslacher Straße 11 ist aktuell stark, aber nicht übermäßig belegt. Nacht für Nacht kommen derzeit rund 50 Obdachlose hierher – Platz wäre im äußersten Notfall für über 70 Personen. Die Sozialverwaltung geht davon aus, dass wie in den vergangenen Wintern niemand abgewiesen werden muss.

Sozialbürgermeister Ulrich von Kirchbach betont: „Wir haben den Auftrag, Gefahr von Leib und Leben unserer Bürger abzuwenden, immer sehr ernst genommen und tun das auch weiterhin. Wer bei uns anklopft, wird nicht abgewiesen.“
 
Ende März endet der städtische Mietvertrag für das ADAC-Gebäude. Dann will sein Eigentümer, der Automobilclub, es abreißen und an dieser Stelle einen Neubau mit Wohnungen errichten.
 
Bis zum Dezember 2016 waren in der Haslacher Straße 199 bis zu 145 Geflüchtete untergebracht. Die Gesamtfläche des bestehenden Gebäudes liegt bei 1450 Quadratmetern: 500 im Erdgeschoss, 950 in den Obergeschossen.

Veröffentlicht am 05.01.2017

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