Netzausbau

Freiburg erhält zukunftsfähiges Internet

Die Deutsche Telekom baut Freiburg nahezu flächendeckend mit Glasfaserkabeln aus.Mehr als zehn Stadtteile bekommen dadurch schnelleres Internet. Stadt und Telekom haben nun eine Absichtserklärung unterzeichnet.

Solche Downloadraten gehören ab Oktober 2017 der Vergangenheit an (Foto: Stadt Freiburg.)

Freiburg erhält nahezu flächendeckend ein zukunftsfähiges Internet. Bereits 2007 baute die Deutsche Telekom die Innenstadt und die innenstadtnahen Bereiche mit Glasfaserkabel (VDSL/50MBit/s) aus. Bei einer 2015 durch die Stadt durchgeführten Markterkundung sagte die Telekom der Stadtverwaltung einen Ausbau innerhalb der nächsten drei Jahre zu. Jetzt ist es soweit. Die Telekom setzt ihre Zusage in die Tat um. Nicht nur der unterversorgte Freiburg Osten mit Littenweiler, Ebnet und Kappel, sondern auch die westlichen Stadtteile Haslach, St. Georgen, Weingarten, Haid und Landwasser und im Norden Zähringen und das Industriegebiet Gebiet Nord sollen ausgebaut werden. Auch Hochdorf steht auf der Ausbauliste.

„Schnelles Internet ist ein Stück Daseinsvorsorge“, so Oberbürgermeister Dieter Salomon, „die Aktivitäten der Telekom bringen uns einen großer Schritt nach vorne“. Damit das ambitionierte Bauvorhaben der Telekom zügig umgesetzt werden kann, unterzeichnet die Stadt und die Telekom heute eine Absichtserklärung. „Diese Erklärung soll signalisieren, dass wir am selben Strang ziehen“, erläutert Baubürgermeister Martin Haag, „das Garten- und Tiefbauamt wird die Telekom bei der Umsetzung nach Kräften unterstützen“.

Andreas Czaschke, Leiter Regionale Produktion der Telekom, sagt einen zügigen Ausbau zu. „Wenn alle Voraussetzungen gegeben sind, dann haben die Bürgerinnen und Bürger in den nun auszubauenden Freiburger Stadtteilen schon bis Herbst nächsten Jahres den schnellen Zugang auf die Datenautobahn. Wir bringen Jahr für Jahr mehr Menschen ins schnelle Internet als jedes andere Unternehmen und unterstützen damit nach besten Kräften die Ziele von Bund und Land“, erklärte er. „Dafür investieren wir allein in Deutschland jährlich bis zu vier Milliarden Euro in den Netzausbau. Czaschke machte deutlich, „dass der Vectoring-Ausbau ein Glasfaserausbau ist“. Bei Vectoring wird die Glasfaser bis zu den Kabelverzweigern, den grauen Kästen am Straßenrand, verlegt. „Sollte in Zukunft die Nachfrage nach Glasfaseranschlüssen bis in die Haushalte weiter ansteigen, tauschen wir die restliche Kupferstrecke ebenfalls aus – die Wirtschaftlichkeit vorausgesetzt. Das ist der zweite Schritt in die Gigabit-Gesellschaft“, so Czaschke. Schon heute betreibt die Telekom mit über 400.000 Kilometern in Deutschland eines der engmaschigsten Glasfasernetze in Europa. Allein in den vergangenen fünf Jahren hat die Telekom über 120.000 Kilometer Glasfaser neu verlegt.

„Die Deutsche Telekom wird dieses ambitionierte Bauprogramm ohne öffentliche Mittel realisieren“, sagt Christopher Beußel, Regio-Manager der Telekom. „Insgesamt investiert die Telekom in den VDSL Vectoringausbau in Freiburg mehrere Millionen Euro“.

Für die zügige Umsetzung der Breitbandprojekte in ganz Freiburg ist Hermann Hahn beim Garten- und Tiefbauamt (GuT) zuständig. „Besonders die Versorgung von Kappel und Ebnet ist sehr unbefriedigend“, erläutert Hahn, „dort wollen wir vorrangig Abhilfe schaffen“.

Voraussichtlich im Frühjahr 2017 ist Baubeginn im Freiburger Osten. Wie bereits im Vauban und der Unterwiehre realisiert, setzt das Unternehmen auf die so genannte Vectoringtechnik. Dazu wird ein Glasfaserkabel, möglichst ohne Aufgrabung in bestehende Leerrohre bis zum Verteilerkasten verlegt (FTTC =Fibre to the curb). Das bestehende Kupferkabel zwischen Verteilerkasten und Wohnung wird weiterhin genutzt. Mit dieser Technik steigt die Internetgeschwindigkeit beim Herunterladen auf bis zu 100 MBit/s und beim Hochladen auf bis zu 40 MBit/s. Das gesamte Projekt soll bis Oktober 2017 umgesetzt werden.

„Anfang 2018 werden wir in nahezu ganz Freiburg eine zukunftsfähige Internetversorgung vorweisen können“, sagt OB Salomon, “die verbleibenden weißen Flecken Tiengen und Benzhausen werden wir jedoch nicht vergessen“.
Im Gegensatz zu Tiengen, welches für Privatnutzer mit 10 bis 30 MBit/s überwiegend ausreichend versorgt ist (<30 MBit/s gilt als unterversorgt) ist Benzhausen durch die dezentrale Lage ungenügend versorgt (<3 MBit/s). Bisher hat sich noch kein Telekommunikationsunternehmen bereit erklärt, dort eigenwirtschaftlich zu erschließen. Die Stadt bemüht sich aber auch hier mittelfristig eine Lösung zu erreichen.

Veröffentlicht am 21.11.2016

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