Zentren-Aktivierungs-Konzept Betzenhausen-Bischofslinde: Öffentliche Freigabe der Sundgauallee am Montag, 7. November, 11.30 Uhr

Gleichzeitig zur Neugestaltung der Sundgauallee noch Straßenbahngleise und -haltestellen sowie Sundgaubrücke und Fußgängerunterführung an der Paduaallee saniert

Auf der Sundgauallee heißt es ab Montag, den 7. November, wieder freie Fahrt. Um 11.30 Uhr wird Baubürgermeister Prof. Martin Haag diese Verkehrsader im feierlichen Rahmen wieder für den Verkehr freigeben. Rund sieben Monaten intensive Bauzeit finden damit einen Abschluss. Die Eröffnung wird auf dem Betzenhauser Torplatz stattfinden, bei schlechtem Wetter im überdachten Eingang der Sundgaupassage, Sundgauallee 55.

Die Umgestaltung der Sundgauallee zwischen Dietenbachstraße und Angelus-Silesius-Straße ist zentraler Bestandteil des Zentren-Aktivierungs-Konzepts Betzenhausen-Bischofslinde (ZAK). Hiermit sollen die Stadtteilzentren Am Bischofskreuz und Sundgauallee durch Um- und Neugestaltung gestärkt werden. Für die konkrete Planung seit 2012 hatte es auch vielfache Rückkopplung mit der Bevölkerung und mit den dort ansässigen Geschäften gegeben. Über diese Beteiligung konnte das federführende Amt für Projektentwicklung und Stadterneuerung (APS) erreichen, dass im vergangenen Dreivierteljahr der Bauarbeiten möglichst viele Bürgerinnen und Bürger sowie der Einzelhandel gut informiert waren.

Dies war wichtig, weil drei große Projekte gebündelt wurden: Gleichzeitig zur Umgestaltung der Sundgauallee fand auch eine notwendige Erneuerung der Straßen einschließlich Sanierung der Sundgaubrücke sowie die Sanierung der Straßenbahngleise statt. Die größte Herausforderung gab es in diesem Jahr zwischen dem 25. Juli und dem 11. September, als die Stadtbahn wegen der Gleiserneuerung nicht fuhr. Gute Koordination aller Gewerke sowie Arbeitszeiten bis in die späten Abendstunden und an Wochenenden ließen die Stadtbahnen ab Schulbeginn am 12. September wieder fahren.

Wichtig für die Zeit der Umbauten war auch das begleitende Baustellenmarketing. Ein Geschäftsstraßenmanagement konnte die verschiedenen Beteiligten mit ihren speziellen Bedürfnissen und Anliegen immer wieder an einen Tisch bringen und gemeinsam Projekte wie die regelmäßige Informationen entwickeln und umsetzen. Bürgerverein, IG Subi, Stadt, Freiburger Verkehrs AG (VAG) entwickelten gemeinsam Informationsfaltblätter und Baustellenschilder.

Der verantwortliche Bürgermeister Haag zeigt sich zufrieden: „Der aufwendig betriebene Planungsprozess mit vielen Beteiligungs- und Informationsveranstaltungen hat sich gelohnt. Über die so hergestellte Transparenz konnte das Dreivierteljahr dauernder Bauarbeiten gut über die Bühne gehen!“ Haag dankt allen Beteiligten. Dies auch, weil durch den intensiven Austausch mit den Wohnungseigentümerinnen und -eigentümern die Umgestaltungsarbeiten über die öffentlichen Flächen hinaus bis an die Hausfassaden in einem einheitlichen Erscheinungsbild realisiert werden. Vor allem aber dankte Haag den Bürgerinnen und Bürgern, die mit viel Geduld die Bauzeit überstehen mussten. Sein abschließendes Fazit der drei Großprojekte: „Schneller Bauablauf, keine größeren Probleme und alle im geplanten Kostenrahmen geblieben.

Insgesamt beliefen sich die Kosten für alle Projekte auf 8,8 Millionen Euro. 3,2 Millionen verbaute das Garten- und Tiefaubamt (GuT) für die Umgestaltung der Sundgauallee und 1,25 Millionen für die Brücke Paduaallee. Bei der VAG fielen 1,6 Millionen für die Sanierung im Bereich der Sundgauallee an. Die Sanierung im Bereich Paduaallee kostete die VAG 450.000 Euro und 2,3 Millionen Euro die Brücke über die Berliner Allee.

