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Freiräume lassen


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planisto
Freiräume lassen
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Es spricht für Freiburg, dass viele Menschen hier wohnen möchten. Allerdings sollte diese Wohnqualität auch erhalten bleiben und nicht immer mehr Baulücken geschlossen und Grünflächen bebaut werden. Das Besondere der Stadt geht sonst verloren. Auch die Innenstadt sollte nicht unbegrenzt wachsen.

LKlimt
Freiräume lassen

Den Aussagen von planisto stimme ich zu. Allerdings sollte die Wohnqualität nicht nur in den privilegierten Stadtteilen erhalten bleiben, sondern auch in den bisher vernachlässigten Gebieten (Haslach, Weingarten, Landwasser und andere), hier könnte die Qualität sogar erhöht werden.

bauernhoftiere ...
Freiburg sollte zukünftig

Freiburg sollte zukünftig unbedingt "Naturerlebnisflächen" für Kinder, aber auch Erwachsene in die Stadtplanung miteinbeziehen. Freies Spiel in der Natur ist unerlässlich für eine gesunde Entwicklung in der Kinheit. Fußläufig erreichbare Naturflächen sind außerdem von hohem Wert für die Naherholung und sollten wo vorhanden (z.B. Grünfläche Obergrün in Betzenhauen) bewahrt und aufgewertet oder auch neu geschaffen werden.

Speedy
Spätfolgen gilt es zu vermeiden, Weitsicht ist gefragt!

Den vorhergehenden Aussagen kann ich nur zustimmen.

Und für die Politik möchte ich anmerken jetzt das Richtige zu tun und nicht in ein paar Jahren darauf verweisen, dass man damals (sprich heute) eben Fehler gemacht hat, weil die Wohnungsnot so groß war (ist) oder die Immobilienbesitzer so eine starke Lobby hatten (haben).

Nachhaltiges Handeln sollte hier oberste Priorität haben für die Zukunft unserer Kinder!!!

GeorgMerz
Freiräume - St.Georgen bis Schallstadt

Es spricht gegen eine frühzeitige Bürgerbeteiligung, dass die Entwicklung für die Bebauung des Südwestrandes von St. Georgen wohl schon weiter fortgeschritten ist, bevor die mögliche Bebauung überhaupt veröffentlicht wurde. Ein wichtiger Freiraum für St. Georgen würde verlorengehen. Die Anbindung an das Zentrum von Freiburg mit Auto wäre sehr gut möglich, die Anbindung mit öffentlichen Verkehrsmitteln wohl problematisch, da jetzt schon in St. Georgen unbefriedigend.

karacho
Absolut richtig und noch weiter gehen! @ Speedy

Wie Sie kann ich den vorherigen Beiträgen nur zustimmen. Aber an Ihrem Kommentar gefällt mir der Aspekt der Nachhaltigkeit in einem weiteren Sinne als die oft eher öklogische und ökonomische Sicht. Ich finde auch, dass man bei der Innenentwicklung von einzelnen Stadtteilen ein Augenmerk auf Nachbarschaft, Quartier und deren ganzen Zusammenhänge legen sollte. Die Schaffung von Zentren/ Plätzen aber auch das Erhalten schon bestehender Orte, wo sich Menschen begegnen können und gleich an einer schönen Ecke sind ohne in die Straßenbahn steigen zu müssen, um an einem "Erholhungsort" zu sein, halte ich für wichtig.Das schafft Identifikation mit der eigenen Umgebung und begünstigt auch den Aufbau guter Nachbarschaften.

MR
Freiflächen und -räume schaffen Wohnqualität

Auch mir gefällt hier der Gedanke an Nachhaltigkeit. Schließlich haben diese Planungen große Auswirkungen auf Jahrzehnte hinaus. Die Umsetzung der geschilderten Situation hat mannigfaltige Auswirkungen. Wenn ich die kleinkarierte Planung und Umsetzung in einem sehr westlichen Stadtteil betrachte, wo kein Fitzel an öffentlichem Freiraum mehr bleibt, die Grundstücke aber so bemessen sind, dass niemand mehr einen Baum auf seinem Areal pflanzen kann, dann frage ich mich ob man sich nicht in wenigen Jahren über derartige Planungssünden ärgert. Schließlich gilt es zu bedenken: Ändern kann man im Nachhinein nichts mehr!

