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Bürgerumfrage zum Doppelhaushalt 2011/2012


Umfrage zu den städtischen Finanzen

Ein wichtiges Element des Beteiligungshaushalt sind die Ergebnisse aus der Umfrage, die im Herbst vergangenen Jahres unter einer repräsentativen Auswahl von Freiburger Bürgerinnen und Bürgern erhoben wurden. Wichtig für die Diskussion zum Haushalt 2011/12 ist vor allem, für welche Themenbereiche laut Bürgerschaft mehr oder weniger Geld ausgegeben werden sollte. Hier finden Sie einen kurzen Überblick der wichtigsten Ergebnisse. Für weiterführende Informationen stehen Ihnen eine gekürzte Fassung auf den nachfolgenden Seiten oder die gesamte Studie mit allen Tabellen und Schaubildern als PDF-Datei zur Verfügung.

Zufriedenheit

Zufriedenheit der Befragten mit städtischen ThemenZu den ausgewählten Themen bei den Ausgaben der Stadt Freiburg befragt, fällt auf, dass es insgesamt eine hohe Zufriedenheit mit der bisherigen Ausgabenstruktur gibt. So sind bei 15 der abgefragten 29 Haushaltsthemen mehr als die Hälfte der Befragten der Auffassung, dass die Ausgaben unverändert bleiben sollen. Hohe Zufriedenheitswerte erhalten Themen wie öffentliche Verkehrsmittel, Umweltsituation, Angebot an Parks und Grünanlagen sowie kulturelle Einrichtungen und Veranstaltungen. Weniger Zufriedenheit, aber immer noch bei mehr als der Hälfte der Befragten,  herrscht beim Thema Integration von Minderheiten, Angebot an Jugendeinrichtungen und Regelungen des Autoverkehrs. Eher unzufrieden sind die Befragten mit dem Wohnungsangebot und dem Wohnungsmarkt.

Ausgaben und Einsparungen

Ausgaben und EinsparungenFür die Auswertung der Antworten zu Mehrausgaben und Einsparungen im Haushalt bildeten die Statistiker einen Index: Dieser gibt an, um wie viele Prozentpunkte der Anteil derjenigen Befragten, die in einem Bereich mehr ausgeben möchten, den Anteil jener, die hier kürzen möchten, übersteigt. Ist der Index negativ, so sprechen sich mehr Befragte für Kürzungen als für Mehrausgaben aus. So gerechnet, wünschen sich die Befragten Mehrausgaben insbesondere bei den Betreuungsangeboten an Schulen (Index: +48), Instandhaltung beziehungsweise Bau von Schulen (+44) und Kindertagesstätten (+38). Bei möglichen Einsparungen schlagen die Index-Werte weniger aus: Das Theaterangebot liegt bei -19, danach die Friedhöfe bei -17. Die städtischen Museen und das Stadtarchiv bekommen einen Wert von -15, die Kulturförderung von -13 und die Wirtschaftsförderung -8. Gleichzeitig liegt der Zufriedenheitsgrad mit der Ausgabenstruktur vor allem bei der Kultur bei jeweils der Hälfte der Befragten: Sie sprachen sich dafür aus, die Ausgaben unverändert zu lassen.

Interessant sind die Auswertungen nach sozialen Gruppen. Hier kommen bedeutende Unterschiede in den Mehrausgaben und Einsparwünschen zu Tage. So wollen zum Beispiel Frauen mehr für Betreuungsangebot an Schule, für Klimaschutz und Naturschutz ausgeben als Männer. Diese hingegen möchten beim Theater mit einem Index-Wert von -27 noch stärker einsparen als Frauen (-13). Ältere Menschen wollen mehr für Straßen ausgeben, jüngere eher weniger dafür bereit stellen. Alleinerziehende und Mehrpersonenhaushalte mit Kindern möchten mehr Geld für Betreuungsangebot an Schulen, für Straßen und Wirtschaftsförderung aber soll es weniger geben.

Wie zufrieden sind Sie ganz allgemein mit der Bürgereinbindung / Bürgerbeteiligung?

sehr zufrieden
 
3%
zufrieden
 
28%
teils/teils
 
33%
unzufrieden
 
10%
sehr unzufrieden
 
3%
kann ich nicht beurteilen/ trifft nicht zu
 
17%
keine Angabe
 
5%

Zufriedenheit mit politischer Beteiligung

Bei der Frage nach der Zufriedenheit mit der Bürgereinbindung und -beteiligung äußerten sich rund ein Drittel zufrieden, 13 Prozent waren unzufrieden. Nach der Vertretung ihrer Interessen durch den Gemeinderat fand sich fast niemand (12 Befragte), der meint, dass seine bzw. ihre Interessen sehr gut vertreten sind, 11 Prozent fühlen sich gut vertreten, 8 Prozent schlecht, 2 Prozent sogar sehr schlecht. Allerdings kreuzten 30 Prozent an, dass sie es nicht wüssten oder machten hierzu keine Angabe.

Sich sehr gut über den städtischer Haushalt informiert fühlen sich 1 Prozent der Befragten, 28 Prozent meinen, dass sie gut informiert sind, 55 Prozent wenig und 12 Prozent gar nicht. Allerdings hätte die Hälfte der Befragten gern mehr Informationen über den Haushalt. Dies gilt vor allem für diejenigen, die sich wenig informiert fühlen: 68 Prozent wüssten gerne mehr über Ausgaben und Einnahmen der Stadt Freiburg. Diese Gruppe besteht vor allem aus jüngeren Altersgruppen, Studierenden, Befragten mit kurzer Wohndauer aber auch untere Einkommens- und Bildungsschichten.

Vergleich zu 2007

Im Vergleich dieser Umfrage mit der letzten aus dem Jahr 2007 zeigt sich, dass sich die Rangfolge der Haushaltsthemen nicht grundlegend geändert hat, auch wenn sich die Index-Werte leicht verschoben haben. Aus dem Rahmen fällt nur das Thema Wohnungsbau: Wollten die Befragten 2007 hier noch einsparen (Index: –5), möchten sie 2010 mehr ausgeben (+18). Für die Sanierung der Wohngebiete und Modernisierung sprang der Index-Wert von +11 in 2007 auf +22 in 2010. Auch wenn der Wunsch nach Mehrausgaben bei den Kindertagesstätten sowie die Instandhaltung und der Bau von Schulen in beiden Jahren vorne lag, ging der Index-Wert von +54 und +57 auf +38 und +44 zurück. Insgesamt rückten die Themenfelder damit enger zusammen.