Die Arbeiten im Einzelnen:

Vor dem eigentlichen Baubeginn am 4. April 2016 verlegten Stadtentwässerung und Energieversorger viele Leitungen. Danach folgten die Straßen- und Gleisbauarbeiten in drei Phasen. Vor den Sommerferien gestaltete das GuT die Randbereiche mit Privatflächen um. Daran schlossen sich Parkstreifen, Gleisbau sowie Haltestellen an. Nachdem die Stadtbahn ab dem 12. September wieder fuhr, kam die Fahrbahn Südseite sowie die Nordseite mit Fahrbahn und Gehwegen dran.
 
Die Haltestellen der Stadtbahn auf Höhe des Betzenhauser Torplatzes sind jetzt versetzt angeordnet und auseinander gezogen. Dazwischen können Menschen zu Fuß oder per Rad die Sundgauallee breitflächig queren. Auch die neue 20er-Zone für den Autoverkehr dient der sicheren Querung ohne Ampel. Für Blinde, Sehbehinderte und Menschen mit eingeschränkter Mobilität ist eine Signalanlage für die Fahrbahnen eingerichtet, die im Regelzustand dunkel ist und auf Anforderung des Tasters den Individualverkehr anhält – eine sogenannte schlafende Bedarfsampel.
 
Radelnde Menschen haben nun einen 1,5 bis 1,75 Meter breiten Streifen auf der Fahrbahn. Personen, die zu Fuß gehen, finden mindestens 2,5 Meter breite Gehwege vor. An den Kreuzungen Hofacker- / Dietenbachstraße und Angelus-Silesius- / Aschenbrennerstraße sowie der Querungsstelle am Betzenhauser Torplatz können sie sicher über die Straßen gelangen. Da sich auf der Südseite der Sundgauallee viele Geschäfte für den täglichen Bedarf befinden, gab es die Forderung, das Radfahren auch auf dem neuen Gehweg zuzulassen. Die Beschilderung lautet deshalb „Fußgänger“ mit Zusatz „Radfahrer frei“. Diese Regelung ist aber in Absprache mit dem Bürgerverein ein einjähriger Probelauf.
 
Bei den Parkplätzen hat das GuT wegfallende Plätze nahezu gänzlich durch neue ersetzt. Geparkt werden darf mit Parkscheibe maximal zwei Stunden. Als Materialien legte das GuT gemeinsam mit dem Stadtplanungsamt für die Fahrbahnen Asphalt und Pflaster fest sowie überall Pflaster für Parkplätze und Gehwege. Entsprechend der Bedeutung des Betzenhauser Torplatzes bauten die Baufirmen im zentralen Querungsbereich ein hochwertiges Pflastermaterial ein, wie es in den beiden Stadtteilzentren Zähringen und Herdern/Habsburgerstraße bereits zu finden ist. Der Asphalt im Bereich der Gleise erhielt mittels eines speziellen Verfahrens (Streetprint) eine Pflasteroptik.
 
Bei den Bäumen mussten zwar 21 Platanen gefällt werden, dies aber diente vor allem der Stärkung der übrigen Bäume. Um den Allee-Charakter zu belassen, ließ das GuT dafür acht neue Bäume pflanzen. Die Beleuchtung ist auf stromsparende LED-Technik umgestellt. Aufgrund des breiten Querschnittes lassen separate Lampe die Gehwege heller leuchten.
 
Parallel zur neuen Gestaltung der Sundgauallee sanierte das GuT auch die Sundgaubrücke und Fußgängerunterführung an der Paduaallee. Hier waren 1980 für den Bau der Westrandstraße und der Stadtbahnlinie das Kreuzungsbauwerk bestehend aus insgesamt drei Teilbauwerken errichtet worden: Sundgaubrücke, Trog Paduaallee und Fuß- und Radwegunterführung Sundgauallee. Sie alle mussten grundlegend saniert werden. Bei der Sundgaubrücke tauschten die Baufirmen die Übergangskonstruktionen aus, erneuerten die Abdichtung, Brückenentwässerung und Brückenbelag sowie die Kappen. Die die Verkehrsinseln bekamen Ampeln und Schildern aus. Die Baufirmen verdichteten die Kiestragschicht in den Anschlussbereichen der Brücke, erneuerten und legten Versorgungsleitungen im Bauwerksbereich um und erneuerten die Geländer. Bei der Fuß- und Radwegunterführung mussten die Lärmschutzwand erneuert werden, der Beton an den Unterführungswänden instand gesetzt, der Fahrbahnbelag erneuert und abgedichtet sowie die Treppenanlagen und Geländer saniert werden.
 