Anni Berta Zeh
Freiflächen und -räume schaffen Wohnqualität

Ich stimme diesen Argumenten ebenfalls zu und habe zur Bekräftigung Ihren Betreff, @MR, nochmal verwendet.

Man wird sich in wenigen Jahren schon ob der Bausünden von heute ärgern. Aktuelles Beispiel: Baubürgermeister Haag würde heute schon die L(i)egebatterien des Projektentwicklers Unmüssig auf dem Brielmann-Gelände "so nicht mehr bauen". Entstanden sind die unter der Ägide des 'Stadtbaumeisters' Salomon und seinem nun in Rente befindlichen Gehilfen Schröder-Klings.

Angesichts dieser unmenschlichen Baupolitik sind die Geschossbauten aus den Sechzigern und Siebzigern (beispielsweise in Betzenhausen oder auf der südlichen Seite der Ferdinand-Weiß-Straße) geradezu vorbildlich. Sie stehen weit genug auseinander, daß Privatheit entstehen kann. Bäume, Spielplätze, Grünflächen sind zwischen den Gebäuden vorhanden. Es gibt Tiefgaragen. Wenn es da trotzdem Probleme mit/zwischen den Bewohnern gibt, so sind die viel mehr auf eine falsche Belegungspolitik von Stadt und Stadtbau zurückzuführen, als auf die Wohnanlage.

SH
Wachstum um jeden Preis?

Wenn Freiburg weiter so zugeknallt wird mit neuen Weingartens, Landwassers, Rieselfelds und "Westarkaden", möglichst ohne Gleichzeitige Ausweisung von Parks zum Spazierengehen, genügend großen Sportarealen, bei denen auch der Lärmschutz der Anwohner berücksichtigt wird etc., dann wird unsere schon in den letzten 15 Jahren hässlicher gewordene Stadt noch weiter an Lebensqualität verlieren. Und für wen das Wachstum? Noch gar nicht hier wohnende (und zahlende!) Bürger, und vermutlich noch dazu solche, die dann auch noch von den bereits hier wohnenden unterstützt werden müssen. Zwei Punkte also: keine Neubaugebiete ohne ausreichende Quote für Freizeitflächen... (Damit dürfte sich das Problem, wenn wir bzw die Stadtverwaltung) ehrlich sind, von selbst lösen, Freiburgs Fläche kann sich schließlich nicht mitvermehren), zweitens eine ehrliche Kalkulation der Kosten. Es ist jetzt schon knapp für Kitas, Schulen, Sportinfrastruktur, Arbeitsplätze usw. Man muss auch Naturschutz ernstnehmen, und nicht Flughafen als Trockenrasen mit seinen wertvollen Arten und das Restrieselfeld (undauchandere Areale wie den Seepark mit seinen Fledermäusen, aber auch einfach seiner unbebauten Fläche mit Luft zum Atmen und Möglichkeit zum"Wolken gucken", denn das ist ein extrem wichtiger Aspekt der Lebensqualität. Zu enges Miteinander führt zu großen Konflikten, dann wird halt die Politei teurer und das Leben roher. Alles, damit "wir"die 200.000er-Marke knacken?

Lechner
Mögliche Vorbilder visionärer Stadtentwicklung

Es ist wunderschön in London, New York, San Francisco, Berlin, München, Hamburg, und manchen anderen Städten an unbebauten Flüssen und in Parks zu schlendern und sich von den Eindrücken des Stadt-Lebens zu erholen. Man braucht einen Gegenpol, und wenn es nicht inmitten der eigenen vier (Hotel)Wände ist, sind es halt vor allem öffentliche Plätze, neben den Kneipen-, Cafes, Restaurants und den anderen Einkaufs- und Freizeitmöglichkeiten.
Die Attraktivität einer Stadt zeigt sich aber auch in der Architektur, den interessanten Blickwinkeln, der Geschichte einer Stadt, der Verbindung zur Moderne.
Wie sieht das in Freiburg aus?
Hier soll es angeblich ausreichend Freizeitflächen und Grünflächen geben. Doch wie hoch ist der Freizeit-Wert eines Dreisamuferweges an einer Schnellstraße? Kann man auf einem Stühlinger Kirchplatz Grillen? Welche Freiheiten sind in unseren erwünschten lärmfreien Parks und öffentlichen Flächen möglich? Gibt es hier qualitative und nicht nur quantitative Aussagen zu dem Freizeitwert unserer Grünflächen und öffentlichen Flächen?
Und wie ist es mit der Größe unserer Parks: sind der Stadtpark und die anderen Parks in Freiburg wirklich ausreichend groß genug? Für wie viele Menschen bieten unsere Parks und Grünanlagen die Möglichkeiten zu Grillen, Fußball zu spielen, sich mit Freunden zu treffen? Ungezwungen, und ohne Lärmbelästigung durch den Verkehr? Wo ist die Berechnung der Parkflächen bezogen auf die unterschiedlichen Stadtteile? Und hier meine ich nicht die Parkflächen im Gesamten zu betrachten sondern in Bezug auf die Lage und Attraktivität innerhalb der Stadtteile.
Wieso donnert eine Schnellstraße, demnächst vielleicht eine Autobahn, mitten durch Freiburg und der Tunnel wird wieder nur bis zur Hälfte gedacht. Wieso ist die Kronenbrücke bereits der Endpunkt und alle westlichen AnwohnerInnen bleiben weiterhin bedrängt durch Lärm und Gestank obwohl hier direkt Wohnhäuser stehen mit vermutlich sozial schwächeren AnwohnerInnen?

Sicherlich die Architektur in Freiburg bietet im Altstadtbereich eine schöne Mischung aus alten und moderneren Elementen.
Doch einige aktuelle Beispiele sind erschreckend.
Wer hat die Planung der Heinrich-von-Stephan-Straße zu verantworten? Hier wird plötzlich von dreistöckig auf vierstöckig hochgezogen, bzw. eine Planung weist bereits siebenstöckig auf. Jeder Quadratzentimeter wird genutzt um Häuserblöcke an die Straße zu bauen, ohne überhaupt eine Einladung nach Außen zu setzen. Keine Straßenfassade, keine Stufen, nur Blöcke. Wichtig sind doch Verwinkelungen, Rundungen, Brechungen, unterschiedliche Blickhöhen, um den Blick zum Verweilen zu bringen. Bäume und Sitzmöglichkeiten, am Besten mit kleinen Gruppenbildungen. Nichts dergleichen.

Und dann noch die West-Arkaden:
Wie kann es in der heutigen Zeit möglich sein, eine einmalige Fläche wie die West-Arkaden ohne Grünflächenanteil so nahe an die Straße zu bauen?

Und die Platzgestaltung vor der neuen UB:
Bäume für Schatten, Sitzmöglichkeiten, Verwinkelungen, .. bitte Einladungen für Begegnungen schaffen.

Und so meine Frage: Kann diesen Entwicklungen noch Einhalt geboten werden? Wo ist hier der Weitblick und Einfluss der Stadtplanung? Es scheint so zu sein, dass die historische Möglichkeit eine Straße, einen Platz neu zu gestalten, völlig im Zeichen der Gewinnmaximierung durch die Investoren vollzogen wird. Das Gemeinwesen, der öffentliche Ort spielt keine Rolle. Eine Stadt muss vermutlich in die Fläche wachsen, wenn der Verlust an Qualität durch Verdichtung zu schmerzhaft ist (siehe London).