Gleise der Stadtbahnen erneuert

Gleichzeitig hat die VAG die Gleise samt Anlagen zwischen Paduaallee und Angelus-Silesius-Straße auf einer Länge von 530 Metern komplett erneuert. An der Paduaallee wurden eine Gleiskreuzung und eine Weiche eingebaut. Hier tauschten die beauftragten Baufirmen acht Fahrleitungsmasten aus. Die Haltestelle „Betzenhauser Torplatz“ erhielt ein völlig neues Gesicht. Die VAG nutzte die für diese Arbeiten notwendige Sperrpause der Stadtbahnlinie 1 dafür, um auch die Stadtbahnbrücke über die Berliner Allee zu sanieren. In einem Baufeld von 490 Metern Länge wurde das Brückenbauwerk an sich instand gesetzt und der komplette Gleiskörper samt Oberleitungen und der Eindeckung erneuert. Zudem gab es 17 neue Fahrleitungsmasten.
 
Die Gleise in diesem Bereich stammen noch aus den Anfängen des „Stadtbahnzeitalters“ in Freiburg: Am 9. Dezember 1983 nahm die VAG Freiburgs erste moderne Stadtbahnstrecke mit eigenem Gleiskörper und Vorrangschaltung an den Kreuzungen in Betrieb. Die damalige Neubaustrecke ersteckte sich von der Innenstadt über die hierfür gebaute Brücke über den Hauptbahnhof bis zur vorläufigen Endhaltstelle „Paduallee“. In den vergangenen Jahren hat die VAG mittlerweile fast alle Abschnitte dieser Strecke saniert.

Technische Daten:

•   ca. 6.300 Meter Kabelleerrohre verlegt
•   ca. 67 Fahrleitungs-, Signal- und Beleuchtungsmaste neu versetzt
•   ca. 2.000 Meter Bordsteine (Natur- und Betonbordsteine) neu versetzt
•   ca. 4.300 Quadratmeter Pflasterbeläge neu verlegt (Gehwege, Fahrbahn, Parken)
•   ca. 5.500 Quadratmeter Asphaltfläche neu hergestellt (Fahrbahn, Radwege)
•   1020 Meter Doppelgleis
•   280 Schienenschweißungen
•   3.550 Quadratmeter erneuerter Rasenbahnkörper
•   300 Quadratmeter Ortbetonplatten
•   3.500 Quadratmeter Pflasterdeckenaufbruch
•   in Spitzenzeiten (Sommerferien) bis zu 100 Bauarbeiter am Tag im Einsatz (Sundgauallee, Sundgaubrücke, Brücke Berliner Allee zusammen)
•   Mitwirkung von insgesamt mehr als 20 Firmen.

Wie geht es weiter?

Mit dem jetzigen Abschluss des ersten Bauabschnittes ist das ZAK noch nicht gänzlich umgesetzt. Weitere Fördergelder hat das APS beim Förderprogramm „Aktive Stadt- und Ortsteilzentren“ bereits beantragt. Es sollen noch zwei weitere Bauabschnitte folgen:
 
Zunächst der Betzenhauser Torplatz, für den 2016/17 die Planung stehen und 2018 der Umbau folgen soll. Dann kommt der Abschnitt östlich des ersten Bauabschnitts, der 2017/18 geplant und 2019 umgebaut werden soll. Das APS will auch dank der bisherigen positiven Erfahrungen und aufgebauten Netzwerke im bisherigen Verlauf die noch ausstehenden Bauabschnitte beteiligungsintensiv planen. Es will die Öffentlichkeit wie die spezieller Zielgruppen gleichermaßen beteiligen. Die nächsten Informationsveranstaltungen sind für Anfang 2017 geplant.
 
Allerdings steht die Verwirklichung der beiden Bauabschnitte unter dem Vorbehalt, dass die erforderlichen Mittel in den Beratungen zu den Doppelhaushalten 2017/18 sowie 2019/20 bereit gestellt werden.
 

Ihre Ansprechpartnerin im Presse- und Öffentlichkeitsreferat:
Edith Lamersdorf, Telefon: 0761/201-1300
E-Mail: edith.lamersdorf@stadt.freiburg.de

Veröffentlicht am 03.11.2016

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