Wo sind die Visionen, die städtebaulichen Vorbilder, die Einflussnahme im Sinne einer Verbindung der Bedürfnisse im öffentlichen Raum. Architekten, Städteplaner sind gefordert eine humane Umgebung auch gegen den Widerstand von Investoren einzufordern. Grünflächen sollten pro Einwohner in qualitativer Art und Weise inmitten der Stadtgebiete ohne Lärmbelästigung mit einem hohen Freizeitwert durchgesetzt werden. Vielleicht wäre Regensburg ein mögliches nicht allzu fernes Vorbild mit einem Gremium von Architekten und Bürgern mit Entscheidungsmacht.

flyingmiesel
Stadtentwicklung

es fehlt der Satdt grundsätzlich an Interesse an einer aktiven Liegenschaftspolitik, sonst lässt es sich nicht erklären warum Projektentwickler den ganzen Stadtring bebauen dürfen. Die Posse mit dem verschwundenen Bebauuungsplan in Littenweiler zu gunsten eines Projektträgers spricht Bände.

Walther
Balance von Freiflächen und Bebauung nötig

Frei- und Grünflächen sind wichtig in der Stadt. Es muss aber auch bedacht werden, ob Freiburg immer mehr bisher nicht bebaute Flächen am Außenrand bebaut und nicht zu Breiburg wird.
Wie mit der augeblicklichen Wohnungsnot umgehen?Allein in der städtischen "Notfallkartei" seien etwa 1200 Personen und tausende Personen würden in den nächsten Jahren nach Freiburg ziehen laut städtischer Prognose! Beim flächensparenden Bauen sind keine einfachen Entscheidungen möglich.
Bei der Nachverdichtng muss deshalb in jedem einzelnen Fall sorgsam abgewogen werden, ob bei einer bestimmten Fläche noch Bebauung möglich ist oder wievielgeschossig gebaut werden kann.

Folkmar Biniarz
Stadtgestaltung

Schon bei diesen wenigen Kommentaren sieht man, dass in der Bürgerschaft eine Menge Sachverstand vorhanden ist.
Ich frage mich daher, wer auf die fixe Idee kam, für den neuen Haushalt einen sogenannten "Gestaltungsbeirat" vorzuschlagen? Mit "Experten", die nicht aus Freiburg sind, versehen mit neuen Stellen in der Verwaltung ...
Da soll wohl wieder die Bürgerbeteiligung, statt sie zu fördern, mit sogenanntem Expertenwissen beiseite geschoben werden.

mittelstapler
Bauleitplanung für Investoren statt Bürgerbebauungspläne

Wenn man in die Badische Zeitung schaut, dann ist FREIBURG nahezu in allen Belangen WELTSPITZE. Der OB und Anhang holen gerne Urkunden ab: Klimahauptstadt, Fahrradhauptstadt, ÖPNV-Hauptstadt, Wärmedämmhauptstadt usw..OB Böhme früher: es gibt zwei Sorten Menschen: erstens, die in Freiburg wohnen, zweitens, die nach Freiburg wollen! Seit geraumer Zeit, namentlich seit Regierungsantritt von OB Salomon wird die Bauleitplannung sehr stark von Investoren beeinflusst. Und auch Stadträte wie beispielsweise Herr Stadtrat Friebis (Grüne) regte seinerzeit an, gemeinsam mit "Architekten, Bauträgern und der Wirtschaft" herauszufinden, welche Bedürfnisse es auf dem Markt eigentlich gibt. Von Bürgern ist nicht die Rede! Wer mal in NewYork war und den Central-Park kennengelernt oder in London die zahlreichen Stadtteilparks genossen hat, weis solche fussläufigen Erholungsoasen zu schätzen. Gepflegte Parkanlagen für Bürger in Feiburg Fehlanzeige. Stadtplanung hat dienende Funktion und zwar für den Bürger. Sie hat seine Bedürfnisse zu respektieren, nicht die von Investoren, deren überwiegendes Interesse (siehe Westarkarden!) eine Gewinnmaximierung ist. Schon sind diese wieder tätig, siehe Baugebiet in Lehen. Es fehlen schlicht und ergreifend Bürgerbebauungspläne mit denen sich die Bürger identifizieren und in denen sie sich wiederfinden können!

Man fragt sich: Wer ist eigentlich systemrelevant der Bürger oder der Investor?

Pylari
Bauleitplanung für Investoren statt Bürgerbebauungspläne

Dem kann ich nur zustimmen!!!